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AUGUST
LAFONTAINE – CARL GOTTLOB CRAMER
250
Jahre (1758 – 2008)
Antiquariatskatalog
erstellt
von Franz-Ulrich Jestädt und Thomas Kaminski
EIN WORT ZUVOR
Trivialliteratur
des späten achtzehnten und beginnenden neunzehnten Jahrhunderts –
generationenübergreifend vernachlässigt, ignoriert und vernichtet,
in den letzten Jahrzehnten unter dem Fähnchen >Lese(r)soziologie<
wiederentdeckt: Zahllose Studien zu Lektüreverhalten, Leserschichten
sowie Autoren-, Verlags- und Lesemarktstrategien verhalfen der
Schmuddelware zu neuem Image. Erste Doktorarbeiten entstanden,
Editionsprojekte und sogar wissenschaftliche Tagungen zum ehedem
ungeliebten Thema wurden geplant und verwirklicht.
Auch
der Antiquariatsmarkt reagierte (in Maßen): Unterhaltungsliteratur
fand sich nun nicht nur mitunter in Katalogen der Antiquariate, sogar
Auktionen ließen sich mit guten Verkaufserfolgen bestücken. Aber
auch hier stand am Ende die Erkenntnis, daß sich nur die seltenen,
mitunter fast unauffindbaren Stücke als gewinnträchtig erwiesen.
Die >Mühlen der Ebene<, die tatsächlich zuhauf konsumierte
Hausfrauen-, Bediensteten- und Hintertreppenliteratur, meist
zerlesen, unvollständig und dazu – da in hohen Auflagen
erschienen – durchaus hier und dort noch auffindbar, kamen zwar
letztlich doch wieder zu kurz. Aber immerhin: Die benjaminische
Frage, was die Leute eigentlich lasen, während unsere Klassiker
dichteten, beschäftigt zunehmend auch die Antiquare.
So
trifft es sich recht gut, dass zwei der fleißigsten und kommerziell
erfolgreichsten Produzenten solcher Leseware just in diesem Jahr 2008
ihren 250. Geburtstag feiern:
AUGUST
HEINRICH JULIUS LAFONTAINE (1758-1831),
zu
dessen zahlreichenWerken sich in etwa der Hälfte aller (spärlich)
auffindbaren Annotationen in Antiquariatskatalogen folgender
stereotype Satz befindet: „Schöpfer des weinerlichen
Familienromans; seine Werke rührten ihn selbst zum Weinen. So
fruchtbar war er, daß er vergaß, was er geschrieben hatte, und
seine Erfindungen, die sich in engen Kreisen drehten, mehrfach zum
zweiten Male erfand.“ Diese schönen Worte werden bei Goedeke (V,
478) oder aus den Antiquariatskatalogen der Kollegen immer wieder
gerne abgeschrieben. Wir möchten dem stets neuerlich Gelesenen an
dieser Stelle eine kleine Personalnotiz zu Lafontaine entgegensetzen,
die bislang noch nicht Einzug in die Forschung gehalten hat und
trefflich Fragen zu Disposition und Schreibtechnik eines
Erfolgsschriftstellers beantwortet:
„Man
findet etwas ganz anderes, als man erwartete, wenn man den Verfasser
fast eines halben Hunderts von Romanen, die gerade durch das
Gefühlvolle, in das Gebiet sanfter Schwärmerei Hinübergehende eine
so große Lesewelt an sich zogen, als einen Mann kennen lernt, bei
dem sich die joviale, muntre Laune eben so deutlich in den Zügen
seines Gesichtes, als in jedem seiner Gespräche kund thut, und in
dessen Nähe jede schwärmerische Empfindelei, jede Deklamation über
Herz und Gefühl beschämt verstummen würde, weil sein Hang zur
feinen Satyre, sein lebhafter und treffender Witz Alles, was von der
Art sich ihm nähert, zurückweist. (...) Seine Romane – die er
gewiß nicht mehr schriebe, wenn sie nicht einen Haupttheil seines
Erwerbes ausmachten , - beschäftigen ihn nur in einigen
Morgenstunden, wo er, mit der Tabackspfeife im Zimmer umhergehend,
sie einem am Pulte stehenden Schreiber diktirt. Ohne eine weitere
Durchsicht und Feile werden sie in die Druckerei getragen und auch
die Korrektur wird von einem Andern besorgt. – Gewöhnlich schreibt
er an jedem Tage nahe an einen gedruckten Bogen und arbeitet oft an
zwei verschiedenen Romanen zugleich.“ (Beiträge
zur Charakteristik bekannter und berühmter Männer. August
Lafontaine. In: Der
Freimüthige Nr. 13 v. 18.1.1816; S. 49-51)
In
diesem Jahr wird Lafontaine sogar die Gunst eines hochkarätig
besetzten Kolloquiums in seiner Braunschweiger Heimat zuteil, Anlaß
genug für unser Antiquariat, diesem Schriftsteller einen
Personalkatalog zu widmen.
Im
Zusammenhang mit diesem Ereignis möchten wir es allerdings nicht
versäumen, an das Jubiläum eines zweiten erfolgreichen
Vielschreibers zu erinnern, der – im selben Jahr wie Lafontaine
geboren – ein Zentrum seines Schaffens in unseren Thüringer Landen
hatte:
CARL GOTTLOB CRAMER (1758-1817)
"(M)eine
Romane werden, was auch immer trübsinnige, mürrische Recensenten
denken und sagen mögen, nicht gelesen, sondern verschlungen,
nachgedruckt, und noch viermal aufgelegt." (aus der Vorrede der
zu den Gefährlichen Stunden)
Neben Spieß, Vulpius und Lafontaine ist Cramer trotz meist
kritischer Rezensionen der erfolgreichste Trivialautor seiner Zeit.
Das Erfolgsrezept: „Allen Romanen Cramers ist eine gehörige
Portion bissiger, wenn auch oberflächlicher Zeit- und Sozialkritik
beigemischt, seine formale Vielseitigkeit erinnert manchmal an Jean
Paul, wie seine geschickten Kolportageeffekte an einen Johannes Mario
Simmel. Sein Stil ist in den Ritterromanen ebenso unverkennbar wie in
den Satiren, in den Gespenstergeschichten wie in den erotischen
Werken.“ (R.Wittmann, Zur Trivialliteratur der Goethezeit.
Randbemerkungen eines Sammlers. In: Aus dem Antiquariat, Nr.5, 1976,
A 133.) "Hr. Cramer kennt die Menschen, es fehle ihm nicht ganz
an Beobachtungskenntniß, er weiß die Thorheiten und
Lächerlichkeiten des Lebens recht wohl anzufassen, und würde dieß
Gemälde davon gewiß mit Glück geben, wenn er nicht gar so
schreibseelig wäre, wenn er mit diesem Talente mehr Geschmack und
Schönheitsgefühl, mehr Achtung für Anstand und Schicklichkeit
verbände." (NADB, 1802, 70. Bd., 2. St, S. 352) Aber auch hier
vermag bislang Unveröffentlichtes zu seiner Charakterisierung und
Schreibdisposition beizutragen:
Karl
August Böttiger, eigentlich ein Intimus Lafontaines, hinterließ in
den Notizen zu seinem – inzwischen zweifach aufgelegten - Werk
Literarische Zustände und Zeitgenossen auch
einige undatierte und bislang ungedruckte Bemerkungen zu Cramer.
Danach lebte dieser „lange bei Severin in Weißenfels, mit dem er
in allen Dingen,“ allerdings auch mit „der Ehehälfte des
letzteren communiones bonorum hatte. Bey einem höchstansehnlichen
Körperumfang“ war auch bei Cramer „eine gewisse Jovialität mit
Cynismus amalgamirt (...) Er ist ein beliebter und sehr gut bezahlter
Romanenmacher. Das meiste Ansehn hat er sich durch seinen Erasmus
Schleicher gegeben, der jetzt bei Fleischer zum 5ten Mal abgedruckt
wird. Er erhält gewöhnlich für den Bogen fünf Ducaten von den
Buchhändlern, und diese kann er, wenn die Ader gut fließt, in einem
Tag verdienen. Das eigene bey seiner Schriftstellerey ist, daß, wie
er mir heute sagte, ihn der Wein in nur etwas größerem Maß
genossen (ihn) zum Schreiben ganz unthätig macht. Mir, versicherte
er, fließt nichts besser als wenn ich hungrig und durstig bin. Seine
Lebensweise ist folgende: Er steht früh auf - eine Sitte die er der
Mutter zu danken hat...“, ist also von seiner Arbeits- und
Lebensdisposition her - was Tageszeit, Körperumfang (auch Lafontaine
galt seiner Zeit als der dickste Mann von Halle!) und vor allem die
hier ausdrücklich hervorgehobene Synthese von Jovialität und
Zynismus (zu Lafontaine oben: Jovialität und Hang zur Satire) angeht
– von seinem Mitbewerber Lafontaine nicht allzu weit entfernt!
(vgl. SLUB Dresden, Nachlaß Böttiger, Sign. H 37, Verm 4°, X; 7)
So
fügen sich unsere beiden Matadore des Lesegeschmackes in mehr als
einer Hinsicht aneinander:
„Die
Lesewelt theilt sich eigentlich in zwei Klassen. Die eine davon hat
endlich durch ewiges Predigen und Schimpfen gegen Romane u.s.w.
herausgebracht, daß alle nichts taugen, und sich deshalb blos in den
Schutz der Klassiker begeben... Die zweite Klasse besteht aus ganz
gewöhnlichen Romanenlesern, die alles das Gute und Schlechte
verschlingen, denen aber das letztere aus dem Grunde besser gefällt,
weil sie es verstehen.... Eine dritte Klasse von Lesern giebt es
noch, welche zwischen den beyden andern in der Mitte stehen, es sind
die Anbeter Lafontaine´s und Cramers.“ (Ueberblick
des neuesten Zustandes der Litteratur, des Theaters, und des
Geschmackes in Wien. Heft 1, (Wien) 1802, S.
8-9; zit. nach: Dirk Sangmeister, Nachwort zum Flaming
(2008; siehe unten), S. 735 f)
Im
Folgenden bieten zwei Sammler, der Antiquar selbst und einer seiner
kenntnisreichen und passionierten Kunden, den gemeinsam erarbeiteten
Katalog ihrer in etwa fünfzehn Jahren Sammeltätigkeit erworbenen
Bestände dar. Wir hoffen, bei aller Lückenhaftigkeit dennoch einen
tauglichen Überblick über das Schaffen der beiden Protagonisten
darlegen zu können. Natürlich wäre eine Einbettung in einen
Gesamtfundus zeitgenössischer Trivialliteratur wünschenswert
gewesen. Angesichts der oben angedeuteten Terminsetzung aber war die
Erfassung von einigen Tausend Titeln nicht umzusetzen, waren selbst
die hier vorgelegten Titel oft nur unzureichend beschreibbar.
Notwendigerweise auftretende Flüchtigkeiten bitten wir zu
entschuldigen. Gleichwohl war es unser Ansinnen nicht, nur
marktgerechtes >Edelmaterial< zu erfassen, sondern etwa auch
Einzelbände und zahlreiche durch intensives Lesen zerschlissene
Exemplare zu berücksichtigen. Sammlungen von Unterhaltungsliteratur
sehen nun einmal so aus!
Der
Aufbau des Kataloges orientiert sich an den Erscheinungsterminen der
ersten Ausgaben des jeweiligen Werkes. Nicht weiter spezifizierte
Formate verstehen sich in Oktav. Zitierte Sekundärliteratur findet
sich weitgehend am Ende des Angebotes. Neuere Buchhandels-Aufkleber,
meist in hinteren Innendeckeln angebracht, sind nicht eigens
angegeben. Trotz allen Strebens nach Einheitlichkeit läßt sich bei
zwei Bearbeitern eine gewisse Heterogenität der Aufnahmen nicht
gänzlich vermeiden, zumal wir kurz vor Redaktionsschluß des
Kataloges noch eine bedeutende Spezialsammlung zu unserem Thema
erwerben konnten. Den beiden Bibliographen unseres Gebietes, Dirk
Sangmeister und Michael Olderdißen, sei an dieser Stelle nicht nur
für ihre bekannt zuverlässigen Vorarbeiten gedankt, sondern auch
auch für Kooperation, Hinweise und Ermutigung.
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1782
CRAMER
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Leben und Abenteuer des Karl Saalfelds. Von
Carl Gottlob Cramer. Berlin (d.i. Wien)
1803. Gest. Frontisp. (F. Weber) / T./ 224 S. Marm. Ppbd. d.Zt. m.
grünem Rckns.
verkauft
1782 erschienen; es wurde wohl erst 1802 eine
(allerdings nicht auffindbare) neue Ausgabe verlegt, ab 1803 dann
mindestens vier Ausgaben mit derselben Seitenzahl, aber
abweichendes Kupfern und Titeln: Es handelt sich demnach wohl um
einen einzigen Druck, der von verschiedenen Verlagen mit
unterschiedl. Titeleien versehen wurde; hier die einzige
Titelvariante ohne den Zusatz >eines relegirten Studenten<;
alle Ausgaben selten; vgl. Olderdißen 1.01 ff; Erman-Horn I,
16605; Kaldewey´s Lesekabinett 12, 82 zur Ausgabe v. 1782:
„Anspruchsvoller, in Halle und Jena spielender Studentenroman.
Wohl autobiographisch.“
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(Cramer, Carl Gottlob / Thilo, Friedrich Theophil ?):
Menschen-Schicksale. Ein Familiengemälde in fünf Aufzügen. O.O.
(Augsburg) u. Vlg. 1790. S. (169)-362. In: Deutsche Schaubühne.
Eilfter Band (Jg. II / 11). Augsburg 1790. Gest. (szenisches)
Frontisp. (Poll ?) / T. m. Holzschn.-Vign./ 455 S. Dunkelblauer
Ppbd. d.Zt. m. 2 (hs.) Rckn.-Aufkl. Rckn. gebleicht; T. verso
gest. (>Hoftheater in Donaueschingen<) – gutes Exemplar
120.00
1782 erschienen Cramers Erstlinge, Geschichte
Karl Saalfelds, eines relegierten Studenten von***
bei Böhme in Leipzig, sowie Menschenschicksale,
eine Geschichte aus dem achtzehnten Jahrhunderte in
zwei Teilen bei Haug in Leipzig (vgl. Olderdißen 01 u. 02). Nach
Holzm./Boh. III, 4512 und VI, 6630 wird auch das vorliegende
Schauspiel - wohl in Anlehnung an den frühen Roman von 1782 -
Cramer zugeschrieben. Olderdißen (A 26.01) bezweifelt diese
Zuschreibung (in der Tat hat wohl Cramer keines seiner Werke
später selbst dramatisiert) und weist das Werk dem sächsischen
Advokaten und Finanzkommisar Thilo (1749-1825) – allerdings mit
Fragezeichen – zu, was noch unwahrscheinlicher ist, denn Thilo
hat erst später seinen Roman Menschenschicksale
älterer und neuerer Zeiten (1791-92)
dreibändig veröffentlicht. Eine schlüssige Zuschreibung kann
demnach hier nicht vorgenommen werden.
Die Separatausgabe des vorliegenden Schauspieles
erschien im selben Jahr bei Himburg in Berlin. Der Sammelband
enthält weiterhin: (Bunsen, Philipp Ludwig): Siegfried
von Lindenberg. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Nach Müllers
Roman frey bearbeitet von P. C. B. – n. 1790
S. (1)-168 und (Friedrich Ernst Jester): Freemann
oder wie wird das ablaufen? Ein Schauspielin vier Aufzügen. Von
J.E. Jester. 1790 S. (363)-455. Chlond
(vgl. unten: Sekundärliteratur) nennt a. S. VIII einen ebenfalls
Cramer wohl fälschlich zugeschriebenen Roman von 1791, den sie
hingegen eher dem unbekannten Autor des obigen Schauspiels
zuordnet: Liebe und Rache oder wohin führt
oft weiblicher Leichtsinn. Eine wahre Geschichte vom Verfasser der
Menschenschicksale.
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1783
CRAMER
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(Cramer, Carl Gottlob ?): Meppen Bocksbart oder
wundersame Ebentheuer eines peregrinirenden Kandidaten(,) eine
wahre Geschichte. Leipzig, bey Karl Friederich Schneidern, 1783.
S. (3)-318. T. m. gest. Vign. (v. Endner). Marm. Ppbd. d. Zt. m.
rotem Rckns.; etw. ber. u. Ecken best.; Sign.-Aufkl. a.
Innendeckel; T. l. braunfleckig – ordentliches Exemplar
verkauft
Am
Schluß: „Ende des zweyten Buchs.“ Kein Hinweis auf einen
zweiten Band, sieht man einmal von einer Absichtserklärung auf S.
(7) und dem letzten Halbsatz der >Vorrede< ab: „ ...wollen
wir die Federn korrigiren, um unter dem Titel: Meppen Bocksbarts
Wahlfarth (nicht >Wahlfahrt<, wie b. Olderdißen angegeben),
unsre Geschichte weiter fortzusetzen.“ S. (8); Chlond schreibt
1957: „Von dieser ersten Auflage konnte trotz wiederholter
Umfragen nur der erste Band in einem Exemplar der
Nationalbibliothek Wien nachgewiesen werden; der zweite Teil
scheint nicht erhalten zu sein.“ (S. 268) Nach jetzt möglichen
Online-Recherchen könnten Augsburg und Halle (jeweils ohne oder
falsche Detailangaben) den zweiten Band von 1785 besitzen.
Olderdißen A 20 weist neben dem (wohl unvollständigen; s.o.)
Exemplar der Österreich. Nationalbibl. noch eines im Freien
Deutschen Hochstift, Ffm, nach. Der Reihentitel Neue
Original-Romane der Deutsche. Dritter Band fehlt
hier (wie meist) und sorgt für das Paginierungsgewirr. Es
erschienen noch spätere Ausgaben unter abweichenden Titeln.
Das Werk
selbst stammt wohl in der Tat kaum von Cramer, der
Qualitätsstandard ist - schlicht gesagt – zu hoch. Immer wieder
wird eine immanente Verständigung zwischen Autor und Leser
angestrebt: „Stoß dich nicht, lieber Leser, an das Wörtchen
Durchfall, denn es ist ein gar scharmantes Wörtchen. Die
Durchfälle sind von einander sehr verschieden, so wie Leser und
Leser unterschieden sind, es giebt dreyerley Durchfälle, so viel
wir wissen, und du magst sie selbst nach deinen Gefallen benennen;
so viel müssen wir dir doch sagen, daß Bocksbarts Durchfall im
allerengsten Verstande genommen werden muß.“ (S. 26) Chlond
geht in einem separaten Anhang auf das Werkchen ein und gibt einen
gedrängten Inhaltsüberblick: „Meppen Bocksbart, der Sohn des
Gastwirts von Merkau, kommt von der Universität, wo er Theologie
studiert hat, ins Elternhaus zurück. Da bei seiner Probepredigt
über das selbstgewählte Thema >Die Leidenschaften sind den
Kaninchen gleich< alle Dorfbewohner die Kirche verlassen und
ihn verlachen, wird er aus dem Hause gejagt und zieht als
>peregrinirender Kandidat< durch die Welt. Er übernachtet
bei verschiedenen Pfarrern, die, ähnlich wie im >Sebaldus
Nothanker<, satirisch porträtiert werden, und prügelt sich
mit den Bauern, denen er die Mädchen streitig macht. Schließlich
landet er als Hofmeister in der Familie eines Kaufmanns, aber auch
dort wird er wegen eines Verhältnisses mit der Ausgeberin
Karoline entlassen. Nachdem er ein Mädchen namens Mienchen von
Räubern gerettet hat, um dann selbst für kurze Zeit Mitglied
einer sich später auflösenden Räuberbande zu werden, nimmt ihn
Mienchens Vater bei sich auf. Bei ihrer Hochzeit mit einem
gewissen Bartklug verlobt er sich mit Lottchen, Bartklugs
Verwandter, verfasst >geniale< Verse auf die Gäste und
setzt alle durch seine grotesken Tanz>künste< in Erstaunen.
Doch sein Aufenthalt als Amtsschreiber auf dem Gut von Mienchens
Vater währt nicht lange, da ihn ein Hirt auf freiem Felde
verprügelt und halbtot liegen lässt.“ (S. 269) Hier endet der
erste Teil der von Chlond wiedergegebenen Ausgabe von 1802 ebenso
wie der hier vorliegende erste Band der Estausgabe. Der zweite
Teil ist dann eine an die Insel Felsenburg
angelehnte >Robinsonade der Phantasie<
in Form der erdachten >Bocksbartsburg< und bedient damit die
Sehnsucht des Lesers nach Exotik (u.a. Sumatra). Interessant sei
das Werk – so Chlond (S. 271-73) – wegen des burlesken Tones,
der an Sterne gemahnenden Ironie sowie vor allem durch seine
Zugehörigkeit zur sogenannten >Kandidatenliteratur< „und
wegen gewisser Beziehungen zu Christian Reuters Schelmuffsky“,
die dann genauer bestimmt werden. Vgl. Olderdißen A 20
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Meppen Bocksbarts nächtliches Floherlebnis und
Traum. Mit Steinzeichnungen von Erich Gruner. Verlag Meißner &
Buch Leipzig 1920. 4° 22 (tls. farb.) illustr. Bl. OPpbd.
200.00
„Vorbericht. Diese wahre und putzwunderliche
Geschichte des nachmahligen Domänenraths Meppen ehedem von einem
Herrn -S- anno 1785 zum ersten Male getreulich berichtet, wurde
neuerlich von Endesunterzeichneten in 150 Exemplaren mit der Hand
von Stein gedrücket (...und) aus vorkrieglichem Bettlaken
fabriciret. Als Druckfarbe dienete Flohbluth. Es sei nur noch
nebensächlich erwähnet, daß um dieses Buches willen und zum
Heile der menschlichen Allgemeinheit, ich sage nicht zuviel,
9540000000045217 jener profeßionellen Blutdiebe ihr Leben lassen
mußten... Dieses Büchlein ist in der Reihe des Drucks Nummer 8“
Chlond (S. 268) bemerkt: „... der zweite Teil scheint nicht
erhalten zu sein. Nur ein kleiner Auszug von ungefähr 20
Druckseiten, der außerdem eine kurze Zusammenfassung vom Inhalt
des ganzen Romans in Knittelversen enthält, ist in einem
Privatdruck von 1920 überliefert.“ Auch scheint - nach
kursorischer Durchsicht des zweiten Teiles einer Ausgabe von 1804
– tatsächlich das Floherlebnis in späteren Ausgaben nicht
enthalten zu sein. Kurioses Werk in ordentlicher Erhaltung.
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1786
CRAMER
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Adelheim. Eine Schweizergeschichte. Zwey Theile (in
1). Leipzig (o.V.), 1802. Gest. Frontisp. (Blaschke)/ T./ 168 S./
195 S. Gesprenkelter Hldrbd. d. Zt. m. 2 Rckns. Wen. ber. u.
best.; Exlibr. (>Franz Pollack Parnau<); Kpfr. verso m. St.
u. Monogrammst. a. T. (>J.B.<)
verkauft
Zuerst 1786 erschienen; vgl. Goedeke V, 509, 5;
Hayn-Gotendorf I, 683; vermutlich Wiener Nachdruck; Hehres &
Triviales 2.001; Olderdißen 04.02: „Wäre Erstlingswerk (>Lpzg.
1778<), konnte aber nur in dieser unsicheren Quelle (Kat. d.
Leihbibliothek Zehetmayr u. B. Kiermayr S. 36, 211) nachgewiesen
werden.“ Adelheid Chlond fasst den Inhalt so zusammen: "Laura,
ein Mädchen aus vornehmer schweizerischer Familie, heiratet nicht
den heimlich geliebten deutschen Jüngling Adelheim, sondern den
Wüstling Bernard. Adelheim entdeckt in diesem später den lange
vergeblich gesuchten Verführer seiner verstorbenen Schwester und
zugleich den Mörder seines Vaters. Er erschießt den ehemaligen
Freund, der zudem seine Laura unglücklich gemacht hat, trägt
aber zuvor in einer an Bürgers >Leonore< anklingenden
Romanze sein Schicksal vor. Nach der Mordtat flieht Adelheim nach
Deutschland. Er fällt aber bald bei seinem Fürsten in Ungnade
und irrt dann wahnsinnig durch die Lande. Nach seiner pietistisch
anmutenden religiösen Bekehrung stirbt er im Hause eines
Pfarrers. Laura, die nach Deutschland kommt, lebt hinfort nur dem
Kult seines Grabes, neben dem sie schließlich selbst die letzte
Ruhestätte findet." (Chlond, S. 57-58) Typisches
Werther-Siegwart-Rezeptionsprodukt. Sehr schönes Exemplar.
verkauft
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- Dass. Marm. Ppbd. d.Zt. m. rotem goldgepr. Rckns.;
min.berieb.; Aufkl. a. Innendeckel; Monogramm-Stempel a.T.
(>I.P.<); Rotschn.; Pap. gebräunt 180.00
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1789
LAFONTAINE
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Scenen.
Erster / Zweyter Theil (in einem Band). Leipzig: Göschen 1789. VI
/ 5 Bl./ S. 3-248// 2 Bl./ S. 3-360 Mit 2 Titelkupfern (Paul
Malvieux nach Barbiez. Bd. 1 ist d. Hallischen Historiker
Christian Daniel Voß, Bd. 2 d. Dichter Johann Jacob Mnioch
gewidmet). Ppbd. d.Zt.. Rcknsch. v. alter Hand beschriftet; Einbd.
ber., Rckn angebrochen; innen teilw. l. nachgedunkelt und / oder
braunfleckig; Vors. vorne etw. angeschmutzt u. m. kleinem Abriss
an unt. Ecke, Besitzeinträge und Anmerkung v. alter Hand
(1794/1858); flieg. Vors. hinten mit Ausschnitt (durch
hinterlegtes Papier fachmännisch repariert) sowie m. Anm.
(Gedicht? Zitat?), ebenfalls v. alter Hand
160.00
„Aber
Herrn La Fontaine lassen Sie noch einige Jahre älter werden,
bevor Sie ihm wieder was in Verlag nehmen.“ Karl Leonhard
Reinhold an Georg Joachim Göschen, Jena, 26. Febr. 1789. Zit. n.
Karl Leonhard Reinhold: Korrespondenz 1788-1790. Hrsgg. v.
Faustino Fabianelli u.a. Stuttgart-Bad Cannstatt 2007
(Reinhold-Korrespondenzausg. d. Österreich. Akademie d. Wiss.,
Bd. 2), S. 62.
Als
Erzieher und Hauslehrer bei der Familie des Amtmanns Brinkmann in
Bartensleben erzählte er "mit Vorliebe seinen Zöglingen von
den Taten berühmter Männer aus der Vorzeit und führte sie in
die Schriften Plutarchs ein. In diese Zeit fielen die ersten
schriftstellerischen Versuche Lafontaines (...) da er ein
begeisterter Anhänger der alten Geschichte war, begann er selbst
Ereignisse aus der griechischen und römischen Welt in einzelnen
wohlausgearbeiteten Szenen zu dramatisieren. Als >Szenen<
sind jene beiden >Gedichte<: "Die Befreiung Roms"
und der "Kleomenes", zusammengefaßt. - Für ersteres
benutzte er Livius und Dionys von Halikarnass, für letzteres
Plutarch und Polybius als Quellen." (Hilde Ishorst: A.H.J.
Lafontaine, Berlin 1935, S. 8)
Auch das
zukünftige ästhetische Programm formuliert der Autor in seinem
>Vorbericht<: "Ich muß gestehen, daß ich mich durch
die Ausarbeitung dieser Reihe von Scenen nur zu künftigen
Arbeiten in der tragischen Dichtkunst vorbereiten wollte, und daß
ich daher auf die Ausarbeitung und Vollendung einzelner Scenen,
auf Darstellung rührender Empfindungen, Gruppierung interessanter
Situazionen im Einzelnen, auf richtige Sprache der Leidenschaft,
Wahrheit, Haltung, und Mischung der Charaktere mehr sah, als auf
die Vollkommenheit und Vollendung des Ganzen." (S. II - III)
Insgesamt
noch altersgemäß gutes Exemplar. Nach dem Trauerspiel Antonie
oder das Klostergelübde (Halle: Bispink,
1789) Originalausgabe der zweiten selbständigen Veröffentlichung
Lafontaines (Sangmeister 2), wobei interessanterweise Sangmeister
in seiner neuesten Lafontaine-Bibliographie (siehe unten Nachwort
zum Flaming von
2008) die Reihenfolge umdreht und die Scenen
zu Lafontaines erster Veröffentlichung
macht!
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CRAMER
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Leben und Meinungen, auch seltsamliche Abentheuer
Erasmus Schleichers, eines reisenden Mechanikus. Erster (bis
Vierter) Theil. Neue, mit Anmerkungen vermehrte Auflage.
Frankfurth und Leipzig (d.i. Wien) 1794 (Bd. 3: 1795) 304 S.// 256
S.// XII / 292 S.// 302 S. m. 3 gest. T.-Vign. (Bd. 2-4;
d’Argent). Ppbde. d.Zt. m. hs. Rcknaufkl.; etw. ber. u. best.
(Rckn. v. Bd. 1 etw. stärker); vord. Vorsatzbl. zur Hälfte
beschnitten; Innendeckel m.Spuren v.entfernten Exlibr.; St.
(Bibl.von der Leyen) u. Nr. sowie hs. Querstriche a.T.; Pap. ger.
stockfl.; Lichtränder a. (hint.) Deckeln; ohne dieacht
Kupfertfln.; Vorwort unterzeichnet mit >Jonas Imbauche<
180.00
Vgl.
Olderdißen 06.03 (nur 1794); Kaldewey, H. & T. 1, 144
(ebenfalls ohne Kupfer und nur mit zwei T.-Vignetten). Das zuerst
zwischen 1789 und 1791 erschienene Werk ist das bekannteste und
wohl meist aufgelegte Werk Cramers, gewissermaßen dessen Heymeran
von Flaming; es führte den Leser in den
Untertiteln zahlreicher anderer Romane zum nicht genannten Autor
zurück, galt demnach als probater Werbeträger für sein übriges
Schaffen.
„Schleicher,
wie Cramer ein ehemaliger Kandidat der Theologie, schildert die
Gründe, aus denen er in der kirchlichen Laufbahn scheiterte.
(...) Die Examinatoren legen ihm die Bedeutung der symbolischen
Bücher dar und ... auf die Frage des Prüflings, ob sich dies
auch auf die Geschichte von Bileams Esel bezöge – die Cramer
mit Vorliebe für die Sagenhaftigkeit und Unglaubwürdigkeit der
Bibel anführt – wird Schleicher als Erzketzer und Freigeist aus
seinem Amte verstoßen. Auch Luley scheitert an dem Eid auf die
symbolischen Bücher. Wie weit sich Schleichers Erlebnisse mit den
eigenen Erfahrungen Cramers decken, wird sich kaum nachweisen
lassen; wegen der Nennung des Leipziger Lehrers, mit dem
selbstverständlich wieder Platner gemeint ist, können wir aber
annehmen, dass Cramer seine persönlichen Schicksale mit den
erdichteten des wandernden Mechanikers zumindest verquickt hat.“
(Chlond, S. 147)
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- Dasselbe. Erster / Zweiter / Vierter Band. Dritte,
durchgängig verbesserte, und mit Erläuterungen und Anmerkung
vermehrte Auflage. Leipzig 1798. XXVI S./ 1 Bl./ 291 // 248 // 270
S. m. 3 gest. T.-Vign. (Bd. 2 u. 4 ident. m. oben). Marm. Hldrbde.
d.Zt. m. je 2 goldgepr. Rckns.; ber. u. Kanten best.; T. m.
vertikalen Besitzeinträgen v. alter Hand; Vors. v. Bd. 1 m.
Eckausschnitt; Pap. tls. fl. u. m. ger. Rand-
u. Eck-Läsuren
120.00
Insgesamt
noch durchaus ansehnliche Reihe (ohne Bd. 3) – Olderdißen 06.05
(Ex. m. Reihentitel)
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-
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- Dasselbe. 4 Bde. Bd. 3: X S. / S. (11)-182 (recte
281 / sonst vgl. oben). Dekorative marm. Hldrbde. m. 2 Rckns. u.
reicher Rcknverg.; Kanten u. Decken etw. ber. u. best. (in 1 Steg
kl. Wurmspur); bei 2 Bdn. altes Lesebändchen erhalten;
Schmuckpapiervorsätze; 4 graphisch gestaltete Exlibr. a. vord.
Innendeckel; Rckns. m. dekorativem, kalligraphisch gestalteten hs.
Aufkl. (Abentheuer des Erasmus Schleicher
I.-IV. Band.); auf 2 Vorsätzen hs.
Hinweise auf Stellen aus Paul Ysop,
Alcibiades, Wachtel-Peter; insg. gutes
Exemplar verkauft
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- Leben
und Meinungen auch seltsamliche Abenteuer Erasmus Schleichers,
eines reisenden Mechanikus. Erster, zweyter u. dritter Theil (in 3
Bdn.) in >Neuer durchgesehener Auflage< Leipzig (o. Dr. u.
Vlg.) 1802. Vierter Theil in >Neue, durchgesehene Auflage<
Leipzig, (o. Dr. u.Vlg.) 1800. 4 gest. Frontisp. (F. Weber) / 310
S.// 248 S.// 272 S.// 320 S. Bd. 1-3 Hldr. d.Zt. m.
goldgepr.Rcknt.; ber. u. best.; Aufkl. a. Rckn.; Exlibris a.
Innendeckel (>Dr. A. Kronfeld, Vindobonensis.<); hs.
Besitzeintr. a. Vorsatz; Stemp. a.T./ Bd. 4 Ldr. d.Zt. m.
goldgepr. Rckn., ohne Rckns.; marm.Vors.u.Lesebändchen;
Pap.ger.braunfl.300.00
Goed. V,
509, 10/6; Hayn-Got. I, 690; Sichelschmidt 78 ff. (bes. S.80 f.);
Olderdißen 06.07 (Bd.1-3) u. 06.06 (Bd.4)
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- (Johann Friedrich Ernst Albrecht ?): Julie Gräfin
zu Palmira. Ein Schauspiel in einem Aufzug nach dem Sujet des
Erasmus Schleicher frey bearbeitet. O.O. u. Vlg. 1792. In:
Deutsche Schaubühne. Vierten Jahrgangs Eilfter Band. Nach der
Ordnung 47ster Band. Augsburg 1792. 3 Bl./ 426 S., hier S.
309-370. Schlechte Interimsbroschur d. Zt. m. hs. Rcknaufkl. (tls.
abgelöst); Einband, Gel. u. Kap. stark ber. u. angerändert; tls.
knittrig u. ohrig
75.00
Nicht b. Holzmann-Boh.; mutmaßl. Verf. nach
Olderdißen 06.17; bei Heinsius, Schauspiele (1812), Sp. 301 ist
eine Ausgabe von 1808 bei Sommer in Leipzig aufgeführt. Weiterhin
enthält der Band Bernhard Steins Die
Waffenbrüder, Friederike Sophie Seylers
Oberon (nach
Wieland), Anton Hunnius´ Der Taubstumme
sowie (Paul Weidmanns) Der Mädchentausch.
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1790
CRAMER
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Der deutsche Alcibiades. Erster, zweiter u. dritter
Theil (in 1 Bd.). Weißenfels und Leipzig, bei Reformator Sincerus
(d.i. Severin) 1791. Gest. Porträt-Frontisp. (“Risa“) / T./
240 S.// gest. Porträt-Frontisp. („Albert“) / T./ 275 S.//
gest. Porträt-Frontisp. („Julie“) / T./ 292 S.
Porträt-Kpfr.in Medaillonform und Punktiermanier. Blauer Ppbd.
d.Zt. m. rotem Rckns.; Rckn.u. Deckel berieben, Kanten best.;
Pap.altersbed.gebräunt u.etw.stockfl.
200.00
Olderdißen 07.01; zuerst 1790 erschienen. Im
Gegensatz zum Meissnerschen Alcibiades (s.u.) liegt hier ein
Zeit-Roman Cramers vor: „Der >Deutsche Alcibiades< ist
zwar aus Rivalität und versteckter Reklameabsicht zu Meißners
berühmten >Alcibiades< geschrieben, aber unter diesem
Gesichtspunkt allein ist Cramers Roman nicht zu fassen. Denn ganz
bewusst hat Cramer seinen Helden aus der Antike in die Gegenwart
versetzt; an die Stelle der griechischen Stadtautarkie ist der
deutsche Fürstensouverän getreten.“ (Beaujean, Trivialroman,
S. 72 f) Sinzerus der Reformator
– das von Cramer gewählte Pseudonym – war ein 1787
erschienener Roman, der abwechselnd Milbiller (Baader), Bispinck
(Griep), Winkopp (Grassl) u. Pezzl (Goed.; Holzmann/Boh.)
zugeschrieben wird.
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- Dass. Zweite (ab Bd. 2: >verbesserte und
vermehrte<) Auflage. 3 Tle. Weißenfels und Leipzig, bei
Friedrich Severin 1792. 376 / 440 / 415 S. m. jeweils 1 gest.
Frontisp. (Stoelzel, Bd. 1 n. Schenau, Portraits in Punktmanier
bzw. Röteldr.) Schöne Hldrbde. d. Zt. m. 2 Rckns. u. dez.
Rcknverg.; Rotschn.; Bd. 1 ob. Ecke m. kl. Wurmspur u. Vors. ger.
beschn. - Olderd. 07.04 -
280.00
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- Dass. Von Carl Gottlob Cramer.
Dritter Theil (von 3). Neueste,
rechtmäßige Auflage. Hamburg: Gottfried Vollmer 1813. 360 S.
Marm.Ppbd.d.Zt.m.Rckns.; Kanten berieb.u. Ecken best.;
hs.Besitzeintr.a.Vorsatz; Siegelreste a.Innendeckel; Pap.gebräunt
u.tls.fleckig
45.00
Olderdißen 07.12 (hier ebenfalls ohne die von
Olderdißen vermuteten Porträts)
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- Hermann von Nordenschild, genannt von Unstern. Als
Anhang und Nachtrag zum deutschen Alcibiades. 2 Bde. Weißenfels
und Leipzig, bey Reformator Sincerus 1792. Gest. Frontisp. (Portr.
in Röteldr. v. Stoelzel) / VI S./ S.(7)-280 m. 1 gef. Notenbl.//
gest. Frontisp. (dito) /
272 S. m. 1 gef. Notenbl. Stärker
best. u. ber. blaue Ppbde. d.Zt.; Pap. tls. gebräunt -
Olderdißen 07.16 - verkauft
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- Hermann von Nordenschild, genannt von Unstern. Als
Anhang und Nachtrag zum deutschen Alcibiades. Erster / Zweiter und
letzter Theil (in 1 Bd.) Dritte, mit Bewilligung des Verfassers,
vom rechtmäßigen Verleger, wegen zwey zugleich erschienenen
elenden Nachdrücken, veranstaltete wohlfeile Auflage. Frankfurth
am Main 1792. In Commission der Varrentrapp und Wennerschen
Buchhandlung. Gest. Frontisp. (>Hermann< in Punktmanier v.
Stoelzel) / T./ 211 S. m. gest. u. gefalt. Notenbl.// gest.
Frontisp. (>Sophie<, dito) / T./ 234 S. m. gest. u. gefalt.
Notenbl./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) Dekorativer zeitgenöss. marm.
Hldrbd. m. rotem Rckns. u. Rcknverg.; (gest. ?) Exlibr. (>H.
Moody<) a. Innendeckel 220.00
Zuerst 1791/92 bei Severin in Weissenfels erschienen,
dessen Verlagsanzeigen sich auch im Anhang d. vorliegenden Teile
befinden (demnach wäre Varrentrapp & Wenner tatsächlich nur
Kommissions-Buchhandlung); eine Art Fortschreibung des
erfolgreichen Alcibiades mit
geteilter Reaktion der Kritik: „Es ist eine eigne Art von Sturm
und Drang, die in dieser Schrift, wie in
andern des nämlichen Vf., sich am Horizont unsrer Literatur zu
zeigen angefangen hat. ...mit blendenden Farben und kräftigen
Zügen wird ... der Mangel an Plan, an Einheit, an Gradationen, an
Natur und an Stil nicht ersetzt; und entweder giebt es keinen
Geschmack, oder der Vf. des deutschen
Alcibiades verdient unter unsern
Geschmackverderbern einen desto bestimmteren Platz, je mehr wahre
Talente er vielleicht hat.“ (ALZ, Julius 1793, Sp. 240);
Olderdißen 07.17
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- Hermann von Nordenschild genannt von Unstern. Als
Anhang und Nachtrag zum deutschen Alcibiades. Erster / Zweyter
Theil. Wien: Haas 1792. 2 T.-Vign. (in Rötel) / 5 Bl./ 229 / 252
S. 1 (ausfaltb.) gest. Notenbeilage (von 2). Hldrbde. m. 2 Rckns.
u. Rcknverg. Kanten l. best.; Rckn. v. Bd. 2 m. kl. Fehlst. u.
Wurmspuren; Exlibr. u. Leihbibl.-Aufkl. T.
m. 2 St.
200.00
Einer der o.g. >elenden Nachdrücke< des
selteneren Seitenstückes; Goed. V, 509, 9; Olderdißen 07.18
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- (MEISSNER, August Gottlieb): Alcibiades. Erster
(bis) Vierter Theil (in vier Bdn.) Carlsruhe: Schmieder 1782-1788.
T. m. gest. Vign./ 6 Bl.
(incl. Kaiserl. Druckprivileg) / 336 S.
m. 2 Kpfrn. (v. Cöntgen) // T. m. gest. Vign./
4 Bl. (dito) / 308 S m. 2 Kpfrn. // T. m. gest. Vign./
4 Bl./ 368 S. m. 2 Kpfrn. // T. m. gest. Vign./
S. (V)-XXII / 430 S. m. 2 Kpfrn. Dekorative,
gesprenkelte Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns., dez. Rcknverg.,
Lederecken, Lesebändchen, Rotschnitt. Unauffällige Aufkl. am
unt. Kap.; etw. ber.; innen wen. fleckig diese
Ausgabe verkauft
Hayn-Got. IV, 453; Nachdruckausgabe des überaus
erfolgreichen Werkes, auch über die Neigung des Helden zur
gleichgeschlechtlichen Liebe. Cramers Deutscher
Alcibiades (s.o.) grenzt sich in der
Vorrede natürlich ab und sei „also nichts weniger als eine
Nachahmung weder des griechischen noch des Meißnerschen
Alcibiades.“ (Ausg. 1791, S. 8) In Bd. 4 die programmatische
Widmung Meissners an Gleim. „Meißners >Alcibiades<
verrät noch eine starke Abhängigkeit von den alten
Fürstenspiegeln. Alcibiades ist ein später Nachfahre des
Télemach und durchreist wie er als junger Prinz von vorzüglichen
Anlagen mit einem Erzieher die Welt, um in Zeiten politischer
Wirren und geistigen Umsturzes sich zu den Tugenden eines
Weltmannes zu bilden.“ (Beaujean, Trivialroman, 105)
Dieselbe Ausgabe auch als zeitgenössische
Halblederausgabe mit mehrfarbigem Schnitt (100.00) und in moderne
marmorierte Pappe gebunden (80.00) lieferbar. Bitte fragen Sie an.
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1791
LAFONTAINE
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Die Gewalt der Liebe(,) in Erzählungen von August
Lafontaine. Mit Churfürstl. Sächsischem Privilegio. 4 Tle. (in
3 Bdn.) Berlin, in Karl Matzdorffs Buchhandlung 1791-1794. T. m.
gest. Vign. (Sintzenich) / 2 Bl./ 256 S.// T. m. gest. Vign.
(dito) / 1 Bl./ 262 S.// T. m. gest. Vign. (dito) / 168 S.// T. m.
gest. Vign. (dito) / 155 S. Dek. Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns. u.
Rcknverg. (Kanten etw. best., wen.
ber.); N. a. Vors. (>Julius Schulz 1864<); Rotschnitt
300.00
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- Dass. Zweiter / Dritter Theil (in 1 Bd). Berlin:
Matzdorff 1792 / 1793. T. m. gest. Vign. (Sintzenich) / 262 / 1
Bl. (>Vorerinnerung<) // T. m. gest. Vign. (dito) / 168 S.
Etw. späterer Hldrbd. m. ornamentierten Deckeln u. Rcknaufkl.;
Seite- u. Fuß unbeschnitten; ber.; T. gest. (>Freiherrl. von
Romberg´sche Bibliothek<) 120.00
Teil der 1791 bis 1794 erschienenen Erstausgabe mit
abgeschlossenen Erzählungen (deren Titel bei Sangmeister 3)
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- Dass. 4 Bde.(in 2) Berlin, in K. Matzdorffs
Buchhandlung, 1797. Je 1
T.-Vign. (in Punktierstich, anonym) T./
IV / 244 S.// T./ 262 S.// T./ 264 S.// T./ 288 S. Ppbde. d.Zt.
m.rotem Rckns.; etw.ber., innen gebräunt, kaum Gebr.spuren;
Rotschn.
200.00
Wohlerhaltene Bände der ersten um zwei Erzählungen
erweiterten Ausgabe - Sangmeister 3.1
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- Dass. Vierter Theil. Zweite mit neuen Erzählungen
vermehrte Auflage. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1801. Gest. Frontisp./
gest. T. m. Vign./ 276 S. Marm. Hldrbd. d.Zt.; T. etw. fleckig
verkauft
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1792
LAFONTAINE
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Der Naturmensch. Von Miltenberg. Halle, bei Michaelis
und Bispink 1792. Gest. Frontisp. (Liebe n. Schnorr v. K.) / T./ 2
Bl./ S. (9)-368. Marm. Ppbd. d.Zt. m. (späterem) Rckns. Kanten
beschabt; o. flieg. Vors. hinten; Überzugspap. am hint. Deckel
wen. gelöst – ordentl. Exemplar
220.00
Sangmeister 4; erste Ausgabe (ohne Reihentitel);
Druckvermerk: >Gedrukt bei Fr. Wilh. Michaelis< (S. 368)
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- Der Naturmensch, oder Natur und Liebe. Von Aug.
Lafontaine. Wien, bey Franz Haas 1799. Gest. Frontisp. (Blaschke
n. Maillard) / gest. T. m. Vign./ 247 S. Gesprenkelter Ppbd. m.
goldgepr. Rckns.; l. ber.; Rckn. etw. nachgedunkelt; gutes
Exemplar - nicht bei Sangmeister -
140.00
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- Der Naturmensch oder Natur und Liebe von August
Lafontaine. Berlin (d.i.Wien: Haas) 1800. T.-Kpfr. (anonym) /
gest. T. m. Vign. (v. B(laschke) ?) / 308 S. Bräunliche
Schmuckbroschur d.Zt. m. 2 Rcknaufkl. (>Lafontaine, Wercke,
III. Band<); Exlibr. a. Vors. (>K. Hlavka<) T. m. hs.
Namenszug; neben leichten Überzugsschäden a. Rckn. unten etw.
einger.; unbeschn. 120.00
Sangmeister 64.4; die erste Ausgabe erschien
(teilweise mit dem Reihentitel Gemälde des
menschlichen Herzens 1)
unter dem Pseudonym >Miltenberg< als
viertes Werk Lafontaines 1792 in Halle. Der lebenssatte Lord
Hillnet lässt seinen Sohn William abseits jeglichen
gesellschaftlichen Umganges auf einem abgetrennten Stück Natur
aufwachsen, bevor der Jugendliche dann völlig naiv erste tastende
Kontakte zu seiner Umwelt aufbaut und (natürlich) in
Gefühls-Konfusionen gerät. „Er begegnet einem schönen, aber
hochfahrenden Mädchen aus gutem Hause, später einem armen
Mädchen, das wegen seiner Unschuld sein Herz gewinnt. Gleichwohl
hält William beide für unfähig, echte Liebe zu empfinden. Erst
die Begegnung mit einem indischen Naturkind verschafft ihm das
beglückende Erlebnis wahrer Liebe.“ (Sichelschmidt, S. 113;
dazu auch Sangmeister, Vergänglichkeit, S. 440 f)
Hayn/Got. IV, 530 schreibt zu einer (übrigens bei
Sangmeister nicht aufgeführten) zweibändigen Ausgabe von 1798:
„Der Naturmensch insbesondere, der im ersten Theil sehr an Chr.
Althing´s frivole Schöpfungen erinnert und nicht die geringste
Verwandtschaft mit den späteren sentimentalen Fmilienromanen des
Verfassers hat, ist gesucht.“
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Die Verirrungen des Menschlichen Herzens: oder So
macht es die Liebe. Von A. Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in
2). Görliz (d.i. Stuttgart: Macklot) 1799. 183
S./ 208 S. T. jew. m. gest. Vign. (anonym).
Marm. Hldrbde. d.Zt. m. roten Rckns. (Randabriebe), obere Kapitale
v. Bd. 2 best. u. leicht eingerissen; Vors. v. Bd. 2 am Innengel.
wasserrandig; gutes Exemplar
verkauft
Sangmeister 99.2 (Bd. 2 stammt nicht von
Lafontaine!); zuerst 1792 unter dem Pseudonym >Selchow< als
einziges unvollendetes Werk erschienen (vgl. Sangmeister 5); recht
seltene Ausgabe mit zwei reizenden szenischen Vignetten.
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- Dass. Erster Theil (v. 2). Marm. Ppbd. d.Zt. m. 2
Rckns. Ecken best.; Rckn. stärker ber.; N. a. Vors.; ordentliches
Exemplar - Alles von Lafontaine verfasste (vgl. Sangmeister 99.2)
verkauft
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CRAMER
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Leben und
Meinungen auch seltsamliche Abentheuer Paul Ysops, eines
reducirten Hoffnarren. Vom Verfas er (so in Bd. 1!) des Erasmus
Schleichers. Erster / Zweiter Theil. Leipzig: Johann Benjamin
Georg Fleischer 1792 / 1793. T. m. gest. Vign. (Schule n.
Schubert) / 2 Bl. (Widmung) / X S. (>Prolog<) / 392 S. m. 1
mehrf. gef. Musikbeilage// T. m. gest. Vign. (dito) / S. (III)-XVI
/ 343 S. Ppbde. d.Zt. m. gesprenkelten Deckeln u.(tls. abgelösten)
Rckns.; Rckn. aus abweich. Mat. d.Zt.; ber., best. u. etw.
schiefgelesen; Pap. gebräunt; Rotschnitt - Erste Ausg.;
Olderdißen 10 -
verkauft
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- Leben und Meinungen auch seltsamliche Abentheuer
Paul Ysops, eines reducierten Hofnarren. Vom Verfasser des Erasmus
Schleichers. Erster / Zweyter Theil. Neue vermehrte und
verbesserte Ausgabe. Frankfurt und Leipzig 1795. T. m. gest.
Vign./ XIV / 302 S.// T. m. gest. Vign./ VIII / 278 S. Hpgmtbde.
d.Zt. m. hs. Rcknt.; stärker fleckig u. etw. verzogen;
Leihbibl.-Exemplar (hs. Eintr. der "Lesegesellschaft zu
Pforzheim“ a.T.); Pap. tls. fleckig u. gebräunt, stärkere
Gebrauchsspuren - Goedeke V, 509, 10/10. Olderdißen 10.04: 2.Bd.
Pag.abw. 280 S.
180.00
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- Leben und Meinungen auch seltsamliche Abentheuer
Paul Ysops, eines reduzirten Hofnarren. Vom Verfasser des Erasmus
Schleicher. Erster / Zweiter Theil. Neue durchgesehene Auflage.
Leipzig 1800. Gest. Frontisp. (Weber) / T./ VIII S. (Prolog) / S.
(9)-367 S.// gest. Frontisp. (Weber) / T./ VI S. („Ergebenstes
Promemoria an das Publikum“) / S. (7)-328 S. Neuere Ppbde.
d.Zt. m. alten Vorsätzen u. Rckns.; T. v. Bd. 2 fleckig;
Besitzeintr. a.T. u. Vors. 200.00
Zuerst
1792/93 erschienen; Vorwort mit >Jonas Imbauche<
unterzeichnet. Ein >vertriebener Illuminate< (S.11f.) wird
in seinen >tiefen Betrachtungen< satirisch konterkariert:
„... eine ganz andere Menschenart – eine Mixtur von
Illuminaten und unverwistlichen Genie, von Feinheit und ehrlichen
Deutschen, von Individualität und tiefdenkendem Ernst, von
Schwärmerey und festem Biedersinn – kurz, eine Piece, wie sie
nur die vereinigten Kräfte von vier Fakultäten hervorbringen
können. – Ein Abstraktum von allen Konkretis!“ (27) Ysop wird
in der Welt herumgetrieben, bewaffnet sich mit >Robinson<
und >Insel Felsenburg< (118), kommt jedoch nur nach
Buxtehude und Hamburg, sodann auf die imaginäre Akademie
>Minerva<, um schließlich (ab S. 291) zum Hofnarren des
>Obersberger Hofes< zu avancieren. – Olderdißen 10.09
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- Ysopiana. Als Anhang und Nachtrag zu dem Leben Paul
Ysops eines reducirten Hofnarren von Carl Gottlob Cramer. Leipzig,
(o. Vlg.) 1799. T. m. gest. Vign./
190 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. zwei
goldgepr.Rckns. („Cramers Werke.“/ „Ysopiana.“); ger. ber.
u. best.; a. d. Buntpapiervors. Aufkl. (>Ludwig Auer
Antiquariats-Buchhandlung Wien<); innen frisches Exemplar
160.00
Olderdißen 10.14; enthält Fragmente, Dialoge,
Totengespräche, Fabeln, Aphorismen u. Ä. (z.B. Der
Todtengräber mit der Jakobinermütze mit
dem Fazit: „Sie wollen frei leben, und – sterben an der
Freiheit!“)
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- Dass. Marm. Ppbd. m. rotem
Rckns. Vors. m. Ausschnitt – gutes
Exempl. 150.00
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- Dass. Leipzig (d.i. Wien ?) (o. Vlg.) 1800. Gest.
Frontisp. (Schindelmayer) / T./ 192 S. Einf. neuer Ppbd. m.
Flachrücken. Titelei (incl. Kpfr.) m. stärkerem Feuchtrand; nur
seitlich (knapp: dadurch Deckelüberstand) beschnitten; z. Tl.
Randschäden – Olderdißen 10.15
100.00
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Adolph der Kühne Raugraf von Dassel. Dramatisiert
vom Verfasser des deutschen Alcibiades. Erster (bis dritter) Theil
(in 1 Bd.) Weissenfels und Prag, bei Friedrich Severin und in der
Meißnerschen Buchhandlung 1792 (Nachdruck mit e.Nachwort v.
H.-F.Foltin, Hildesheim/ New York 1979). IV Bll./ 304 S./ 2 Bll./
328 S./ 2 Bll./ 272 S./ S.273*-295* mit Abb. u. 1 gef.
Musikbeilage (in Bd.1). OLnbd. m. (berieb.) Rckns.; kl.
Besitzst.a.Innendeckel; ber.
50.00 (weitere Org.-Augabe inzw. vorh.)
Olderdißen 08; Faksimile der EA. "Karl Moorsche
Kolossalpathetik, Rinaldinische Räuber- und Waldromantik,
Götzsche Kraftathletik und Bürgersche Gruselballadik (...)
wirbeln in hypertrophischen Ausmaßen umher." (Rudolf Bauer,
Der historische Trivialroman, S. 45)
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- Ludwig Dellarosa (d.i. Joseph Alois Gleich): Adolf
der Kühne, Raugraf von Dassel. Eine Rittergeschichte voll
Schreckensscenen aus den Zeiten des Faustrechtes. Neu bearbeitet.
Erster/ Zweiter Theil (in 2). Wien: Singer und Goering 1841.
T.-Kpfr. (von Leop. Burckart nach L. Steiner) / 155 S./ 2 Bll.
Verlagsanzeigen von "Geister= und Ritter=Romanen", die
noch "zu haben" seien // T.-Kpfr. (dito)
/ 160 S./ 4 Bll. Verlagsanzeigen. Mit
bräunlichem Papier bezogene Leinenbändchen; Bezüge lose, an den
Kanten defekt; fleckig u.knittrig; unbeschnitten; vermutl. stark
gelesene Bände einer Leihbibliothek - Nicht bei Olderdißen und
nicht bei Goedeke
220.00
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Hensler, Karl Friedrich: Das Faustrecht in Thüringen.
Erster / Zweyter / Dritter und letzter Theil (in 3 Bdn.) Ein
Schauspiel mit Gesang in vier Aufzügen, nach Hasper
a Spada für die Schaubühne bearbeitet.
Mit Musik von Ferdinand Kauer, Musikdirektor. Wien, gedruckt mit
Schmidtischen Schriften 1797. 94 / 96 / 100 S. Unbeschnittene
Interimsbroschur d.Zt.; Bd. 1 st. fleckig u. m. Rand- sowie l.
Rckn.- u. Überzugsschäden; Heft 2 u. 3 frisch u etw. knittrig
verkauft
Viele Autoren versuchten, sich an den Erfolg der
Cramerschen Rittersatire, die 1792-93 unter dem Titel Hasper
a Spada. Eine Sage aus dem dreizehnten Jahrhunderte. Vom Verfasser
des Erasmus Schleickers (!) in 2 Bänden
bei Fleischer in Leipzig erschien, anzuschließen. Beispielsweise
verfasste Carl Ludwig Schöpfer einen Ritter
Rinfried a Spada, Vater des Hasper a Spada,
Nordhausen: Fürst 1829. Vgl.Goedeke
VI, 411, 31/24; Olderdißen 11.07.
Zu dem hier vorliegenden Seitenstück vgl. Olderdißen
11.10 (abweichend); Hensler, 1761 in Schaffhausen geb., 1825 in
Wien gest., kam 1784 nach Wien und dort mit Marinelli in Kontakt
(auch hier noch jeweils unter dem Personenverzeichnis: „Aufgeführt
auf der k. k. privil. Marinellischen Schaubühne in Wien“) und
war nach 1803 Direktor des Theaters in der Leopoldstadt sowie ab
1818 Pächter der Theater in Baden und Pressburg. Sein Werk
besteht vornehmlich aus Theateradaptionen zeitgenössischer
Erfolgsautoren wie etwa Spieß oder eben Cramer.
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(Dietrich, Ewald Christian Victorin): Hasper a Spada auf Burg
Ilmen oder: Rache und Versöhnung. Eine Erzählung aus dem
dreizehnten Jahrhundert vom Verfasser der Jutta von der Duba.
Zweiter Theil (von 2). Meißen, bei C.F. Klinkicht und Sohn 1837.
T./ 249 S. Einf. Hldrbd. d.Zt.; berieb. u. best.; Schnitt ger.
wellig; Pap. tls. finger- u. schmutzfleckig
verkauft
Nicht bei Goedeke. Kein Exemplar im KVK, jedoch weist
Olderdißen unter 11.07 ebenfalls den hier vorliegenden 2. Teil in
der LB Dresden nach. Dietrich schrieb zwei Jahre zuvor ein
>Seitenstück< zu Cramers Hasper a
Spada: Die
Tafelrunde der Burg Döben an der Mulde; oder: die Ritter des
Oster- und Pleißnerlandes. Eine Rittergeschichte aus den Zeiten
Otto des Reichen. Ein Seitenstück zu ...
Meißen: Goedsche 1835, 211 S. - Vgl. Goed. X, 246, 105/35
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- Miller, Johann Martin: Siegwart, eine
Klostergeschichte. In drei Bänden. Mit einem Kupfer (je Band).
Stuttgart, Druck und Verlag von Fr. Henne 1844
(Lieblingsbibliothek aus der Zeit des Siegwart, Hasper
a Spada, Rinaldo u. Sammlung der
beliebtesten Räuber-, Ritter-, Geister-, Kloster-, Liebes- und
anderer Romane, Sagen und Geschichten jener Periode. Für alte und
junge Freunde derselben neu herausgegeben durch Otto von
Friedheim. Erster bis dritter Band). 3 gest. Frontisp./ 255 /239 /
236 S. In einen neueren sandfarbenen Pappband m. Rckns. gebunden.
80.00
Es mag für die Nachhaltigkeit und exemplarische
Bedeutung des Cramerschen Hasper a Spada
stehen, dass noch weit im neunzehnten Jahrhundert eine gesamte
(inzwischen seltene) Reihe unter Anführung dieses Titels
erscheint.
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Taschenbuch der saechsischen Geschichte 1792 von Carl
Gottlob Cramer. Dresden und Leipzig in der Richterschen
Buchhandlung. Gest. Frontisp. (Dornheim) / gest. T. (dito) / 366
S. m. 6 Kupfern (v. J.C. Dornheim)/ 5 Bl. (Inhalt sowie Vlgs.-Anz.
u. >Nachricht< v. Buchhändler >D. Carl Christian
Richter<). 12° Schmuckppbd. d.Zt. m. (verblaßter) Goldbordüre
u. Goldschnitt.; etw. ber.; Pap. tls gebräunt; ordentliches
Exemplar
240.00
Textkupfer nicht gez. (Zuweisung nach Olderdißen
57.01); Hauptinhalt: Johann Friedrichs des
Großmüthigen, des letzten Churfürstens zu Sachsen,
Ernestinischer Linie, Niederlage und Gefangenschaft bei Mühlberg.
Dramatisirt von Carl Gottlob Cramer und
Von der jetzigen Eintheilung der
ChurSächsischen Lande in Creyse und Aemter. Unter
diesem Titel nicht bei Köhring, Lanck./Rümann, Marwinski etc.
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1793
LAFONTAINE
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Rudolph von Werdenberg. Eine Rittergeschichte aus den
Revolutionszeiten Helvetiens. Berlin: Voss 1793. Gest. T.-Kpfr.
(Buchhorn n. Kimpfel) / T. m. gest. Vign. (Wahrheit
und Freiheit haben Einen Tempel) / 1 Bl./
IV / 509 S. Schöner marm. Hldrbd. d.Zt. m. rotem Rckns. u.
Rcknvergold. mit nur geringen Gebrauchsspuren; Rotschnitt
280.00
Erstausgabe dieses frühen Romans Lafontaines, bei
Sangmeister (Nr.8) nur ein Ex. ohne T.-Kpfr.; während Lafontaine
als Feldprediger gegen die Franzosen im Feld stand, verarbeitet er
auch staatspolitische Modellvorstellungen in seinen Romanen, hier
eher zu einem monarchistischen Verfassungsstaat denn zur Republik
tendierend; Ludwig Ferdinand Huber schreibt zum Teilabdruck
d.vorliegenden Romans im 1. Bd. der Friedenspräliminarien:
„Unsere Leser werden übrigens daraus auch sehen, daß Rudolph
von Werdenberg nicht mit den gewöhnlichen Rittergeschichten, die
jetzt jede Messe in so großer Menge bringt, verwechselt werden
muß.“ (s.u. S.190); - Kaldewey, H.&T. 3.161 (vorliegendes
Exemplar ?); Böning/Siegert, Volksaufklärung, 2.2, 3805, wo
Lafontaine in Anlehnung an Ausführungen der ALZ und OALZ zu
obigem Werk als Volksaufklärer entdeckt wird.
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- Rudolph von Werdenberg. Eine Rittergeschichte aus
den Revolutionszeiten Helvetiens. Neue verbesserte Auflage. Berlin
(d.i. Stuttgart: Uebel) 1801. T.m.gest.Vign./ 430 S./ 1 Bl.
„Verlags-Katalog von Friedrich Uebel in Stuttgart.“ Späterer
goldgepr.Lnbd.m.Rcknt.; Rckn.ausgeblichen; Pap. gebräunt -
Sangmeister 65.2. Dort als Verlag „Macklot“?
140.00
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- Rudolph von Werdenberg, ein romantisches Schauspiel
in 4 Aufzügen nach der Geschichte gleichen Nahmens. Berlin 1796.
Auszug in: Horst Kunze (Hrsg.): Gelesen und geliebt (1963, siehe
unten: Sekundärliteratur), S. 243-245
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- Fagment aus einem noch ungedruckten historischen
Roman: Rudolph von Werdenberg, eine Rittergeschichte aus den
Revolutionszeiten Helvetiens. In: Friedens-Präliminarien.
Herausgegeben von dem Verfasser des heimlichen Gerichts (d.i.
Ludwig Ferdinand Huber). Erster Band. Berlin: Voß 1794. 2 Bl./
408 S., hier S. 189-201. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns. Pap. gebr. u.
anfangs m. Feuchtrand. N. u. Nrn. a. T. (durchschlagend); das a.
d. T. gen. Portr. sowie Vors. fehlen; umfangreiche, etwas spätere
hs. Notizen a.d. Innendeckeln – insges. ordentlich
verkauft
Die
ersten vier Stücke dieser wichtigen >Revolutions-Zeitschrift<
in einem Band. Der Haupttitel ist hier wohl auf 1794 vordatiert:
Nach Hamberger/Meusel III, 438 und Kirchner 1727 erschien die ZS
erstmals 1793, was angesichts des Verweises auf den >noch
ungedruckten< Roman auch plausibel scheint. Ebenfalls
von Lafontaine enthalten: Briefe vom Rhein
(S. 282-296; erster u. zweiter Brief, datiert „Oppenheim, im
Anfange des Mai´s, 1793“). Huber habe die Briefe abgedruckt,
„da sie Gegenden von Deutschland betreffen, welche in ein
näheres Verhältniß mit der Französischen Revolution gekommen
sind…“ (S. 282). In dem vorliegenden Band sind weitere
wichtige Beiträge abgedruckt, beispielsweise die
Augenzeugenberichte Briefe aus Paris von
Karl Engelbert Oelsner (S. 201-214 u. 234-250) sowie erste
Parisische Umrisse von
Georg Forster (S. 317-365).
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- Briefe vom Rhein. Vierter Brief. In:
Friedens-Präliminarien (s. oben), Dritter Band. Ebd. 1794. Elftes
und Zwölftes Stück (in 1). Bedruckte Obroschur. Umschlag a. d.
Kap. läd. u. angerändert; unbeschn.; tls.m. Feucht-Rändern. IV
S./ S.(217)-420 / 2 Bl.(Vlgs.-Anz.), hier S. 401-407
50.00
Datiert „Im August 1793“; vgl. Sangmeister 172
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(Bertrand, Gottlieb): Die
Unerforschlichen. Eine Schweizergeschichte. Seitenstück zu
Rudolph von Werdenberg. Teil 1 (von 2). Lüneburg: Herold 1800.
(2) / 317 / (1) S. mit 1 gest. Frontispiz v. Andreas Stöttrup.
Ppbd. d.Zt. m. Rckns. u. Rückenverg.; Einband m. Schabspuren,
papierbed. leicht gebräunt verkauft
Erstausgabe.
Geboren zu Bettmar im Braunschweigischen, war Bertrand
>Privatgelehrter, Kaufmann, Schauspieler< in Braunschweig
und zuletzt Uhrmacher in Osterwyk, wo er um 1811 gestorben sein
soll. (Goedeke VI, 404, 5/4) „Dieser zu Wolfenbüttel lebende
Romanendichter, ist zu Bettmar im Braunschweigischen gebohren.
Sein Vater hieß Bertram. Unser Held hat sich aber aus Bertram
in einen Bertrand
umgetauft. Er ist (...) seines Zeichens nach ein Kaufmannsdiener,
opfert aber, außer dem Merkur, auch Thalien; denn außer daß er
sein Wesen auf einem Liebhaber-Theater treibt (...), so agierte er
auch eine Zeitlang mit einer Schauspieler-Gesellschaft in
Wolfenbüttel (...) – Ehedem, im Sommer 1808 war er zu
Braunschweig und offerirte seine Dienste in den dortigen Anzeigen
zum Unterrichtgeben im Buchhalten, Rechnen und Schreiben.“ (MGT
XVII, 154f.) Sichelschmidt bezeichnet Bertrand als eine „reichlich
obskure Gestalt“, von der man nur wisse, dass er 1811 als
Uhrmacher gestorben sei. Er habe „keine Skrupel, sich auf der
untersten Stufe der Plattheit zu bewegen“. Die Entwicklung des
Räuberromans habe in den Bertrandschen Romanen „ihren
Tiefstand“ erreicht. (Sichelschmidt, 99); Sangmeister 255 (dort
unter >Seiten- und Gegenstücke< zu August Lafontaine, dem
Verfasser des Rudolph von Werdenberg,
rubriziert)
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Die Tochter der Natur. Ein Familien-Gemälde in drey
Aufzügen, von August Lafontaine. Görlitz (o. Vlg.) 1793. S.
(85)-193. Neuerer marm. Ppbd. 65.00
Ausgebunden aus: Theatralische Sammlung, Bd. 55.
Wien: Jahn 1794; Sangmeister 67. 1797 wird Lafontaine eine Audienz
in Berlin bei der Königin Luise gewährt, die den Autor bewundert
und auf die Frage, welche Schriften sie denn gelesen habe,
antwortet: "Ich habe sie alle gelesen, u. mit dem größten
Vernügen." Und auf die dramatischen Arbeiten kommend: "A,
das kenne ich noch: die Tochter der Natur. Es ist ein
allerliebstes Stück." (Brief Lafontaines an Böttiger vom
19. Dezember 1797, zitiert nach Sangmeister, Vergänglichkeit, S.
125)
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- Dass. Von August Lafontaine. O.O. (Augsburg) u.
Vlg. 1794. 126 S. In: Deutsche Schaubühne. Sechsten Jahrgangs
Zwölfter Band. Nach der Ordnung 72ster Band. Augsburg (Styx)
1794. T./ 128 / 126 / 102 / 48 S. Dunkelblauer, verblasster (Rckn.
stärker) Ppbd. d.Zt. m. 2 (hs. beschr.) Rcknaufkl.; Rotschnitt
(blaß); ber. u. best.; Pap. tls. gebräunt u. fleckig –
insgesamt ordentliches Bibliotheks-Exemplar (Bibl. Fürstenberg;
nicht gest.)
80.00
Zuerst 1793 erschienen. Der Sammelband enthält
weiterhin: Schink, Der verlorene Sohn (1),
Stephanie d.J., Der Deserteur aus
Kindesliebe (3) sowie Kotzebue, Der
Mann von vierzig Jahren (4). Das bei
Sangmeister 67.1 angegebene Stück Der
willkommene Gast könnte hier ausgebunden
sein (kleiner Randausriß an betr. Stelle).
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Der Sonderling. Ein Gemählde des menschlichen
Herzens. Von Miltenberg. Erster (bis) Dritter Theil (in 3 Bdn.).
Hohenzollern (d.i. Wien): Wallishausser 1793-94. Gest. Frontisp.
(Mansfeld n.Sambach) / 309 S.// Gest. Frontisp. (dito) / 253 S.//
Gest. Frontisp. (dito) / 253 S. Dekorative zeitgenöss. Hldrbde.
a. 5 Bünden m. 2 Rckns.; Wappenexlibris a. Innendeckeln
(>Henricus Liber Baro de Gudenus, 1891<); Exlibr. a. Vors.
(>Franz Pollack - Parnau<); Lesebändchen
400.00
Vgl. Sangmeister 66. Früher Wiener Raubdruck noch
unter dem Pseudonym >Miltenberg<. Erschien zuerst 1793. "Der
Held des Romans, Ludwig, wird von seinem Vater zuerst völlig nach
Rousseaus "Emile" erzogen in körperlicher und geistiger
Beziehung. Besonders kommt es dem Vater darauf an, ihm eine
unzerstörbare Gleichgültigkeit gegen die Menschen zu
übermitteln. Er soll die Narrheit der Menschen kennen lernen, um
sie ertragen zu können (...) Überall zeichnet sich aber Ludwig
durch Gerechtigkeitsliebe und Mitleid mit dem notleidenden
Nächsten aus. Er betont, nicht nur gegen Vornehme soll man
gerecht sein, sondern besonders gerade gegen Arme und Unterdrückte
(...) An Sellhofs Beispiel wird gezeigt, wie der Kulturmensch
meist von Leidenschaften regiert wird." (Rummelt, S. 57) War
Ludwigs Phantasie "der heiligste Tempel der Unschuld",
so war Sellhofs schon "frühe entweiht": "Sein Blut
kochte; sein Herz schlug; seine Augen brannten; seine Hände
zitterten, wenn er die reizende Marie an seine Brust gelehnt, mit
seinen Armen, in der Dämmerung, allein, umschlossen hielt: ein
verrätherisches Schweigen hielt seine Lippen verschlossen; seine
Fantasie arbeitete allein, und an dem Verderben der Unschuld, die
sich ihm ergeben hatte." (Bd. 1, S. 231) Am Ende wird - wie
bei Lafontaine nicht anders zu erwarten - das "Fest der
Eintracht" gefeiert.
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- Der Sonderling von August Lafontaine. Erster Theil
(v. 3 ?). Neue verbesserte Auflage. Halle 1799. T. m. gest. Vign.
(Heideloff ?) / 268 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. dezenter Rcknverg.
u. hs. Rcknaufkl. (dort irrtüml. >Sonderling II<). Wen.
ber. u. knittrig, ordentlich
50.00
Diese Ausgabe nicht bei
Sangmeister, der unter Nr. 6.1 zwar ebenfalls eine 1799 bei Ruff
in Halle erschienene >Neue verbesserte Auflage< nachweist,
jedoch mit Reihentitel und abweichender Paginierung. Zur
mutmaßlichen Tauglichkeit des Romans „als passagenweise
autobiographisches Zeugnis jener Jahre“ (um 1775) vgl.
Sangmeister, Vergänglichkeit, S. 39
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- Der Sonderling. Ein
Gemählde des menschlichen Herzens von August Lafontaine. Erster
(bis) Dritter Theil (in 3 Bdn.) Wien und Prag: Haas 1799. Gest.
Frontisp. (Stöber) / gest. T. m. Vign. (Stöber n. Kininger) /
287 S.// gest.T. m. Vign. (Weinrauch n. Kininger) / 236 S.//
gest. T. m. Vign. (dito; Gesellschaft vor Kamin) / 232 S.
Gesprenkelte Ppbde. d.Zt. m. goldgepr. Rckns. u. hs. Nr. a. Rckn.;
Kap. wen. ber.; Ecken ger. best.; elegante Ausgabe - Sangmeister
66.1 - 220.00
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- Dass. Dritter Theil
(v. 3). Etwas späterer marm., goldgeprägter HLnbd.; etw. ber.;
Ecken best.; m. Lesebändchen – insgesamt ordentliches
Teilbändchen 45.00
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- Der
Sonderling. Gemälde des menschlichen Herzens. Von August
Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in 2 von 2). Berlin (d.i.
Wien: Haas) 1800. Mit 2 gest.T.m.Vignette u.gest.Frontisp.von
J(anos) B(laschke). 376 (v. 378) S.// 376 S. Buntpapierbroschur
d.Zt.; etw. knittrig u. fleckig; berieb.u.best.; Pap. tls. stock-
u. fingerfl.; Randläsuren einz.Blätter tls.hinterlegt; S.1-2 (1
Bl.) v. Bd. 1 fehlt! 100.00
Wiener
Nachdruck. Sangmeister 66.4. Paginierung v. Band 1 bei Sangmeister
mit 376 S. angegeben
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1794
LAFONTAINE
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Klara du Plessis und Klairant.
Eine Familiengeschichte Französischer
Emigrirten. Von dem Verfasser des Rudolphs von Werdenberg. Berlin:
Voss 1795. Gest. Frontisp. (Chodowiecki) / gest. T. m. Vign.
(dito) / 2 Bl./ 620 S. Dek. Hldrbd. im Stile d.Zt. m. rotem
Rckns.; Rotschnitt; Pap. stellenw. Gebräunt; S. 3 f m. kl.
Eckabriß oben (ohne Textverlust); tadellos
350.00
Erste Ausgabe, die wir hier im Jahr 1794 verorten,
obwohl Sangmeister (10) klarstellt: „Eine in Bibliographien und
der Forschungsliteratur häufig angeführte Ausgabe von 1794 hat
es nie gegeben.“ Nach Harro Zimmermann (Auswanderung ist
Heimkehr. Die Emigranten der Französischen Revolution in der
Erzählliteratur und Publizistik um 1800. In: Ders.: Aufklärung
und Erfahrungwandel. Studien zur deutschen Literaturgeschichte des
späten 18. Jahrhunderts. Göttingen 1999, S. 243-305) „steht
dieses Erzählwerk genau in der Mitte zwischen einer
diskursiv-politischen Zeitanalyse und der Neigung, die
Emigrationsereignisse zu einem empfindsam verklärten
Schicksalsgemälde zu stilisieren. Mit Lafontaines Buch, 1794
erstmals erschienen, zieht das Thema >Emigration< jedenfalls
weiteste Kreise in der zeitgenössischen Öffentlichkeit.“ (S
271)
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- Dass. (Nachdruck m.e. Vorwort v. H.-F. Foltin,
Hildesheim u.a. 1976 / Quellen zur Triviallit.) 9 Bll. (Vorwort)/
2 Bll./ 620 S. Gepr. Olnbd. m.Rckns u.SchU 50.00
Faksimiledruck der zweiten Auflage (zuerst 1794) „Als
sein Regiment im Sommer 1792 ins Rheinland und nach Frankreich
ausrückte, behielt er noch genügend Zeit für die
Schriftstellerei und konnte sogar, als die Truppe Ende 1793 bei
Oppenheim Quartier bezog, seine Frau nachkommen lassen, mit der er
im Frühjahr 1794 viele Ausflüge und kleine Reisen im Rheingebiet
unternahm, auf denen die zahlreichen Landschaftsschilderungen in
Klara du Plessis
basieren.“ (unpaginiertes Vorwort). Foltin diagnostiziert bei
Lafontaine ganz im Sinne der Generalprognose für das deutsche
Bürgertum ein Abrücken von den Idealen der Französischen
Revolution im Zuge der zunehmenden Gewalt bis hin zur offenen
Übernahme der Positionen der Emigranten, besonders später in
Saint Julien (siehe
unten).
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- Klara du Plessis und Klairant.
Eine Geschichte zweier Liebenden.
Erster / Zweiter Theil. Neue verbesserte Auflage. Berlin (d.i.
Mannheim: Löffler) 1801. 271 // 239 S m. je 1 gest. T.-Vignette
(d´Argent). Zwei Holzdeckelbde. d.Zt. m. 1 Rckns. u. 1
handschriftl. Rcknaufkl.; Überzugspap. be- u. tls. abgerieben;
Bd.1 leicht wellig; Schnitt ungleich; erste Texts. jew. gest.
150.00
Sangmeister 68.1 gibt noch Macklot und Uebel als
wahrscheinliche Verleger an, die aber beide nicht in Mannheim
ansässig sind; jedenfalls nicht aufgeführt bei Veitenheimer,
Druckort Mannheim.
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- August Heinrich Julius
Lafontaine: Clara du Plessis und Clairant. Eine
Familiengeschichte französischer Emigrierten. Hrsgg., erläutert
u. mit einem Nachwort versehen v. Evi Rietzschel. Leipzig:
Dieterich 1986. 285 S. m. 1 Frontisp./ 1 Bl. Geprägter Olnbd.; T.
verso gest.; Bibl.-Ex. Text nach der Aufl. v. 1796; auch
ungestempelte Exemplare m. SchU lieferbar (15.00)
10.00
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Moralische Erzählungen von August Lafontaine. 6 Bde.
Berlin, in der Vossischen Buchhandlung 1794-1802. Je 1 T.-Kpfr. u.
T.-Vign.v. J(ohann) G(eorg) Penzel (Bd. 1-3) bzw. Wilhelm Jury
(Bd. 4-6). Bd.1 (1794) / 386 S./ Bd.2 (1794) / 382 S./ Bd.3 (1796)
/ 372 S./ Bd.4 (1798) / 419 S./ Bd.5 (1800) / 445 S./ Bd.6 (1802)
/ 470 S./ 1 Bl. Lederbde. d.Zt. in einheitl. Ausst. m. schw.
Rcknsn. u. Rcknverg., Vorderdeckel v. Bd. 2 u. Rckn. v. Bd. 3 etw.
stärk. berieb.; Grünschnitt verkauft
Erste Ausgabe der ursprünglich nur vierbändig
geplanten Ausgabe; die nachgeschobenen Bände 5-6 enthalten
Erzählungen, die in den >Kleinen Romanen und moralischen
Erzählungen< zusätzlich zu dieser Ausgabe enthalten sind. –
Sangmeister 9 (dort die enthaltenen Einzeltitel); Kaldewey, H.&T
2.102: „In dieser Vollständigkeit selten.“; Lanck-O. 3, 61:
„Jede Vignette ist ein Juwel. Es gibt kaum ein Blatt, das nicht
seinen besonderen Reiz und seine besondere Note hat.“ –
dekorative einheitl. Reihe. „In Das
Nadelöhr im dritten Band der
Moralischen Erzählungen (1796)
verheiratet Lafontaine einen Landadeligen mit einer ehemaligen
Hure – eine so unerhörte Eheschließung, daß sich Lafontaine
nach massiver Kritik gezwungen sah, diesen Text in der erweiterten
Neuauflage (Kleine Romane und moralische
Erzählungen) nicht wieder abzudrucken.
(Sangmeister, Nachwort z. Flaming,
2008, S. 657 f)
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- Dass. Hellbraune Hldrbde. m. je 4 goldgepr. Rckns.,
dez. Rcknverg., Lederecken, div. Buntpap.-Vorsätze, Lesebändchen,
Wappenaufkl. a. Vorderdeckel, gest. Exlibr. ab Bd. 3 (>Franz
Graf v. Schönborn<); Rckns. l. abweichend - aus der Bibl.
Schönborn-Buchheim -
480.00
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- Dass. Fünfter (und) Sechster Band. Berlin: Voss
1800 (und) 1802. Gest.
Frontisp. (Jury) / gest. T. m. Vign./ IV / 445 S. // Gest.
Frontisp. (Jury) / gest. T. m. Vign./ 1
Bl.(Inhalt) / 470 S. Dekorative marm. Hldrbde. d.Zt. m. Rcknverg.,
2 Rckns. (u.a. Zählung >5< u. >6<) u. 1 kl.
Rcknaufkl. a. unt. Kap.; Lederecken, Lesebändchen etc.
verkauft
Umfasst d. nachgeschobenen Bände zu der o.g.
1794-1798 in vier Bänden erschienenen Reihe, um deren Leser nicht
gegenüber der verbesserten, ab 1799 (s. dort) herausgegebenen
Serie in Kl-8° zu benachteiligen. Interessanter Fall von
>Leserpflege< oder schlichtes Kommerzdenken? - Die Stärke
d. Gewissens (Ausz. a. Bd. 6: vgl. >Anthologien<)
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- Neue moralische Erzählungen von August Lafontaine.
Erstes (bis) Zwölftes Bändchen (von 13 in 6). Berlin (d.i.
Mannheim: Löffler) 1799-1802. T./ 140 S./ T./ 105 S./ 1 Bl.
(Anz.) // T./ 126 S./ T./ 162 S.// T./ 110 S./ T./ 174 S.// T./
126 S./ T./ 131 S.// T./ 236 S./ T./ 164 S.// T./ 103 S./ T./ 220
S. Vergold. Ldrbde. m. Rckns., Lesebändchen, Grünschnitt; Rckns.
farbl. leicht abweichend; die beiden letzten Bände mit kl.
Überzugsschäden u. ber.; sehr dekorative Reihe
verkauft
Sangmeister 83 (abweichend: hier ab Bd. 9 Neueste
moralische Erzählungen angegeben); nicht
bei Veitenheimer
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- Neue moralische Erzählungen von August Lafontaine.
Achtes Bändchen (von 13). Berlin (d.i. Mannheim: Löffler) 1800.
T./ 132 S./ 1 Bl.(>An das Publikum<: Der Herausgeber sieht
sich nicht als Nachdrucker, sondern als Sammler, der „den
vielfältig geäußerten Wünschen der zahlreichen Verehrer“
Rechnung trägt) Hldrbd. d.Zt., an den Kapitalen etw. porös, Pap.
tls. verschmutzt, Vors. durch entfernte Aufkleber läd.
40.00
Enthält: I. Die Eroberung Pellenens S. 1-32. II.
Graf Rollenhagen oder die Stärke des Vorurtheils S. 33-131.
Sangmeister 83 (Nachdruck von Sangmeister 18)
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- Neueste moralische Erzählungen von August
Lafontaine. Zweites / Drittes Bändchen (in 1) u. Viertes /
Fünftes Bändchen (in 1). Berlin (d.i. Mannheim: Löffler) 1801 /
1802. T./ 164 S./ T./ 103 S.// T./ 220 S./ T./ 68 S. (letzte Erz.
>Suschen< fehlt) Marm. Ppbde. d.Zt. m. fragm. Rckns.,
stärker berieb. u. best., tw. stock- u. fingerfl.,
etw.schiefgelesen
70.00
Sangmeister 83 (Nachdruck von Sangmeister 18)
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- Liebe und Dankbarkeit. Von August Lafontaine.
Berlin u. Leipzig (d.i. Mannheim: Löffler) 1799. Titel m. gest.
Vign./ 93 S. Angebunden:
Die Tochter der Natur, eine Familienszene in drei Aufzügen von A.
Lafontaine. Berlin (d.i. Stuttgart: Macklot) 1799. T. m. gest.
Vign./ 120 S. Marm. Ppbd.
d.Zt. m. (neuem) Rcknaufkl.
120.00
I. Sangmeister 76.1 (T.-Vign. nicht erwähnt);
zweiter Separatdruck aus d. Moralischen
Erzählungen. II. Sangmeister 67.3. Bei
beiden Bänden in der Paginierung: A.
Lafontaine sämmtliche Schriften.
Dreyzehnter (und) Vierzehnter Band. Berlin 1799. An diesem
Beispiel wird deutlich, daß die von Sangmeister vorgenommenen
Verlagszuweisungen fraglich sind (so finden sich fast alle
angeblichen Löffler-Drucke nicht bei Veitenheimer!)
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CRAMER
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Der braune Robert. Ein Spiegel für viele. Vom
Verfasser des deutschen Alcibiades. Weißenfels u. Leipzig 1802.
T. m. gest. Vign./ S. (3)-216 Späterer (?) Ppbd.; Papier tls.
gebr. u. fl.
verkauft
Zuerst 1794 erschienen. Wieder Cramers bevorzugtes
Sujet vom makellosen Untertan eines guten Königs innerhalb einer
intriganten Hofclique. Wortreich und ereignisarm quält sich der
Roman dahin, lediglich am Schluß eine kurze Turbulenz in Form der
Verhaftung des königlichen Jägers Robert, die sich jedoch noch
innerhalb des vorliegenden Bändchens aufklärt und zum Guten
wendet. Ein Stoff, der später z.B. im Jakob
Luley nur gering variiert wieder
aufgekocht wird. Schließlich entpuppt sich der Untertan als
Fürstenkind: „In diesem Sinne wird in >Robert< und
>Nandchen< auch das alte Motiv der unbekannten Herkunft
gesellschaftskritisch verwendet: > ...Sie sollten Bürger seyn,
um über Bürger herrschen zu lernen... <“ (Chlond, S. 196) -
Olderdißen 19.06: Auch hier ist nur der erste von zwei in
früheren Auflagen erschienen Teilen aufgeführt. Auf dem Titel
findet sich keine Bandzählung, am Schluß jedoch „Ende des
ersten Theils“.
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- Der braune Robert, und das blonde Nandchen. Ein
Fürstengemählde in vier Aufzügen, nach einer Geschichte
gleichen Titels für die Schaubühne bearbeitet von Carl Friedrich
Hensler. Wien 1796. Auf Kosten ind im Verlag bey Joh. Bapt.
Wallishausser, Buchhändler. 118 S. Mit farb. Ornamentik (im Stile
d. Bauernmalerei) vers. Broschur d. Zt.; kl. Randschäden;
Innendeckel m. Exlibr. (Franz Pollack, Parnau) – ordentliches,
dekoratives Exemplar verkauft
Goed. V,
328, 34; H. & T. 4, 217. Erste Ausgabe. Zum Verfasser vgl.
oben (1792). Der außergewöhnlich gestaltete zeitgenössische
Umschlag diente dem Einband dieses Kataloges zur Vorlage.
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Leben und seltsamliche Abentheuer Gotthold Tamerlans.
Von C. G. Cramer. Erster / Zweyter Theil. (in 1 Bd.). Offenbach
1801. Gest. Frontisp. (J. Gerstner n. L. Maillard) / T./ 174 S.//
gest. Frontisp. (J. Blaschke) / T./ 192 S. Ppbd. d.Zt. m. rotem
Rckns.; stärker berieb.; Überzugs-Pap. a. Rckn. def.; vord. Gel.
m. Wurmschäden; unschöne Herausschnitte der Besitzvermerke a.
Vors., T. u. Frontisp. (jeweils ohne Druckverluste); Rotschnitt
verkauft
Olderdißen 16.02. Auf dem Titel der Erstausgabe von
1794 war Tamerlan noch als >reisender Herrenhuther<
bezeichnet worden. Und in der Tat geisselt Cramer hier zum einen
bestimmte Auswucherungen des Pietismus („Fast schärfer noch als
die rechtgläubige Kirche und ihre eifernden Priester tadelt
Cramer im >Tamerlan< das unklar schwärmende
Gefühlschristentum herrenhutischer Prägung.“ / Chlond, S.
144), darüberhinaus „seien die rohen Verführungsszenen und
Vergewaltigungen in >Gotthold Tamerlan< genannt, dessen
faunisch ungehemmte Sinnlichkeit Cramer mit besonderer Freude
darzustellen scheint.“ (Chlond, S. 122) Der Prolog (1793) ist
unterzeichnet mit >Johannes Transsilvanus oder Hans
Uebermwalde.<
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Geniestreiche von Carl Gottlob Cramer. Erster /
Zweiter Theil (in 2 Bdn.) Leipzig, bey Friedrich August Leo
1794-95. Gest. Frontisp. (Berger n. Schubert) / gest. T. m. Vign./
12 Bl./ 285 S./ gest. Frontisp. (Krüger n. Schubert) / gest. T.
m. Vign./ XI (recte XII) / 260 S. Gesprenkelte Hldrbde. d.Zt. m. 2
Rckns. Wen. ber. u. best.; Exlibr. a. Innendeckeln (>Franz
Pollack Parnau<); Titel (>Coll. Gerson Wien<) sowie
Frontisp. verso gest. (>J.B.<)
verkauft
Erste
Ausgabe ; Olderdißen 61; Vorrede unterzeichnet: „Geschrieben,
zu Naumburg an der Saale, am 27.Februar, 1794.“ Widmungen: >Don
Quixote< (u.) >Sancho Pansa< (Bd. 1) sowie >Dem grauen
Ungeheuer< (Bd. 2).
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- Dass. 12 Bll. (Widmung u. Vorrede) / 285 // XI
(recte XII / Widmung u. Vorrede) / 260 S. Marm. Hldrbde. d.Zt. m.
je zwei roten u. grünen Rckns.; goldgepr. Besitzverm. a.
Kapitalunterkante (>A. Meusel<); Bd.2 kleine Wurmfraßstelle
a. d. Deckel; Aufkl. a. Vors.(>Ex Bibliotheca C.A. Meusel.<);
Rotschnitt; Grüne Lesebändchen (in Bd. 1 lose)
160.00
Erste Ausgabe. Olderdißen 61 (Separate Rubrizierung
von Olderdißen unter >Sammlungen<); ohne das dort
angegebene Blatt mit dem Druckvermerk (der auch in der vorherigen
Nr. fehlt!) und hier nur mit den Drucktiteln.
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- Geniestreiche von Carl Cottlob Cramer. Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.). Leipzig (d.i. Wien, Haas?) 1802. Gest.
Frontisp./ XVI / 237 S. / 1 Bl.// gest. Frontisp./ VIII / 214 S./
1 Bl. Etw. späterer Lnbd. m. goldgepr. Rcknt.; Pap. ger. fl.;
Exlibr. a. Vorsatz („Viktor Achter“)
verkauft
Olderdißen 61.03; Samml. Achter 143, 5. Die Titel
jeweils m. gest. Vignette: Im Anhang ihrer Dissertation zu Cramer
räumt Adelheid Chlond übrigens angesichts der zeitgenössischen
Welle von Magnetismus-Literatur mit der Annahme auf, die in den
Geniestreichen enthaltene
Erzählung Die Kraft des Magnetismus habe
auf E. T. A. Hoffmanns Novelle Magnetiseur
eingewirkt (Chlond, S. 277 ff).
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Leben(,) Thaten und Sittensprüche des lahmen Wachtel
Peters(.) Vom Verfasser des Erasmus Schleicher. Erster / Zweiter
Theil (in 1 Bd.) Wien und Prag bey Franz Haas 1796. Gest.
Frontisp. (Weinrauch) / gest. T. m. Vign./ S. (III)-X / 183 S./
gest. Frontisp.(dito) / gest. T. m. Vign. (unt. Rand etw. läd.) /
2 Bl./ 176 S. Hellbrauner Hldrbd. d.Zt. m. 2 Rckns. u. reicher
Rcknverg.; kleinere Überzugsdefekte u. Abrieb; Gebrauchtsspuren;
Rotschnitt verkauft
Seltenerer Titel Cramers, zuerst 1794 bis 1796 bei
Fleischer in Leipzig erschienen; Olderdißen 17.02; H & T 8,
178 (>Schlüpriges Erfolgsbuch<); die Vorrede, wieder
„Geschrieben, zu Naumburg, an der Saale! Den 24. Jan. 1794“,
schildert in launigen Worten das Auffinden des Manuskriptes „auf
einem Blättchen Makulatur..., das ein Bauer, der vor mir her
gieng und einen Hering speißte, mit einem sprudelnden >Pfuy
Teufel!< weg warf“ ( S. VII). „Ein Vielschreiber wie Joh.
Gottl. Cramer lässt naiv genug seinen Fürsten von lumpigen
Wachtelfängern und reduzierten Hofnarren die heilbringende
Aufklärung zu Teil werden. Aber bezeichnender Weise ist am Ende
der Regent immer nur der verführte, schlecht informierte, im
Grund aber herzensgute, Rat annehmende Mensch, kurz alles, was
sich der Deutsche unter einem idealen Landesvater dachte.“ (F.
J. Schneider: Freimaurerei, 1909, S. 13)
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- Dass. Erster Theil (von 2). Wien und Prag bey Franz
Haas 1796. X / 183 S. Neuer grüner Lnbd. m. hässlichen
Klebespuren; Titel stärker fleckig u. geklebt; Pap. tls. gebräunt
90.00
Teilband d. ersten Nachdruck-Ausgabe; Titel gest. u.
m. Vignette (Weinrauch n. Schubert), jedoch ohne d. Titelkpfr.
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- Der dicke Hanns. Ein Seitenstück zum lahmen
Wachtelpeter von C. G. Cramer. Wien, Hochenleitter 1801. Mit gest.
Frontisp. (Blaschke). 190
S./ 1 Bl. (Anzeigen) Hldrbd. d.Zt.
Einband ber. u. angestaubt.
verkauft
Olderdißen A 08; Hayn/Got. I,
687 u. III, 78: “Nicht von Cramer.“ Hier ein sogenanntes
>Seitenstück<, meist seltener und gesuchter als ihre
berühmteren Vorbilder; Verfasser nicht ermittelbar. Macht sich
laut Adickes 2504 über die Phrasen der Kantianer lustig.
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- Dass. Einfacher Ppbd. d.Zt.; Titelei m. Wurmgängen
am Innensteg (ohne Verluste)
verkauft
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1795
LAFONTAINE
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Quinctius
Heymeran von Flaming. Erster bis
vierter Theil (in 4 Bdn.) Neue, verbesserte (= zweite) Auflage.
Berlin, in der Vossischen Buchhandlung 1798. Gest. Frontisp. /
T.m.gest.Vign./ 410 S.// T.m.gest.Vign./ 406 S.// T.m.gest.Vign./
420 S.// T.m.gest.Vign./ 348 S. Neue grüne Ppbde. mit roten
goldgepr.Rckns.; Titel unten rechts gestempelt (>.v. Wendt<);
Lesebändchen; Rotschnitt. 300.00
„Aus
dem Füllhorne litterarischer Genüsse und Zeitvertreibe, welches
die letzte Leipziger Buchhändlermesse so seegenreich über unsre
Häupter und Lesepulte ausgeschüttet hat, fiel unter vielen
andern Schönen (...) auch ein gar unterhaltendes Büchlein,
genannt: Leben und Thaten des Freyherrn Quinctius Heymeran von
Flaming (Berlin, Voß.1795. 2 Bände.) Die feine Mischung aus
Lächerlichen und Empfindsamen, die tiefe Blicke ins menschliche
Herz, die reine, ungeschminkte und doch blühende Sprache und die
große Kunst mit geringem Aufwand von Kräften eine sehr
anziehende und planmäßige Verwicklung hervorzubringen, deren
Ende man mit immer wachsender Neugierde entgegen sieht, verrathen
einen Meister in der Darstellungskunst und einen unser
beliebtesten Romandichter, der auch unter dem angenommenen Namen
Gustav Freier durch seine liebliche Manier leicht erkenntlich
ist.“ (Carl August Böttiger, VI. Moden-Neuigkeiten. (...), in:
Journal des Luxus und der Moden v. Juni 1796, S. 318-322, hier S.
318.; zitiert nach: Sangmeister, Vergänglichkeit, S.256).
Sangmeister
11.1 „Nach Auguste Duvaus Vorschlägen von Lafontaine
überarbeitete und gestraffte Fassung.“ Dieses Exemplar diente
als Vorlage für die von Dirk Sangmeister herausgegebene
Neuausgabe in den Haidnischen Alterthümern im August 2008 (siehe
unten).
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- Leben
und Thaten des Freyherrn Quinctius Heymeran v(on) Flaming. Von
Gustav Freier (d.i. A. Lafontaine). Zweiter, Dritter u. Vierter
Theil (ap.). Kreuznach: Ludwig Christian Kehr 1798-99. 520 S.//
467 S.// 404 S. Hldrbde. d.Zt. m. Rckns. u. Rcknverg.; ber.; Pap.
gebräunt
120.00
Sangmeister
73. Mit dem Zusatztitel >Auerlesene Bibliothek der
vorzüglichsten Schriftsteller Teutschlands<. In einer Bd.2
angebundenen Eigenanzeige listet Kehr auch noch einen nicht
ermittelten Nachdruck von Lafontaines „Die Tochter der Natur“
sowie eine von ihm selbst verfasste „Vertheidigung des
Büchernachdrucks“ auf.
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Quinctius Heymeran von Flaming. Von
August Lafontaine. Neue verbesserte Auflage. 4 Bde. Berlin (d.i.
Stuttgart: Uebel) 1801. 414
S.// 384 S.// 396 S.// 335 S. Marm. Ppbde. d.Zt. m. hs.
Rcknaufkl.; kleiner ovaler Stempel
(etwas verwischt) auf hinterem Innendeckel (>Gräfl.
Adelmannsche Fideik. Bibliothek Hohenstadt<) Nachdruck.
Sangmeister 73.3
verkauft (?)
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- Quinctius Heymeran von Flaming. Von August
Lafontaine. Erster bis Vierter Theil (in 3 Bdn.) Neue verbesserte
Auflage. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1800. Je ein T.-Kpfr. (v.
Gerstner, Bd. 1-2 bzw. Blaschke, Bd.3-4) u. gest. T. m. Vign. 380
S.// 392 S.// 348 S.// 309 S. Etw. spätere marm. Ppbde.; grüne
hs. Rcknaufkl. Gutes Exemplar d. Wiener Nachdruckes, vgl. Sangm.
73.1
verkauft (?)
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- Quinctius Heymeran von Flaming.
Von August Lafontaine. (Erster) /
Dritter / Vierter Theil(ap.) Berlin (d.i. Wien: Haas) 1800. Gest.
Frontisp. (Blaschke) 1 Bl. / 363 S.// gest. Frontisp./ gest. T.
m. Vign. 366 S.// gest. Frontisp./ gest. T. m. Vign./ 304 S. Marm.
Hldrbde. d.Zt. m. hs. Rckns. Bd. 1 ohne T. u. am Schluß
verbunden; Bd. 3 m. späterem Pap.-Überz.; Einbd. wellig; Titelei
lose u. m. Feuchtrand; Bd. 4 Deckel m. Wurmspuren – defekt u.
unvollständig; Sangm. 73.2 70.00
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- Dass. In vier Bdn. (2. Bd.) : Gest. Frontisp./
gest. T. m. Vign./ 352 S. (Pag. sonst wie oben). Etw. spätere
marm. Ppbde. m. rotem Rckns. ; ordentliche Reihe m. kleineren
Defekten
verkauft (?)
Im Unterschied zu Sangmeister 73.2 hier jeweils ein
gest. Frontisp. u. ein gest. T.
m. Vign.
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- Le Baron de Fleming, ou la Manie
des Titres. Traduction libre de l´allemand, d´Auguste
Lafontaine, par madame de Cerenville, Traducteur de de Walther
de Montbarey
(et) Fleming fils, ou la Manie des Systèmes. Traduction … par
la même… (Extrait par) C. L. Sevelinges. In: Nouvelle
Bibliothèque des Romans… Par une Société de Gens de Lettres.
Sixième Année. Tome cinquième. Paris: Demonville et Dentu, An
XII. – 1804. 201 S., S. 77-201.
Lederband d.Zt. m. Rcknverg.; ber. u. fleckig, etwas bestoßen;
(russischer) St. u. Nrn. a. hint. Innendeckel
80.00
Dekoratives (wenn auch gebrauchtes) zeitgenössisches
Bändchen mit einer Art Zusammenfassung des >Flaming< in
französischer Sprache. Aus derselben Reihe u. demselben Jahr
können wir in derselben Ausstattung noch Band 13 anbieten, der
zwei Erzählungen von Christian Heinrich Spieß (Charles
et Caterine, Le lieutenant K...) enthält
(90.00)
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- Quinctius Heymeran von Flaming. Mit einem Nachwort
von Dirk Sangmeister. 2 Bände. Frankfurt/Main 2008 (Haidnische
Alterthümer, hrsgg. v. Hans-Michael Bock). 627
S. m. 3 Abb./ 2 Bl.// 819 S. m. 7 Abb./ 1 Bl. Rot-marmorierte
OHLnbde. m. silb. Rcknprägung u. Kopfschn., Lesebändchen; in
Okartonage 65.00
Soeben erschienene, auf 3300 limitierte u. in Bd. 1
numerierte (Jubiläums-) Ausgabe, von der zweiten, verbesserten
Auflage, die 1798 bei Voß in Berlin erschienen ist, abgenommen
und mit einem ca. 200 seitigen Anhang (Biographie, Werkgeschichte,
literarhistor. Einordnung, Bibliographie etc.) versehen.
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- Karl August Böttiger. Briefwechsel mit Auguste
Duvau. Mit einem Anhang der Briefe Auguste Duvaus an Karl Ludwig
von Knebel. Hrsgg. u. kommentiert v. Klaus Gerlach u. René
Sternke. Berlin 2004 (Ausgewählte Briefwechsel aus dem Nachlaß
von Karl August Böttiger). XXXV / 414 S. m. 4 Abb. Gr.-8°
Geprägter Olnbd. m. Lesebändchen
*49.80
Duvau ist der Mann, der auf Bitten Böttigers hin
Lafontaines Flaming in
die von seinem Verleger Sander gewünschte und oben von
Sangmeister für seinen Neudruck favorisierte gedrängtere Form
der zweiten Auflage gebracht hat (vgl. dazu etwa die hier auf S.
264 – 267 abgedruckten Briefe Duvaus an Lafontaine vom 20 August
1798 und von Lafontaine an Böttiger vom 2. August desselben
Jahres, welchen letzteren – mit abweichenden Lesarten - auch
Sangmeister in o.g. Nachwort auf S. 628 zitiert).
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- Die Negersklaven. Ein Trauerspiel in fünf
Aufzügen. Von Carl Freyherr von Reitzenstein. (O.O. u. Vlg.)
1794. 176 S. In: Deutsche Schaubühne. Sechsten Jahrgangs Erster
Band. Nach der Ordnung 61ster Band. Augsburg 1794. Schlechter
Hldrbd. d.Zt. m. neuem goldgeprägten Rckns. Überzug stärker
ber. u. def.; Ecken (bes. vorne oben) u. Kanten stärker best.
sowie weitere kleinere Schäden; T. gest. (u.a. >Leihbibliothek
v. J. M. Grabmayer); Rotschnitt
90.00
Sangmeister zur Verbindung zwischen Flaming und der
farbigen Iglou : „Eine Ehe zwischen einem Weißen und einer
Schwarzen, das war damals... ein schlicht unvorstellbarer Vorgang.
(...) Andere Schriftsteller, die sich an ein derart heikles Thema
wagten, führten bei einer solchen Konstellation auf der Stelle
eine alles annullierende Katastrophe herbei, wie dies Karl
Freiherr von Reitzenstein in seinem kurz vor dem Flaming
veröffentlichten Schauspiel
Die Negersclaven (1793) tat, dessen
Handlung, um sichere Distanz zu schaffen zum unerhörten
Geschehen, vorsichtshalber gleich in weite Ferne verlegt wird,
nämlich in eine der westindischen Kolonien Großbritanniens: Hier
endet die heimlich geschlossene Ehe zwischen dem >weißen
Neger< Tado und der schönen Engländerin Julie damit, dass der
vor Wut rasende Vater der Braut beide Liebenden tötet – ein
anderer Ausweg wäre undenkbar gewesen.“ (Sangmeister, Nachwort
2008, s.o., S. 660 f)
Weiterhin in dem Sammelband enthalten: Julchen,
oder: Liebe Mädchen, spiegelt euch! Ein Original-Lustspiel in
fünf Aufzügen. Von Franz Xaver Huber, Verfasser des
Schlendrians. 1794 (174 S.); Marie
von Montalban, oder Lanassa´s zweyter Theil. Ein Trauerspiel mit
Chören in fünf Aufzügen, von J.(ohann)
N(epomuk) Komareck.
1794 (86 S.; zuerst Pilsen 1792); Gideon
von Tromberg. Eine Posse in drey Aufzügen nach Shakespear. Von
W(ilhelm)
H(einrich) Brömel.
1794 (80 S.)
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- (NEUENHAGEN, Wilhelmine Henriette Dorothea): Der
Graurock oder der moderne treue Eckart. Eine etwas ungewöhnliche
Geschichte. Erster Theil. Eisleben: (Otto Gerhard Verdion 1801)
Gest.Frontisp. (v. Thoenert; mit einem Zitat aus der
Selbstmordszene: „bey Gott! lassen sie mich, oder - - “ S.150
/ szenische Darst.: zwei Männer in einem Zimmer kämpfen um eine
Pistole, bei der sich ein Schuss löst) 352 S. (S.255 / 256
fehlt); Zweyter Theil. Ebd.
(1801). 366 S. Marm. Ppbde. d.Zt. T.
zweifach u. T.-Kpfr. einfach alt gestempelt (ov. Stempel:
>Hoffmann´s Buchhandlung und Leihbibliothek<), in Tl. 2
tlw. entf. u. neu überkl. (m. Aufkl. >Bodenheim´s
Papierhandlung und Leihbibliothek<), in beiden Bdn. ist die
Verlagsangabe mit einem dritten Aufkl. überkl. u. z.Tl. wieder
entf. (>...liothek zu Allendorf.<) – Beide Bände abgegr.,
durchweg fingerfleckig u. tls. verschmutzt, Bd.1 schiefgelesen,
S.18/19 mit Papierstreifen geklebt, letzte Lage lose; Marmorierung
lädiert (Einrisse an Kapitalen)
verkauft
Dieses seltene zeitgenössische
Lafontaine-Rezeptionsbeispiel sei hier mit all´ seinen
>Wanderungen< aufgeführt, anbieten können wir es leider
nicht mehr: Aus dem reichhaltigen Katalog 46 (>Literatur aus
Leihbibliotheken der Goethezeit und des ausgehenden Biedemeier<,
Nr. 180) des Antiquariates Melchior wurde es noch zu DM-Zeiten von
unserem Antiquariat angekauft und ist inzwischen in die Bibliothek
des Protagonisten der Lafontaine-Forschung eingegangen. Da solch
seltene Titel zum Leidwesen des >dokumentarisch angelegten<
Antiquars heutzutage allzuschnell (und meist kommentarlos) im
Orkus der Internet-Angebote verschwinden, soll das Buch hier
zumindest dokumentiert werden. Erste Ausgabe. – Holzmann-Boh.
II, 7919 (>Weissenfels 1802<); Gallas/Runge 138 (2.: ...Neue
unveränderte Ausgabe. Leipzig: J.G. Graffe in Commission 1804). –
Lt. Gallas/Runge ist der erste Band in keiner dt. Bibliothek
nachgewiesen, was sich bei Nachprüfung im KVK bestätigt.
Zur Autorin: *1776 Oschersleben - 1803 Eisleben, geb.
Wenzel; verh. Neuenhagen. Vater preuß. Kommissionsrat; Ehemann
Kollaborator am Gymnasium in Eisleben. Gallas/Runge schreiben der
Verfasserin zwei weitere Titel zu (Klaudine
oder die treue Gattin. Eine wahre Geschichte.
Leipzig: Weygand 1802 / Laura´s
Briefwechsel mit ihren Zöglingen, als Beitrag einer anständigen
Unterhaltung für gebildete Frauenzimmer. Leipzig:
Schiegg 1799.)
Eingeleitet wird die „etwas ungewöhnliche
Geschichte“ mit der Geburtsszene des Helden Karl Berner, der
während eines tosenden Gewitters auf die Welt kommt. Karls
„Wißbegierde führte ihn zuweilen in den Laden eines Antiquars,
und hier wurde er mit der Romanenwelt bekannt“ (I, 45). Alle
„Welt- und Menschenkenntniß“ leitet Karl aus der ihn
begeisternden Lektüre ab. Zu einem „gewaltig leuchtende(n)
Comet“ wurden ihm die „lafontainischen Schriften“, und
„besonders gieng das Meisterstück dieses Schriftstellers, der
Quinctius Heimeran von Flaming, aus einer Hand in die andere“
(I, 87). Karl entwickelt ein „Jakobinensystem“, an dem alle
infrage kommenden Mädchen gemessen werden. Die erlesene Welt des
Flaming verändert Karls Sicht auf die Realität und zwingt ihn in
ein idealisches System, dem kein Mädchen genügen kann. Der
Graurock greift als helfend-rettender Geist in der schier
ausweglosen Situation ein. Am Ende sieht Karl, „daß die
Sehnsucht nach Idealen eine Ausstattung des menschlichen Herzens
ist, ...daß aber diese Sehnsucht und ihre Befriedigung Glieder
einer Kette sind, wonach zwey Welten zusammengehalten werden. Er
nahm sich fest vor, diesen Glauben seinem Herzen nie entreißen zu
lassen, aber auch in dieser Welt nie wieder Ideale zu suchen.“
(II, 366) Das sentimentale Aufgehen des Helden in seinen erlesenen
Romanfiguren wird somit letztlich überwunden. Näheres in
Sangmeisters Studien, zuletzt 2008 (s.o.)
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- Arno Schmidt: Eine Schuld wird beglichen: Quinctius
Heymeran von Flaming. In: Ders.: ...denn >wallflower< heißt
>Goldlack<. Drei Dialoge. Bargfeld u. Zürich 1984. 107 S./
1 Bl., hier S. (7)-(35). 4° Bedruckte Obroschur
18.00
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CRAMER
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Der kluge Mann. Vom Verfaßer (Drucktitel: Verfasser)
des Erasmus Schleicher. Erster (bis) Dritter Theil (in 2 Bdn.)
Leipzig, bei Voß und Compagnie 1795 - 1797. Gest. Frontisp. (Kohl
n. Kininger) / gest. T. m. Vign./ S. (III)-XVI / 264 S./ gest.
Frontisp. (Geyser n. Schubert) / gest. T. m. Vign./ VII S./ S.
(8)-240 / gest. Frontisp. (Pen(t)zel) / gest. T.
m. Vign. (dito) / IX S./ S. (11)-400. Marm. Hldrbde. d.Zt. m.
goldgepr. Rcknt.; etw. schiefgelesen;
ber. (bes. Kap.) 350.00
Olderdißen 18.01; jedenfalls erste Ausgabe, da 18
(Ausg. v. 1794 n. Hayn/Got.) nie erschienen.
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- Der kluge Mann. Vom Verfasser des Erasmus
Schleicher. Erster (bis) Dritter Theil. Leipzig: (Voss u.Comp.)
1798 (3) – 1801 (1/2).
XII S./ S. (13)-208 // VI S./ S. (7)-184 // VIII S./ 1 Bl./ 176
(recte 276) S. 3 T.-Vign. (v.A.L.dÁrgent?) Hldrbde.d.Zt.m.
(abgerieb.) Rcknpräg.; Kanten best.- ordentliches Mischexemplar,
am Beginn von Bd.2 verbunden
240.00
Völlig
wirrer Roman aus dem Genua (wohl) des 17. Jhs., voller Geister-,
Räuber-, Mord- und Grabesszenen; im 3. Tl. ein >Schnelldurchzug<
durch nördliche Gefilde über >Schwed.-Pommern<, Belgien,
Rhein etc.; Tiefpunkt des literarischen Schaffens Cramers. –
Vgl. Olderdißen 18.04 u. 18.05; die dort (unter 18) aufgeführte,
angeblich bereits 1794 in Naumburg erschienene Erstausgabe ist
nicht nachweisbar, somit wohl zuerst zwischen 1795 und 1797
erschienen. In der unten zitierten Rezension der NADB mit
Schiller, Grosse u. Spieß verglichen. „Seinen ganzen
dreibändigen Roman >Der kluge Mann< hindurch lässt Cramer
uns und den Helden Amaldi über die Person des geheimnisvollen
Unbekannten im unklaren. Alles Forschen Amaldis, den Mann, der ihm
zur Dogenwürde verholfen, zu entdecken, ist vergebens. Endlich
findet ihn ein deutscher Künstler am Abhang des Libanon, einen
>eisgrauen alten Mann<, der den Gipfel nicht mehr zu
erklimmen vermag.“ (F. J. Schneider, Freimaurerei, 1909, S. 202)
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- Der kluge Mann. Vom Verfasser des Erasmus
Schleicher. Erster, Zweiter u. Dritter Theil (in 1 Bd.) Leipzig,
(o.V.) 1801. T.m.gest.Vign./ XII (Widm.u.Vorrede, unterz.:
„Geschr. in Naumburg a.d. Saale, den 1.Dec.1794.“)/ 208 S.//
T.m.gest.Vign./ VI/ 184 S.// T.m.gest. Vign./ VIII/ 276 S. (die
ersten 5 Bll. des 2.Teiles verbunden) Marm. Hldrbd. d.Zt.;
Rckn.stärker berieben u. Kanten best.; Pap. gebräunt u. etw.
stockfl.
220.00
Der erste Teil erfährt bei seinem Erscheinen eine
fünfseitige (!) Rezension in der Neuen allgemeinen deutschen
Bibliothek, die zu einer Generalabrechnung des Rezensenten gerät:
"(I)ch kann nicht umhin, hier das offene Geständniß
abzulegen, daß ich seinen Romanen keinen Geschmack abgewinnen,
durchaus nichts Schönes und kunstmäßiges darinn finden kann;
ich finde vielmehr in allen nur Beweise einer bis zum Verbrennen
erhitzten Phantasie, ein salto Mortale nach dem andern, bunte,
grelle Farben und Bilder, wie in einer Zauberlaterne, bis zu
Charikaturen verzerrte Charaktere - Kurz, seine Menschen sind
nicht Menschen unserer sublunarischen Welt, sondern Geschöpfe
seiner Phantasie; man ist bey ihm und in seinen Romanen nie zu
Hause, nie unter seines Gleichen; sondern immer entweder bey
Schurken und Teufeln, oder bey Engeln und Tugendhelden, wie sie
schwerlich die Welt aufstellen kann; der Zufall oder sonst ein
Deus ex machina knüpft und löset den Knoten. Dieß ist mein
Urtheil, das ich mir von allen seinen bisherigen mir bekannt
gewordenen Romanen abstrahirt habe." Das zu erwartende Urteil
lautet unweigerlich: "(...) denn es ist fast alles Copie von
längst verbrauchten Geistergeschichten. Sein kluger Mann ist ein
Geschöpf, das Schillers Geisterseher nachhinkt; aber kaum den
Genius oder den Alten überall und nirgends erreicht; der viel
Spielerey mit Blutstropfen, schneidenden Winden und plötzlichen
Erscheinungen und Verschwinden treibt; vor dem sich der Eichen
Wipfel beugen - ein inneres Beben das Thal rüttelt, und was der
spielenden Hyperbeln mehr seyn mögen (...) Das Ganze ist eine mit
Banditen, Erscheinungen, Geistern, wenn nicht wundervollen, doch
räthselhaften Dingen reich durchflochtene, dramatisirte
Geschichte im gewöhnlichen Tone Erasmus Schleichers - das heißt:
in einem höchst fehlerhaften und ungrammatischen, bald hoch in
den Wolken fliegenden, bald platt an der Erde hinkriechenden Style
erzählt ..." (NadB, 1797, Bd. 28; 1. St., S. 122-126) Und so
soll Cramer als einer "der Götzen des Publikums im
Romanfache" wohl vom Sockel gestoßen werden. Trotz allem
aber hält der Erfolg weiter an. Olderdißen 18.05
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- Der
kluge Mann. Vom Verfasser des Erasmus Schleicher. Tl. 3 (von 3).
Leipzig: Voß und Comp., 1797. 400 S./ 2 Bll. (Bücherverz. d.
Leihbibl. Christoph Erdmann). Ppbd. d.Zt. Einbd. stärker
beschabt, Buchblock gebrochen; stellenw. stärker braun- bzw.
fingerfleckig. - Einband der >Neuen Lesebibliothek bei
Christoph Erdmann in Holzminden< (dort Bd. 53)
80.00
Olderdißen
18.01.; Goed. VI § 279, 10, 20; Hayn/Gotendorf 1, 693;
Holzm./Boh. 3601. Das „Verzeichniß der Bücher die in der neuen
Lesebibliothek bei Christoph Erdmann in Holzmünden zu haben sind“
umfasst 74 Titel in 96 Bänden. Vermutlich war dieser Bestand als
>Startkapital< gedacht, da vergleichbare Leih- und
Lesebibliotheken über erheblich umfangreichere Bestände
verfügten.
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- Die
schöne Abellina oder der kluge Mann. 3 Tle. in 1 Bd. Lpz. (d.i.
Wien u. Prag) 1804. 1 Bl./ 190 S./ 1 Bl./ 200 S./ 1 Bl./ 200 S.
Pbd. d. Zt. mit Rverg.; tls. berieb. u. best. (= Romant. Füllhorn,
28-30). Hier ohne Reihentitel; tls. stock- u. wasserfl.; S.
147-176 mit tls. unterl. Randläsuren (kl. Textverlust). Tit. u.
Vors. mit unterl. Randläsuren
verkauft
Diese
Ausgabe nicht bei Olderdißen; dort derselbe Titel (18.09) mit
abweichender Paginierung (195/ 173/ 277 S.) Adelheid Chlond fasst
das dreibändige Geschehen so zusammen: "Bei den Wirren um
die Dogen- und Prokuratorenwahl in Genua, die sich über Jahre
erstrecken, greift eine geheime Gesellschaft von Geweihten unter
Leitung des "Alten" oder "Klugen Mannes" ein.
Sie vernichtet Gibello, der den alten Dogen ermordet hat und seine
Nichte Abbelina für sich gewinnen will, und fördert die Sache
Amaldis, der als Abkömmling eines edlen Geschlechts von dem
Geheimbund, ohne es zu wissen, zur Beherrschung seiner selbst und
seiner ehrgeizigen Pläne erzogen wird, bis man ihn, der lange
irrte, für reif befindet, die Dogenwürde und Abellina zu
erringen. Als er auch von seinem letzten Fehler, der Neugierde,
geheilt ist, wird er über die geheimnisvolle Lenkung seines
Schicksals und die ihn umgebenden Wunder aufgeklärt, die nicht
durch Zauberei, sondern durch Anwendung der verborgenen Kräfte
der Natur - die damals viel zitierte >natürliche Magie< -
und den schwärmerischen Enthusiasmus der Geweihten zustande
kamen, deren Haupt, der >Kluge Mann<, sich schließlich als
der totgeglaubte Oheim Abellinas entpuppt." (Chlond, S. 93)
Im Titel natürlich verkaufsspekulative Anlehnung an Zschokkes
Abällino (1794).
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- (Heinrich August Kerndörffer): Lorenzo der kluge
Mann im Walde, oder das Banditenmädchen Ein Seitenstück zu
Rinaldo Rinaldini. Vierter (= letzter) Theil. Leipzig im Comtoir
für Litteratur 1803. Gest. Frontisp. (spiegelverkehrt; Hüllmann
n. Kerdörffer) / gest. T./ 400 S. Ppbd. d.Zt.; stärker
verschmutzt u. fl.; Buchblock etw. schief; Hinterdeckel m.
vertikalem Knick; Kupfer alt hinterlegt u. m. Tinte v. alter Hand
beschriftet; Bindung gelockert
verkauft
Wie bei Cramer lehnt sich auch im vorligenden Fall
der >Kluge Mann< in kommerzieller Absicht an den typischen
Räuberroman der Zeit an , hier natürlich in erster Linie an
Vulpius; nicht b. Olderdißen; Hayn-Got. IV, 260
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Das Turnier zu Nordhausen im Jahre 1263. Von C. G.
Cramer. Leipzig (o. Vlg.) 1810. Gest. Frontisp. (Weinrauch n.
Perger) / T./ 223 S. Hpgmtbd. m. goldgepr. Rckns. Innendeckel m.
Bibl.-Aufkl. (>Schloßbibliothek Petronell<); Grünschnitt –
gutes Exemplar
verkauft
Zuerst 1795 erschienenes Theaterstück, in dem auch
Hasper a Spada eine Rolle spielt; Olderdißen 20.03
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Eigenhändiger Brief von Carl Gottlob Cramer an
seinen Verleger, die Buchhandlung Voss et Comp. in Leipzig,
verfaßt in „Naumburg, am 10. Octbr: 1795“ und unterzeichnet
mit „Ihr Freund Cramer.“ Auf gebräuntem gefalteten 4°-Blatt
(davon d. Hälfte einseitig beschr.) m. Faltspuren; rückseitig
die Postvermerke (Abs., Postweg, Adressat) mit zwei
Siegellack-Resten 450.00
Schneidet das nie endende Thema zwischen
Berufsschriftsteller und Verleger an: „Vielleicht ist diese
Messe viel Geld bei Ihnen ein-/ gegangen, und ich bitte Sie also
nochmals sehr drin-/ gend: ist es möglich, mir die an Ostern
verspro-/chenen 50 Thaler zu schicken, indem ich alleweile über /
dem 2ten Theile Kluger Mann bin, und in 4 Wochen/ Ihnen so viel zu
schicken können hoffe, daß Herr Haaß / anfangen kann zu
drucken.“ Weitere Textstelle bei Olderdißen, S. 11; auch der
Konkurrent Fleischer ist als Geldgeber Cramers erwähnt.
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1796
LAFONTAINE
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Aristomenes
und Gorgus, oder Rache und Menschlichkeit. Von August Lafontaine.
Berlin, in der Vossischen Buchhandlung 1796. (Reihentitel: Sagen
aus dem Alterthume 1; m. gest. Karte v. Jäck n. Sotzmann) / Gest.
Frontisp. (Pen(t)zel) / gest. T.
m. Vign. (dito) / 1 Bl. (>Vorbericht<)
/ 466 S. Späterer dek. Hldrbd. a. 4 unechten Bünden m. Rckns.;
Titelei l. braunfl. – Sangm. 12 / EA - 100.00
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- Sagen
aus dem Alterthume. Frankfurt und Leipzig 1798-99. 2 Bll./ 362
S.// T./ 344 S. Zwei Ppbde.d.Zt.m.Rcknt.; etw.best.u.berieb.;
Rckn.m.kleineren Fehlstellen im Bezug. (= Samml. d.merkwürdigsten
altdeutschen Geschichten Bd.42-43) 90.00
Zwar in
Kollation, jedoch nicht im (fingierten) Verlagsort identisch m.
Sangmeister 74 und 75, der auch den Reihentitel nicht aufführt.
Enthält: Aristomenes u. Gorgus, oder Rache
u. Menschlichkeit / Romulus.
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- Sagen aus dem Alterthume. Von August Lafontaine.
Erster Band. Aristomenes und Gorgus (Haupttitel:) oder Rache und
Menschlichkeit. Zweiter Band. Romulus. Neue verbesserte Auflage
(nur Bd. 1). Berlin: Voss 1799 (Bd.2) / 1800 (Bd.1). (Vor-) T. m.
gest. Vign. (Kartenausschnitt von Jäck n. Sotzmann)/ gest.
Frontisp. (Penzel 1796) /
T. m. gest. Vign. (dito) / 1 Bl. (Vorbericht)
/ 424 S./ 1 Bl. (Nachr. f. d. Buchbinder) // (Vor-) T. m. gest.
Vign. (Kartenausschnitt von Franz n. Sotzmann) / gest. Frontisp.
(Jury) / T. m. gest. Vign./ 430 S. Marm. HLdrbd. d.Zt. m. 2
goldgepr. Rckns., kl. Rcknaufkl.,
Lederecken, Lesebändchen etc.; dek. Bände mit nur ger. Abrieben
180.00
Zweite rechtmäßige Auflage im Originalverlag; vgl.
Sangmeister 12.1 u. 13.1, hier jedoch jeweils m. Abweichungen: Bei
12.1 (wie bei der ersten Ausgabe aus dem Jahre 1796) Reihentitel
mit der Zählung >1<, 13.1 dagegen mit >2<!
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- Aristomenes u. Gorgus von August Lafontaine. Berlin
(d. i. Wien: Haas) 1802. Gest. Frontisp. (Berka n. Bergler) / T.
m. gest. Vign./ 374 S. Neuer marm. Ppbd.; St.(>Bibliotheca
Canoniae Neoreischenae<) u. Namensschild (>Martin
Ritschel.<) a. T. - Sangmeister 74.3
65.00
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- Sagen aus dem Alterthume. Von August Lafontaine.
Zweiter Band. Romulus. Berlin 1799. 344 S. T. m. gest. Vign. Marm.
HLdrbd. a. 3 Bünden m. (blindem) Rckns. Titelei u. erste Blätter
stärker gebräunt u. m. Einrissen a. Innensteg; N.-Einträge a.
Vors. u. T. (Johann Wallentin u. Gottlieb Giesse); Einbd. ber. u.
Ecken best.
50.00
Sangmeister 75 (hält Macklot oder Uebel in
Stuttgart für mögliche Verlage)
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- (Carl Heinrich Georg Venturini): Pythagoras und
seine Zeitgenossen. Ein dramatisches Gemälde der grauen Vorwelt.
Erster / Zweyter Theil (in 1 Bd.) Chemnitz, bey G. F. Taschee,
1801. XVI / 510 S./ 1 Bl.// 448 S. Gesprenkelter Hldrbd. d.Zt. m.
Rcknverg. u. rotem, goldgepr. Rckns.; etw. ber.; beim ersten Titel
Ausschnitt (m. Verlust d. Untertitels) alt hinterlegt; Not. v.
alter Hand a. Vors.; Lesebändchen; Gelbschnitt – dekoratives
Exemplar verkauft
Erschien in zweiter Auflage bei gleicher (arabischer)
Paginierung mit dem abweichenden Titel Reisen
im Alterthume. Gegenstück zu Lafontaines Sagen aus dem
Alterthume. Zweyte Ausgabe. (2 Bde.,
1804); Sangmeister VII, 265 („Erste Ausgabe nicht ermittelt.“)
Der Braunschweiger Theologe Venturini (1771-1849) wird von Plaul
(s.u., S. 201 f) unter dem Etikett „historische Trivialliteratur
universalhistorischer Richtung“ geführt.
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CRAMER
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Das Jäger-Mädchen von Carl Gottlob Cramer Verfasser
des Erasmus Schleicher. Erster / Zweiter Theil (in 2 Bd.).
Frankfurt und Leipzig (d.i. Wien?), (o.Vlg.) 1798. Gest. Frontisp.
(„gest. bey Koch“)/ gest. T. m. Vign. (Berka) / X (IX/X am
Schluß angeb.) / 278 S.// gest. Frontisp. (Berka) / gest. T. m.
Vign./ 224 S./ VI (Vorrede hinten angeb.). Ppbde. d.Zt. m. Rckns.
ber. u. etw. verzogen; Innensteg v. Bd. 1 m. Wurmspuren; z.Tl.
gebräunt, knittrig u. gering stockfl.
180.00
Olderdißen 21.07; Hayn-Gotendorf I, 688 kennt eine
in Leipzig 1796 erschienene Ausgabe, ansonsten wird Rudolstadt
1796 für die erste Ausgabe angegeben.
„Cramer hat bezeichnenderweise nicht einen
Familienroman in der Art Lafontaines oder, auf dramatischem
Gebiet, Ifflands oder Schroeders geschrieben.“ Am ehesten
„könnte man die Erzählung >Das Jägermädchen<, das
Manso in der NADB unter dem Pseudonym Hwz als „artiges
Familiengemälde“ empfiehlt (Bd. 39, 1798, S. 363), diesem Genre
zuzählen, wenn es auch, ähnlich wie der >Polterabend<,
kein ausgesprochenes Beispiel für die Gattung ist. Menzel (Gesch.
d. dt. Dichtung, Neue Ausg. 1875, Bd. 3, S. 203) sieht das
>Jägermädchen< als bestes Werk Cramers an und preist den
>hohen Zauber des Natürlichen, um welchen mancher viel höher
gestellte Dichter den verachteten Cramer hätte beneiden dürfen<.
Der Roman schildert die Schicksale eines von einem Förster
aufgezogenen Findelkindes, seine Liebe zu dem als Jäger
verkleideten jungen Grafen des benachbarten Schlosses, und endet
mit der Hochzeit – freilich hat sich Henriette zuvor als
außereheliches Kind einer Nichte der alten Gräfin mit einem
armen adligen Offizier entpuppt.“ (Chlond, S. 136) Dazu werden
wieder interessante Nebencharaktere präsentiert, hier etwa der
angeschlagene Poet Durst, wohnhaft in einem Taubenschlag, oder
sein Kollege Stoppelfeld sowie ein weiterer junger Dichterling,
allesamt Protagonisten des Geniewesens.
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- Christian Friederich (eig. Christian August)
Peschek: Das Jägermädchen. Für Empfindsame und Spötter. Zweyte
verbesserte Auflage. Wien, bey Joseph Gerold, kais. Reichs-
Hofbuchdrucker und Buchhändler. 1789. 262 S./ 1 Bl.
(Vlgs.-Anzeigen). Mit gest. Frontisp., gest. Titel- (Rosmaesler)
sowie einer gest.Text-Vignette a. S. (5). Marm. Ppbd. d.Zt. m.
(abger.) Rcknaufkl.; Titelei oben m. Innengel.-Schaden, sonst
ordentlich
verkauft
Ein ungelenk ohne Punkt und Komma produziertes
Machwerk, gleichwohl voller sozialgeschichtlicher Details: Leipzig
(besonders Gohlis) mit seinen >leichten Mädchen< (später
schildert Peschek etwa auch in dem 1798 ersch. Werk Philipp
Zeidelbär und Binchen Magensaft die
Bordellszene in Breslau), dann Berlin und die obligatorische
Kavalierstour durch Frankreich und Italien, zudem
Schlittenfahrten, Entführungen, diverse Festivitäten, alles ohne
merkliche Struktur sinnlos zusammengestoppelt. Auch der Rezensent
der ADB rügt den >scheppernden Styl< und das >gebrochene
Deutsch< und ersucht den Autor, doch bitte keine Romane mehr zu
verfassen (55, 114)
An Cramers gleichnamiges späteres Werk erinnert
allenfalls das hier ebenfalls von einem Förster aufgezogene
Findelkind und die wundersame Familienzusammenführung am Schluß.
Olderdißen (A 21) vermerkt, daß aufgrund des vorligenden Werkes
Peschek auch Cramers Harfen-Mädchen von
1799 zugeschrieben wird.
Das Werk erschien zuerst 1782 (auch auf Microfiche),
lässt sich aber in der hier vorliegenden Auflage - soweit ich
sehe - in keiner deutschen Bibliothek nachweisen. Pesche(c)k
stammt aus einer Zittauer Gelehrtenfamilie und war „Dokt. der
Med. und ausübender Arzt, auch (1802) Stadtphysikus in Zittau ...
, geb. zu Eybau 1760 am 29. Dez., studirte in seiner Vaterstadt
und dann in Leipzig und in Berlin bis 1784, da er promovirte. Er
lebte darauf als praktischer Arzt bis zum Ausgange des Jahres
1794, wo er den ungesuchten Ruf zum Feldmedikus des Kurf.
Reichskontigents annahm und in dieser Qualität zweyer Feldzügen
am Rhein beywohnte.“ (Otto, Oberlausitz. Schriftst., Bd. 2, S.
777, hier >Pescheck<). Peschek starb 1833. Goed. IV/1, 608;
Holzm.-Boh. VII, 5038;
Hayn-Got. III, 374 (m. Verweis auf
Behrisch, Wiener Autoren, 1784); Hadley 94.
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- Das Jägermädchen. Gemälde aus der wirklichen
Welt, in fünf Akten von C(arl) M(artin) Plümicke (Nach C. G.
Cramer.) Augsburg 1804. Bey Christoph Friedrich Bürglen, Buch-
und Kunsthändler. 191 S. In: Neueste deutsche Schaubühne.
Sechster Band. (hier durchgestrichen / a. zweitem Titel: Zweiter
Jahrgang. Zweiter Band) Augsburg: Bürglen 1804. Violetter Ppbd.
d.Zt. m. 2 Rcknaufkl. Rckn. verblasst; Ziffer a. T. – gutes
Exemplar
80.00
Olderdißen 21.13; danach zuerst 1803 erschienen; die
hier vorliegende Fassung bei Oderdißen nach Goed. u. BLC
aufgenommen, wonach es zwei Druckvarianten geben müsste.
Weiterhin hier enthalten: August Wilhelm Schlegel: Jon.
Ein Schauspiel. (T./ 109 S.) und August
von Kotzebue: Der Vater von ungefähr. Ein
Lustspiel in einem Akt. Nach dem Französischen der Herren Pain
und Viellard. (40 S.)
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Leiden
und Freuden des ehrlichen Jacob Luley, eines Märtyrers der
Wahrheit. Vom Verfasser des Erasmus Schleicher. Erster / Zweyter
Band (in 2). Leipzig, bey Fleischer 1796-97. Gest.Frontisp./ T. m.
gest. Vign./ XII / 308 S.// Gest. Frontisp./ T. m. gest. Vign./
XII / 372 S. Schlichte Ppbde. d.Zt.; stärker ber. u. best.; Ecken
u. Gel. etw. läd.; gebräunt, tls. stockfl.; N. a. Innend.
250.00
Goed.
V, 510, 10/22; Hayn-Got. I, 692;
Olderdißen 22.01. – Kupfer von C. Schule nach J. D. Schubert.
Wohl erste Ausgabe, obwohl Hayn eine Meininger Ausgabe v. 1796
kennen will. Olderdißen schließt deren Existenz aus.
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- Dass. Erster Theil (v. 2). Leipzig: Fleischer 1796
// (Bd. 2 unter dem Titel): Jakob Luleys Wanderungen durch´s
menschliche Leben. Vom Verf. des Eras. (so!) Schleicher. Zweiter
Theil. Wien u. Prag: Haas 1798. Gest. Frontisp. (Schule n.
Schubert) / T. m. gest. Vign.
(dito) / XII S./ 308 S. // Gest. Frontisp.
(Maillard n. Schubert) / gest. T. m. Vign./ VIII / 238 S. Bd. 1:
Ldrbd. d.Zt. m. (tls. abgeriebener) Rcknverg.; Rotschnitt,
Buntpapiervors. Wurm- u. Klebespuren am Innensteg d.Titels;
Pap.fingerfl. Bd. 2: Einf. Broschur d.Zt. m. Bibl.aufkl.a.
Vorderdeckel; T. oval gestempelt („Biblioteka Zagrebu Kraej.
Sveucilistna“); Einband beschm., wasserfl., Rckn. ausgebessert
u. am ob. Kap. läd. Pap. gering stock-u. fingerfl., Titelei m.
Feucht-Rand
160.00
Mischauflage;
Bd. 1: Olderdißen 22.01; noch recht ordentl. Ex.des ersten Bandes
der EA, da Nr. 22 wohl nicht erschienen ist; Bd. 2: Olderdißen
22.06 (falsche Pag., vgl. nächste Aufnahme)
Die Figur
des ehrlichen, naiv-idealistischen - oder eher einfältigen? –
„jungen Mannes“ (ab S. 43: „Mein Name, unter welchem ich
mich durch die Welt hinschleppe, ist Jakob Luley“; ab Bd. 2, S.
141 ein „neuer Freiherr von Sturm – ehemals Luley genannt“)
dient Cramer dazu, seine von jeher starken Vorbehalte gegen die
Hof-Kamarilla zu veranschaulichen. Hinter dem Rücken des guten
Königs – ebenfalls eine gewohnte Typisierung des (zumindest
nach 1789) monarchistisch orientierten Cramer – wird Luley, ein
>Neffe des Ysop< und des >reisenden Mechanikus<, ohne
nachvollziehbaren Anlaß von Höflingen der Reiche >Melanien<,
>Saffran< und >Amarintha< verfolgt, der Zugehörigkeit
zu einem >Club< (S. 75) oder >großen Verbindung< (S.
130) bezichtigt und zeitweise gar festgesetzt. Stets aber siegt
hier – anders als bei den rabenschwarzen Schicksalen im Gefolge
des >Candide< - das Gute: Entweder man zieht sich
erfolgreich in die private Idylle zurück, oder man triumphiert
bei Hofe über die Intriganten.
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- Jacob Luleys Wanderungen (wie oben) Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.). Wien und Prag bey Franz Haas 1798. Gest.
Frontisp.(Maillard n. Schubert)/ Gest. T. m.Vign./ VIII (Vorrede,
unterz.: „Meiningen, den 3.Jan.1796. Carl
Gottlob Cramer, Herzogl.Forstrath.“) / 189 S.// Gest. Frontisp.
(dito) / gest.T.m.Vign./ VIII / 238 S. Ppbd. d.Zt. m. rotem
Rckns.; ber. u. best.; Rckn. tls. läd. u. m. Klebespuren; innen
kaum fl. - Mit fehlerhafter Paginierung, vgl. Olderdißen 22.06
150.00
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1797
LAFONTAINE
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Die
Familie von Halden. Von August Lafontaine. Erster / Zweiter Band
(in 2). Berlin: Voß 1797 (Familiengeschichten 1-2) Gest.
Frontisp.(Jury) / Gest. T.
m. Vign. (dito) /
509 S.// gest. Frontisp. (dito)/ gest. T.
m. Vign. (dito) / 495 S. Hldrbde. d.Zt.; Rckn. m. stärkeren
Einrissen u. Fehlstellen; ber. u. best.; Pap. tls. fingerfl.,
gebräunt u. stockfl.; Besitzeintr. a. Vors.; Reihent. fehlt
verkauft
Sangmeister
14. Erste Ausgabe. Franz Rummelt: "Man könnte diesen Roman
ein scharfes Gericht über die schlimmen Charaktereigenschaften
der Habsucht, des Neides und des Ehrgeizes nennen, wenn man die
Grundstimmung der einen handelnden Partei ins Auge fasst."
(S. 105) Rummelt sieht "in der geradezu erdrückenden Menge
von Verführungsversuchen des Präsidenten Seelenberg, den
Lafontaine nicht düster und wollüstig genug malen kann",
Defizite in "rein technischer Beziehung". (Rummelt, S.
107) Verschleppungen, Entführungen und Intriguen sollen die Liebe
zwischen Seibold und Emilie verhindern, doch der Hafen des stillen
Glückes wird auch hier von Lafontaine zielsicher angesteuert. Zu
den kompositorischen Merkwürdigkeiten zählt die anfangs
eingeführte Tochter Hannchen des Majors von Halden, die wohl
irgendwie vergessen wurde.
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- Dass. Zweiter Band (von 2) Berlin: Voß 1797.
Reihentitel / gest. Frontisp. (Jury)
/ gest. T. m. Vign. (dito) / 495 S.
(Familiengeschichten 2) Marm. Ppbd. d.Zt. m. hs. Aufkl. a. Rckn.,
leicht schiefgelesen, best. u. Kapitale einger., Titel etw.
verschmutzt (Besitzersign. durchgestr.) u. fingerfl.; 8-zeilige
Notiz v. alter Hand (J.G. Perge) a. Schmutztitel
35.00
Einzelband aus der ersten Ausgabe – Sangmeister 14;
Goed. V, 497, 7; zur Reihe vgl. unter 1799
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- Dass. Zweiter Band. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1800.
Gest. Frontisp./ gest. T. m. Vign./ 388 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m.
(angeränd.) hs. Rcknaufkl.; Titelei m. kl. Feuchtrand – Sangm.
69.2
35.00
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- Dass. Erster / Zweiter Theil. Neue verbesserte
Auflage (Nachdruckausgabe). Berlin (d.i. Stuttgart: vermutl.
Macklot od. Uebel) 1801. Je
1 T. m. gest. Vign./ 423 / 392 S. Gut erhaltene braune Ppbde d.Zt.
m. goldgepr. Rckns. Fein gearb. Titelvignetten (Hering?) -
Sangmeister 69.4
120.00
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CRAMER
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Schattenspiele. No. III. IV. V. Berlin: Maurer 1798.
Gest. Frontisp. (Bolt; drastische Szene mit Sultan, >Sultaninnen<,
Wirt und Herzog) / gest. T. (dito; galante Strumpfband-Szene am
Kamin hinter halb geöffnetem Vorhang) / 323 S./ 5 Bl.
(Vlgs.-Anz.) Hldrbd. d. Zt. A. fünf Bünden m. Rckns.; ob Kap.
abgegriffen; beschabt; Deckel fl. u. m. Knickspuren; Pap. tls.
braunfl. 220.00
Der zweite Teil der ersten Ausgabe, die ab 1797
erschien. Drei Beiträge (einer davon als Fortsetzung), am Schluß
im Paris der Revolution spielend; Olderd. 64
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- Schattenspiele. Von Carl Gottlob Cramer, Verfasser
des Erasmus Schleicher, und andern. Leipzig 1801. Gest. Frontisp.
(Blaschke n. >Juri< !) / T./ 157 S. Schmuckppbd. d.Zt. m. 2
Rckns. (eines mit >1<); Ecken, Kanten u. Kap. abgestoßen;
Bes.-Aufkl. a. Vors. (>Joh. v. Dierzer<); Monogramm-St. a.
T. (>F I Z<); Pap. tls etw. gebräunt u. wen. fleckig –
ordentliches Ex. 140.00
Als solcher nicht ausgewiesener erster Band (von 2)
dieses Nachdruckes mit drei Beiträgen (davon einer
unabgeschlossen); Olderdißen 64.01 – mit der vorgenannten Nr.
Fragmente aus den beiden einzigen Ausgaben
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1798
LAFONTAINE
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Saint Julien. Von
August Lafontaine. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1800. Gest.
Frontisp./ gest. T m. Vign./ 384 S. Mod. marm. Ppbd. m. rotem
Ld.-Rckns. Titelei unten unbeschnitten; Pap. tls. fleckig; neueres
Exlibris a. Innendeckel (>Manuel Frey<) – gutes Exemplar
150.00
Sangmeister
72.3; zuerst 1798 erschienen; „Wiederum ist es ein kultivierter
Standesherr, der in einer Art Tagebuch auf Leben und Leiden seiner
Familie zurückblickt, den erbarmungswürdigen Weg ausmißt von
der Zerstörung seines Familienglücks bis zum endlichen
Wiedergewinn stoischer Seelenruhe.“ ( Harro Zimmermann, a.a.O.,
S. 287)
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- Dass.
Neue verbesserte Auflage. Berlin (d.i. Stuttgart): o.V., 1801. T.
m. gest. Vign./ 408 S. (Verlag vermutl. Macklot oder Uebel).
Marmorierter Ppbd. m. hs. grünem Rcknaufkl.; etw. ber. u. best.;
Pap. gering gebräunt u. wen. stockfl.; kleiner ovaler St. (etw.
verwischt) auf hint. Innendeckel (>Gräfl. Adelmannsche Fideik.
Bibliothek Hohenstadt<)
150.00
Nachdruck.
Sangmeister 72.4. Die Grenzen aufklärerischen Wirkens sieht
Lafontaine / Saint Julien: "Ich habe schon oft die Bemerkung
gemacht, daß Menschen Handlungen, die sie lesen, mit vollem
Herzen bewundern können, und sie doch, wenn sie selbst einmal
ähnlich thun sollten, gerade hin für Narrheit, für Raserei
erklären würden; daß sie einen Menschen in einem Buche mit
Abscheu anbliken, und ihn doch im Leben ohne Bedenken zu ihrem
Freunde machen könnten. Ach, wäre die Tugend im Leben so
liebenswerth, so reizend, wie in einem Romane, es würde kein
Mensch lasterhaft sein." (S. 134) Gustav Parthey schreibt in
seinen "Jugenderinnerungen" über die Mitleid erregende
Lektüre
der von dem Blutgerüst verfolgten Familie: "Diese
erfundene tragische Geschichte wurde von vielen Lesern für wahr
gehalten, und Lafontaine als Herausgeber erhielt von mehreren
Seiten, von ungenannten und genannten Personen nicht
unbeträchtliche Geldsendungen zur Unterstützung der armen
Familie St. Julien." (zitiert nach Dirk Sangmeister,
Vergänglichkeit, S. 120)
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-
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(August Wilhelm Schlegel): Beyträge zur Kritik der
neuesten Litteratur. In: Athenaeum. Eine Zeitschrift von August
Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel. Erster (bis) Dritter
Band. Berlin: Friedrich Vieweg (später: Frölich) 1798-1800
(Nachdruck, hrsgg. v. Bernhard Sorg, 2 Bde., Dortmund 1989). 3
Bl./ T./ 4 S./ 1 Bl.(Druckfehler) / 177 S. (hier, 1. Bd./ 1. St.,
S. 141-177, o.g. Beitrag, davon bis S. 167 zu Lafontaine) / 178
S./ T./ 2 Bl./ 180 S./ 2 Bl./ S. (181)-340 / T./ 2 Bl./ 164 S./ 2
Bl./ S. (165)-352 / S. (1089)-(1132) – (Nachwort) / 1 gef. Bl.
(Inhalt). 2 Bände in Originalbroschur im Schuber (gering fleckig,
sonst tadelloses Faksimile) 48.00
Bereits 1798 wurde Lafontaines Erfolg für die sich
formierende Romantik unerträglich und A. W. Schlegel liefert hier
schon einmal eine Art Generalabrechnung mit dem beliebten Autor.
Dabei kommen solch weit hergeholte Vorwürfe wie unzulässige
Sinnlichkeit im unschuldigen Kindesalter (S. 156 ff) oder die
Plagiierung von Zeitgenossen zur Sprache: „St. Julien gründet
sich auf den Landpriester von Wakefield, im Flaming ist etwas von
Siegfried von Lindenberg, zu Anfang von Natur und Buhlerey
schimmert viel guter Wille den Werther zu machen hindurch, und /
was das pikanteste ist: er Jean = Paul = Richterisirt seit kurzem
mit dem besten Anstande.“ S. 159 f). All dies stellt Schlegel
nicht unbedingt das Zeugnis tieferer Kenntnis zeitgenössischer
Unterhaltungsliteratur oder zureichender Lektürekompetenz aus,
offenkundig berücksichtigt er nur Spitzen, nicht aber das
Unterholz.
Die kommentierte DDR-Athenäum-Auswahl (etwa 2.
Aufl., Leipzig 1983, 539 S., 10.00) ist ebenfalls vorrätig.
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CRAMER
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Die Familie Klingsporn. Ein Gemälde des
Jahrhunderts. Vom Verfasser des Erasmus Schleichers. Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.). Riga (Wilhelm Christian Müller) 1799.
Gest. Frontisp. (Berka) /
T. m. gest. Vign. (dito) / VIII (>Vorrede<) / 219 S.// gest.
Frontisp. (dito) /T. m. gest. Vign. (dito) / 211 S. Marm. Ppbd.
d. Zt. m. Rckns.; Gelenke zw. Frontisp. u. T. gelockert; Pap.
gebräunt, etw. fingerfl.; Vors. rot gestempelt (>Emil
Brunner... Buchhandlung u. Antiquariat Wien 1, Schülerstr. 1<);
verbl. Rotschnitt
150.00
Olderdißen 23.01. Zweite Ausgabe. "Die Familie
Klingsporn hat ohnstreitig schöne Stellen. Rec. rechnet dahin die
Schilderung der sämmtlichen Personalen der Familie gleich am
Anfange des ersten Theils, und jene herzlichen Scenen gegen das
Ende des zweyten Theils; aber allenthalben blickt die Eigenheit
des Verf.durch, den Figuren seines Gemäldes etwas Kolossalisches
zu geben, seine Karaktere fallen fast alle ins Groteske. Auch hier
ist wieder die Hofwelt der Schauplatz, und die Scene liegt in den
höhern Ständen; nur hier und da läßt er einzelne Gruppen aus
den niedern Klassen damit contrastiren; aber man kann billig
zweifeln, daß es solche Müller im Heiligen römischen Reiche
irgendwo gebe, als sein Hans Horeb ist. Das Ganze enthält die
Schilderung eines Feldmarschalls Klingsporn, der sich und seine
Familie bis auf einen Sohn und eine Tochter durch allerlei
Despotenkniffe und Pfiffe zum größten Nachtheil des Landes, das
ihn ernährte, in alle Stellen eindrängt und seinen Nepotismus
aufs äußerste treibt, bis endlich der zu scharf gespannte Bogen
reißt, und die Familie bis auf jenen zurückgesetzten Sohn und
jene verstoßne Tochter gestürzt, und an den Bettelstab gebracht
wird, wo sie denn gerade bey diesen beyden Trost und Unterhalt im
Unglück findet. An mehreren psychologischen unnatürlichen
Sprüngen fehlt es im Laufe dieser Familiengeschichte nicht; an
dergleichen sind aber die Leser von des Verf. Schriften längst
gewöhnt." (NADB, 1800, Bd. 50, S. 374 f)
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- Dass.
(ohne Zusatz: Ein Gemälde...) Riga (d.i. Wien), (o.Vlg./ Haas?)
1799. Erster / Zweyter Theil (in 1 Bd.). Gest. Frontisp. (Stöber)
/ T. m. gest. Vign.(dito) / XII (unterz.: „Geschrieben, zu
Meiningen, den 30.Septembr. 1797.“)/ 252
S.// gest. Frontisp. (Blaschke) / T. m.
gest. Vign./ 236 S. Neuerer Ppbd. m. hs. Rcknaufkl.; Titelkupfer
u. Titel gebräunt u. etw. wasserfl.; Pap. l. gebräunt; marm.
Schnitt - Olderdißen 23.02
140.00
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- Die
Familie Klingsporn. Ein Gemälde des Jahrhunderts. Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.). Vom Verfasser des Erasmus Schleicher.
Riga (d.i. Wien: o.Vlg.) 1799. T. m. gest. Vign./ XII S./
(13)-230 S.// T. m. gest. Vign./ 216 S. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns.;
ber. u. best., Buchblock etw. schief gel.; ob. Kap. def.;
Vorderdeckel gelockert; Rotschnitt; Pap.durchgehend gebräunt u.
tls. fleckig; hs. Namenszug (alt) auf zweitem Titel
140.00
Goedeke
V, 510, 10/24 (dort anders pag. Ausgabe >Riga 1798<);
Olderdißen 23.03
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Peter Schmoll und seine Nachbarn. Vom Verfasser des
Erasmus Schleicher. Erster / Zweyter Theil (in 1 Bd.). Rudolstadt
(o. Vlg.) 1800. T./ 187 S.// 183 S. Ppbd. d.Zt. m. rotem hs.
Rckns.; etw. ber.; kl. Loch i. Vors.; innen frisch; leicht
schiefgel.; Rotschnitt
180.00
Olderdißen 24.06 (hier Variante ohne T.-Vignetten);
zuerst 1798 ebenfalls in Rudolstadt (wie fast alle Ausgaben –
auch ohne Impressum wohl meist oder gänzlich bei Langbein und
Klüger) erschienen; Kaldewey, H. & T. 7, 2, wagt eine
Inhaltsangabe: “Vielfach sozialkritischer Roman. Geistreiche u.
spöttelnde Geschichte eines vermögenden, doch weltfremden
Kaufmanns aus Amsterdam. Seine Erlebnisse auf der Flucht vor der
Revolution lassen vielfach an Don Quichote denken. Einige lockere
Scenen (!) durch die Tochter, die ihre Unschuld verliert. Vorlage
zu Webers Oper >Peter Schmoll<.“
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- Peter Schmoll und seine Nachbarn. Von
Carl Gottlob Cramer. Erster / Zweyter
Theil (in 1 Bd.). Rudolstadt, (o. Vlg.) 1803. Gest. Frontisp. (v.
Weinrauch) / T./ 174 S.// gest. Frontisp.
(dito) / T./ 173 (recte 175) S. Marm. Hpgmtbd. m. goldgepr.
Rckns.; etw. berieben; Aufkl. a.
Vorsatz (>Schloßbibl. Petronell<); Pap.etw.gebräunt; gutes
Exemplar - Olderdißen 24.07
200.00
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- Carl Maria von Weber: Peter Schmoll. Komische Oper
in zwei Akten nach einer Idee von Rolf Lauckner von Willy Werner
Göttig. Musikalische Einr. n. d. Urtext v. Meinhard v. Zallinger.
Textbuch. Frankf. u.a. o.J. (1963). 2 Bl./ 49 S. 4° Bedr.
Obroschur
verkauft
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Hans
Stürzebecher und sein Sohn. Ein Beitrag zur Geschichte meiner
Zeit. Von Carl Gottlob
Cramer. Erster / Zweiter Theil (in 1
Bd.). Leipzig (o.Vlg.) 1799. 1 Bl. (Reihentitel: C.G.Cramers
sämtliche Schriften. Fünfzehenter/ Sechzehenter Band.
1799-1800)/ VIII(9-)232 S./ T. m. gest. Vign./
1 Bl./ 192 S. Marm. Ppbd. d.Zt. m. hs. Rcknaufkl.;
berieb. u. Kanten tls. def.; hs. Besitzeintr. m. Tinte v. alter
Hand a. Innendeckel; Pap. tls. fingerfl. u. gebräunt
verkauft
Zuerst 1798 erschienen. Bd. 1 hier nur mit
Reihentitel. Revolutionsparabel u. frühe Form des
politisch-konservativen Tendenzromans. „Mit Hilfe eines
vermeintlichen Emissärs der Französischen Revolution ahmt die
Bauernrevolution in dem sich für unabhängig erklärenden Dorf
Heidenau ihr großes Vorbild im Verlauf wie in den politischen
Organisationsformen nach, bis hin zur Gefangensetzung der
örtlichen Standesherrin, zur poltischen Emigration (die als
„Emigrantenmacherey“ der Selbstbereicherung des
revoltutionären Dorfschulzen dient) und zur Parteienbildung –
in >Aristokraten< (der Schulze Stürzebecher und sein Sohn
als >General< der dörflichen Nationalgarde), jakobinische
>Demokraten< und >Monarchisten< (die darauf warten,
bei der erwarteten Restauration die Ämter ihrer revolutionären
Vorgänger zu übernehmen)." (Göttsche: Zeit im Roman,
S.213-214) Die Niederschlagung der Revolution durch den Ritter
Haueisen verschränkt in der Wiederherstellung der feudalen
Ordnung konservative Zeitkritik mit antirevolutionären Motiven in
zum Teil satirischer Überhöhung. Olderdißen 25.02
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- Dass. Erster / Zweiter Theil. Mit 2 gest.
Titelvignetten. Bd. 1: Pp. d.Zt. m. marm. Überzugspap./ Bd. 2:
Einf. Ppbd. d. Zt. m. Rcknaufkl.; etw. schiefgel. u. m.
Gebrauchsspuren; Pap. gebr.
verkauft
Paginierung wie oben, jedoch ohne die Reihentitel;
abweichende Bindung, Format identisch; Olderdißen 25.02
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- Dass. Erster Theil (von 2). Ebd. 1799. T. m. gest.
Vign./ VIII/ (9)-232 S.
Marm. Ppbd. d.Zt. m. rotem Rckns.; ber.
u. best.; Pap.durchgehend gebräunt - Ohne Reihentitel
70.00
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1799
LAFONTAINE
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Kleine Romane und moralische Erzählungen. Von August
Lafontaine. Erster (bis) Neunter Theil. Verbesserte und vermehrte
Ausgabe. Berlin: Sander 1799 (bis) 1801. Gest.Frontisp.(Jury)/
T. m. gest.Vign./ 1 Bl./ II / 290 S./ 1 Bl. (gedr. b. August
Wilhelm Petsch) // Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest.Vign./ 2 Bl./
281 S./ 1 Bl.// Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest.Vign./ 2 Bl./
284 S.// Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest.Vign./ 2 Bl./ 279 S.//
Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest. Vign./
2 Bl./ 266 S./ 1 Bl.// Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest. Vign./ 1
Bl./ 274 S.// Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest. Vign.(1801)
/ 2 Bl./ 278 (recte 276) S.// Gest.Frontisp.(dito) / T. m. gest.
Vign./ IV / 299 S.// T./ VI / 233 (recte 277) S./ 1 Bl.(>Inhalt
der ganzen Sammlung). Kl.-8° Marm. Hldrbde. d.Zt. m.Rcknverg., 2
Rckns. u. 1 kl. Rcknaufkl. a. unt. Kap.; Lederecken, Lesebändchen
etc.; Ex. auf besserem, tls. bläulichen Papier; ausgesprochen
dekorative Reihe verkauft
Vgl.
Sangmeister 18, wo die Titel der einzelnen Erzählungen aufgeführt
sind; die Reihe ist entgegen dem Auflagenvermerk im Grunde eine
Erstausgabe und in diesen neun Bändchen mit 23 Beiträgen
vollständig (wie das Gesamtverzeichnis am Ende v. Bd. 9
nachweist), auch wenn ab 1810 noch 3 Nachtragsbände mit neuer
Zählung der Beiträge erscheinen (zur komplitzierten
Editionsgeschichte vgl. Sangmeister a.a.O.); daß der sonst
zuverlässige Sangmeister für den letzten Bd. 1802 als
Erscheinungsjahr angibt, mag mit Jurys ausstehenden Kupfern des
neunten Bandes zusammenhängen, die hier 1801 noch fehlen und in
unserem Exemplar auf dem (Interims-) Titel als Nachlieferung in
Aussicht gestellt werden. Zur vier- bzw. sechsbändigen
Vorläuferausgabe vgl. oben 1794
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Dass. Bd. 1 – 6 (in 3 Bdn.) Berlin:
Sander 1799. 6 gest. Frontisp. u. Titel m. 6 gest. Vignetten/ 290
S./ 281 S.// 284 S./ 279 S.// 266 S./ 274 S. Marm. Hldrbde. d.Zt.
m. goldgepr. Rckns. u. Bd. -Zählung; ger. ber. u. best. –
Titelkupfer u. Vignetten von Jury
220.00
Enthält:
Bd. 1: I. Liebe und Tugend. II. Das Räthselspiel. Bd. 2: III: Die
Harfenistin, oder die Liebe auf dem Riesengebirge. Bd. 3: IV: Idda
von Tokenburg, oder die Stärke der Eifersucht. V. Der edelste
Mann. VI. Die Entdeckung der Insel Madera. VII. Verbrechen aus
Leichtsinn. Bd. 4: VIII. Die gefährliche Probe. IX. Liebe und
Dankbarkeit. X. Die Stärke des Vorurtheils. Bd. 5: XI. Die Strafe
im Alter, oder die Folgen des Leichtsinns. XII. Die Versöhnung.
Eine wahre Familienscene. Bd. 6: XIII. Die väterliche Gewalt.
XIV. Die Rache.
Sangmeister
18. Demnach erschienen Bd. 7-8: 1801, Bd. 9: 1802, Bd. 10-12:
1810
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- Dass. Zweiter Theil (von 8). Neueste vermehrte
Ausgabe. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1801. Gest. Frontisp./ gest. T.
m. Vign./ 292 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. Rcknaufkl. Gel. u. Kap.
tls. läd. (jedoch fest); etw. gebräunt
35.00
Sangmeister 100.1; Teil eines auf 8 Bände angelegten
Wiener Nachdruckes; enthält Die
Harfenistin, oder die Liebe auf dem Riesengebirge
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- Kleine Erzählungen und Geschichten. Von August
Lafontaine. Erstes Bändchen (bis) Sechster Theil (in 3 Bdn.) (Ab
Tl. 2): Neue verbessert(e) und vermehrte Auflage. Göttingen (Tl.
1) und Berlin (d.i. Stuttgart: Uebel) 1799-1802. 192 S. // T./
221 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) // T./ 237 S./ 1 Bl. (dito)
// T./ 190 S./ 1 Bl. (dito) // T./ 192
S.// T./ 152 S. Ppbde. d.Zt. m. grünem goldgepr. Rckns. Ecken u.
Kap. etw. bestoßen; alle T. m. gest. Vign.
(Hering) - tadelloses Ex. verkauft
Sangmeister 82 (kennt nur 5 Teile; ohne
Stecherangabe); Auswahl aus Kleine Romane
und moralische Erzählungen; in dieser
Vollständigkeit jedenfalls äußerst selten
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Familiengeschichten. Von August Lafontaine. Berlin,
in der Vossischen Buchhandlung/ bei Johann Daniel Sander
1799-1803. 6 (von 12) Bdn. Marm. braune Hldrbde. d.Zt. m. Rckns.
u. dezenter Rückenvergoldung; Vorderdeckel v. Bd. 2 u. 4 m.
Papierabrieben; Ecken bestoßen; sonst ordentliches, dekoratives
Exemplar.
280.00
Bd.1/2 enth.: Die Familie von Halden. Dritte
verbesserte Auflage. Berlin: Voss 1803. Je 1 Reihentitel / gest.
Frontisp./ T. m. gest.
Vign. (Jury) / 494
S./ 482 S. – Sangmeister 14.2
Bd.3 enth.: Saint Julien. Neue, verbesserte Auflage.
(2. rechtmäßige Ausg.) Ebd. 1799. Reihent./ gest. Frontisp./ T.
m. gest. Vign.(Jury) / 478
S. – Sangmeister 16.1
Bd.4/5 enth.: Hermann Lange. Neue verbesserte
Ausgabe. (2. rechtmäßige Ausg.) Berlin: Sander 1800. Je 1
Reihent./ gest. Frontips./
T. m. gest. Vign. (Jury) / 1 Bl. (Widmung
an Luise v. Preussen)/ 486 S./ 1 Bl. (Nachricht
an das Publikum, die vor >verstümmelten<
Nachdrucken warnt) / 462 S. – Sangmeister 17.1
Bd.6 enth.: Karl Engelmanns Tagebuch. Herausgegeben
von A.L. Neue, verbesserte Ausgabe. (2. rechtmäßige Ausg) Ebd.
1801. Reihent./ gest. Frontip./ T. m. gest. Vign. (Jury) / 371 S.
– Sangmeister 19.1; Bd. 9/10 der Familiengeschichten
(Henriette Bellmann) siehe 1802
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- Hermann Lange. Von August Lafontaine. 2 Bde.
Berlin: Sander, 1799 (Familiengeschichten 4/5). T. m. gest. Vign.
(Jury) / Reihen-T./ 496 S.// T. m.
gest. Vign. (Jury) /
Reihen-T./ 473 S./ 1 n.n. S.
(Druckfehler) Marm. Hlnbde. d.Zt. m. 2 Rcknaufkl.; T. (verso)
gestempelt (>F.F. Bibliothek Donaueschingen<) bläuliches
Pap., T. etw. gebräunt u. fingerfl.
110.00
Ohne das bei Sangmeister angeg. Dedikationsblatt und
die T.-Kupfer. Sangmeister 17; erste Ausgabe. Lafontaine lässt
seinen Helden programmatisch ausrufen: "Die Aufklärung ist
kein Blitz in der Nacht, der auf einen Augenblick das stärkste
Licht gibt, nebenher blendet und es dann nur desto dunkler werden
läßt, sondern das Anbrechen des Tages, der allmählich ganz
erhellt. Ehe man es sich versieht, wird die Sonne da sein. Laß
mich auch das noch sagen: so wie die Sonne von unten heraufsteigt,
so muß die Aufklärung aus dem Mittelstande kommen. Er kann, eben
weil er in der Mitte ist, nach oben und nach unten wirken."
(Teil 2, S. 112) Da der Autor den Hermann
Lange für den besten seiner
Familienromane hielt, widmet er ihn "Ihrer Majestät der
Königin von Preußen Luise in tiefer Ehrfurcht und Dankbarkeit".
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- Ders.: Hermann Lange. Neue verbesserte Ausgabe. (2.
rechtmäßige Ausg.) ErsterBand (von 2) Berlin: Sander 1800. Gest.
T.-Kpfr. (Jury) /T. m.
gest. Vign./ 2 Bl. („Ihrer Majestät
der Königin von Preußen Luise mit tiefer Ehrfurcht und
Dankbarkeit gewidmet.“)/ 486 S./ 1 Bl.(>Nachricht an das
Publikum< - betr. Warnung vor Raubdruckpraxis) Marm. Hldrbd.
d.Zt. m. Rckns., Gelenke aufgebr., jedoch fest;
Leihbibliotheksstempel überklebt (>Eigentum der Leihbücherei
Lohr<) – Sangmeister 17.1
40.00
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- Hermann Lange. Erster / Zweiter Band (in 1)
Frankfurt u. Leipzig (d.i. Stuttgart), o.Vlg. 1802. T. m. gest.
Vign./ 420 S.// T. m. gest. Vign./ 392 S. Etwas späterer Hldrbd.
m. goldgepr. Rcknt.; ber. u. best.; Gelenke tlw. gelockert u.
Bindung offen; Buchblock schief; handschriftl. Vermerk m.
Bleistift a. Vorsatz: "gelesen October 1926"; Papier
stärker gebräunt
90.00
Sangmeister 80.3. Hilde Ishorst bemerkt zum Hermann
Lange: "Auch die Schilderung des Milieus ist Lafontaine
vortrefflich gelungen; es ist typisch kleinstädtisch, ein jeder
kennt den andern und kundschaftet voll Neugierde aus, wie er lebt
und was er treibt, sei es, daß er Anteil daran nimmt, oder aber,
- und das ist öfter der Fall - daß er ihn beneidet. Nicht
vergessen ist der Nachtwächter, der um alle Ereignisse in der
Stadt weiß und sie jedem eifrigst mitteilt. Die Verhältnisse und
Mißstände am Hofe des kleinen Fürsten sind dem Hofleben der
damaligen Zeit getreulich nachgezeichnet. Auch hier sind die Gunst
des Fürsten und der Adelstitel für die Besetzung von Ämtern
entscheidend. Dem Humor weist Lafontaine nur eine bescheidene
Rolle zu (...) An rührenden Szenen und empfindsamen Stimmungen
läßt uns der Schriftsteller sehr oft teilnehmen. In der
Beschreibung eines friedlichen Familienlebens, in der Darstellung
einer Liebe, in der Schilderung einer treuen Freundschaft, die
zwei edle Männer oder Frauen miteinander verbindet, findet er
reichlich Gelegenheit, seine sentimentale Einstellung zum Leben zu
offenbaren." (Ishorst, S. 54-55)
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Glück aus Unglück. Von August Lafontaine. In:
Romanen-Kalender für das Jahr 1799. Von B****, August Lafontaine,
Mademoiselle Levesque, Sophie Mereau, Karl Reinhard, und G. W. K.
Starke. Göttingen, bei Johann Christian Dieterich (o.J.)
(Zwischentitel / S. (I)): Kleine Romanen-Bibliothek. Von B**** ...
(wie oben). Jahrgang 1799. Göttingen, bei Johann Christian
Dieterich 1799. Gest. Portr. (Joh. Gottwerth Müller) / 17 Bl.
(u.a. Kalendarium) / VIII / 326 S. m. 6 Kupfern v. Riepenhausen n.
Schubert. 12° Orangefarb. Oppbd. m. 2 gest. Kostümdarstellungen
a.d. Deckeln, Goldschn., Schmuckvors. etc.leicht ber., Schnitt
etw. ungleich
280.00
Auf S. 1-51 Lafontaines Aufsatz, dazu ein Kupfer nach
S. 46; zweiter Jahrgang des bis 1803 erschienenen Almanachs; die
Vorrede (S. III-VI) stammt vom Herausgeber Karl Reinhard, ferner
Beiträge v. Bouterwek sowie den auf dem Titel Genannten ; vgl.
Sangmeister 197.1; Lanck./Rümann S. 82; Köhring S. 98
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CRAMER
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Das Harfenmädchen. Von
Carl Gottlob Cramer. Rudolstadt,
(o.Vlg.; Langbein und Klüger) 1803. Gest.Frontisp. /T. /224 S.
Broschur d.Zt., mit Ornamentpap. überzogen; unbeschnitten;
fingerfleckig und gebräunt; ganz leicht schiefgelesen; insges.
ordentliches Exemplar
verkauft
Erschien zuerst 1799 bei Langbein und Klüger in
Rudolstadt unter dem Titel >Das Harfenmädchen. Vom Verfasser
des Jäger=Mädchens.< Hayn-Gotendorf I, 687; Olderdißen
26.05; Zwischentitel hier: >Das Harfner-Mädchen<
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- Das Räubermädchen. Ein Seitenstück zum
Harfenmädchen von C. G. Cramer. Leipzig, Im Verlage von Anton
Doll 1801. Gest. Frontisp. (Antropp n. Matthaei) / T./ 181 S./ 1
Bl. (Vlgs.-Anz.) Gesprenkelter Ppbd. d.Zt.; nur unbed. ber. u.
best.; Rotschnitt
verkauft
Olderdißen A 22.01; fragliche bzw. unbegründete
Zuschreibung an Cramer
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Die gefährlichen Stunden. Erster/Zweiter Theil (in 2
Bdn.) Von Carl Gottlob
Cramer. Weißenfels und Leipzig, bey
Friedrich Severin und Comp. 1799-1800. T./ 320 S.// gest.
Frontisp.(Lips n. Böttger)/ T./ 319 S./ 1 Bl. Verlagsanzeigen.
Marm. Hldrbde. d.Zt. m. je zwei roten u. grünen Rückens.; auf
untere Kapitale Besitzvermerk eingepr. „A. Meusel“; Vorsatz
bestempelt (>Ex Bibliotheca C.A.Meusel<); T. gest. (>CAM<);
Pap.fleckig; Rotschn.; dekoratives Ex. -verkauft
Olderdißen 27.01. "In den gefährlichen Stunden
läßt der Verf(asser) eine Lilli, die einzige Tochter eines
Ministers - denn der Verf(asser) lebt und webt am liebsten in den
höhern Ständen - nach dem Tode ihrer Mutter auf einmal in die
große Welt eintreten. Der Minister fühlt die Gefahren, die von
nun an seiner mit diesen Gefahren unbekannten Tochter drohen, und
zittert bey dem Gedanken, sein Kleinod da verderben zu sehen.
Wirklich schildert der Verf(asser) die Unschuld des Mädchens und
die Fallstricke, die ihr bevorstehen, mit einer Energie, daß man
Ursach hat, um sie besorgt zu werden. Aber der Minister hat den
Kopf von Staatssachen voll, denn >wenn er den Kopf schüttelte
wackelte der Kopf und das ganze Land< (S. 64) Das laß ich
einen Minister seyn!" (NADB, 1800, 50. Bd., S. 373-374) Es
folgt eine ganze Armada von Angriffen auf die jungfräuliche
Unschuld Lilli von Arensteins, die aber alle schicksalhaft
abgewehrt werden. Ein Oberst Hold tritt in das Geschehen - "ihre
Seelen finden sich" - aber Kabalen am Hofe trennen die
Liebenden. Und so schließt der erste Band. Frontisp. zu Bd. 1
fehlt!
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- Lilli von Arenstein oder die gefährlichen Stunden.
Von Carl Gottlob Cramer.
Erster / Zweiter Theil (in 1 Bd.).
Weißenfels (d.i. Wien, o.Vlg.) 1803. Gest. Frontisp. (Berka) /T./
XII (Vorrede, unterz.: >Meiningen, im Christmonath 1798<)/
179 S. // gest.Frontisp. (Schindelmayer)/ T./ 192 S. Etw. späterer
Hlnbd. m. marm. Bez. u. hs. Rcknaufkl.; ber. u. best.; Exlibris a.
Vors. (>Viktor Achter<) u. Aufkl. (>Aus der
Leihbibliothek von Joh.Wastl in Baden, Alleegasse Nr. 114<);
Pap. gebr. u. leicht stockfl. - Olderdißen 27.10; Samml. Achter
145, 17 verkauft
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- Angelo di Pola. Anhang
zu den gefährlichen Stunden von C. G. Cramer. Leipzig, in der
Joachimschen Buchhandlung 1801. Gest. Frontisp. (Antropp n.
Matthaei) / T./ 160 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. rotem u. grünem
Rckns.; gepr. Besitzverm. a. Kapitalunterkante (abgerieben); l.
ber.; Innend. gest. (>Ex
Bibliotheca C.A. Meusel<); T. gest.(>CAM<): T. u. Pap.
fleckig verkauft
Olderdißen A 04 (zugeschriebenes Werk, Cramers
Verfasserschaft fraglich); bei Hamb./Meusel XIII, 247 zunächst
als Cramer-Titel angeführt, dann verworfen; ebenso nach dieser
Quelle bei Holzm./Boh. als nicht von Cramer stammend aufgeführt.
Das hingeworfene und ohne jede Struktur verfasste Gelegenheitswerk
kann nach Sujet und Schreibart jedoch durchaus von Cramer
herrühren: Der kleine Angelo entwickelt sich zu einem
respektablen Manne, bereist dabei verschlüsselte deutsche und
europäische Gegenden (wobei die geographische Verwirrung groß
ist: >Arpis< / Paris etwa liegt auf den britischen Inseln)
und schließlich sogar Madagaskar (wo er auf den Abenteurer
Benjowski trifft), um am Schluß seinen vorher bereits im Feld
gefallenen Vater wiederzutreffen. Dabei wird Paul Ysop (S. 93) u.
der aus den Gefährilichen Stunden
bekannte Hold (S. 139) erwähnt, was nicht gegen Cramer spricht.
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Schwänke und Erzählungen für müssige Stunden.
Besonders gut im Winter beim warmen Ofen zu lesen von C. Gottlieb
(!) Cramer. Prag, Wien u. Leipzig: Jos. Polt 1799. 160 S. Neuer
marm. Ppbd.; Text stärker finger- und schmutzfleckig; gebräunt.
Olderdißen 65; erste Ausg. - s.auch unten bei >Anthologien<
verkauft
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1800
LAFONTAINE
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Theodor. Von August Lafontaine. Erster / Zweiter
Theil (in 2 Bdn.). Berlin: Sander 1800. Gest. Frontisp.
(Jury) / gest. T. m. Vign./ 452 S./ gest. Frontisp./ gest. T. m.
Vign./ 427 S. Hellbraune Hldrbd. d. Zt. m. 2 Rckns. u. Rcknverg.;
etw ber.u. best. ; gest. Exlibr. a.
Innendeckel (>Dr. Jäger, Othmarschen<); Pap. tls. gebräunt;
trotz kleinerer Defekte gutes Exemplar
verkauft
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- Dass. Gest. Frontisp. (Jury) /
T. m. gest. Vign./ 452 S.// (gest. T.
u. T.-Kpfr. für Bd. 2 fehlen trotz angekündigter Nachlieferung)
T. / 1 Bl./ 427 S. Ldbde. d.Zt. m. rotem u. schwarzem Rckns. u.
Rcknverg. mit nur ger. Gebrauchsspuren; Rotschnitt; Kap. best. u.
ber.
180.00
Erste Ausgabe dieses Romans. – Sangmeister 20
|
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Theodor. Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.) Berlin (d.i. Stuttgart: Macklot) 1800. T.
m. gest.Vign./ Reihentitel/ 344 S./ 328 S. Ppbd. d.Zt. m. Rcknt.;
berieb. u. best.; Rckn. m. Fehlstellen im Bezug u. Einrissen, ohne
Haupttitel z. Bd. 2; Pap. ger. fleckig (Sämmtl. Schriften Bd.
39-40)
90.00
Die
>(n)eue, verbesserte Ausgabe<, die 1802 bei Sander in Berlin
erschien, erweitert d. Haupttitel zu "Theodor, oder Cultur
und Humanität". Sangmeister 92.4
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Karl Engelmanns Tagebuch. Eine Familiengechichte.
Berlin (d.i.Wien: Haas) 1800. Gest. Frontisp. (Blaschke) / gest.
T. m. Vign./ 292 S. Recht schöner heller Ppbd. d.Zt. m. Rckns.;
kl. Kap.-, Ecken-, u.Gelenk-Defekte; etw. fl.; runder St. a. T.
(>Bibliothek zu Eybesfeld<), Pap. durchgehend gebräunt u.
anfänglich etw. fingerfleckig
90.00
Sangmeister 91.1; zur 2. rechtmäß. Ausg. vgl. oben
unter 1799: >Familiengeschichten<, Bd. 6; "In
Charakterisierung der Personen versucht Lafontaine hier zum ersten
Male, einen Menschen mit häßlichem Äußern in dem Herrn von
Waldenbruch zur Darstellung zu bringen, der im Grunde seines
Wesens ein tugendhafter Mensch, nur durch die lieblose Behandlung,
die ihm von Jugend auf zuteil wird, und durch die Abscheu, die die
Leute vor seinem Äußern empfinden, zu den Taten kommt, die ihm
den Namen "Taugenichts" verschaffen. Die übrigen
Personen zeigen die gleiche Tugendhaftigkeit wie in den andern
Familienromanen, selbst Suschen, die in ihrer grenzenlosen Liebe
zu Waldenbruch gefallen ist, wird nicht liederlich, trotzdem sie
vom Vater verstoßen wird." (Rummelt, S. 103) Auch der
hässliche >Rothkopf< Waldenbruch wird verstoßen, aber wie
Suschen am Schluß rehabilitiert, deren gemeinsame Tochter Sophie
sogar in zartem Jugenalter vom >Tagebuchschreiber<
Engelmann, ihrem Großcousin, geehelicht (was durchaus zu
Schlegels Vorwurf der >Kinderliebe< in Lafontaines Werken
beigetragen haben mag).
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- Karl Engelmanns Tagebuch. Herausgegeben von August
Lafontaine. Frankfurt und Leipzig (d.i. Mannheim: Löffler) o.J.
Gest. Titelkupfer (Neubauer) / T. m. Vign. 309 S. Etw. späterer
marm. Ppbd. m. hs.
Rcknaufkl.; innen tls. fleckig u.m. kl.
Wurmspuren; Rotschnitt
90.00
Sangmeister 91.4; nicht bei Veitenheimer
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- Dass. Frankfurt u. Leipzig (d.i.Mannheim: Löffler?)
o.J. T. m. gest. Vign./ 314 S. Gesprenkelter Ppbd. d.Zt. m.
grünem, goldgepr. Rckns. Titel u. Pap. tls. braunfleckig –
Sangmeister 91.5
90.00
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Leben eines armen Landpredigers. Herausgegeben von
August Lafontaine. Neue Ausgabe. Zwei Bände. Berlin: Sander 1802.
Gest. Frontisp. (Jury) / T.
m. gest. Vign.
(dito) / 457 S.// gest. Frontisp.(dito) / T. m. gest. Vign.
(dito) / 448 S. Ppbde. d.Zt. m. eingelassenem marm.
Überzugpapier; Ecken bestoßen, Bd. 1 Gel. ber., insgesamt gut
erhalten
200.00
Sangmeister 21.1; zuerst 1800-1801 als
Familiengeschichten 7
/ 8 erschienen, hier zweite rechtmäßige Ausgabe.
"Ein weiteres typisches Beispiel für
Lafontaines sklavische Abhängigkeit von seinen Vorbildern bietet
sein Landprediger,
dem Oliver Goldsmiths Vicar of Wakefield
zur Vorlage diente, der seinerseits wieder auf Fieldings Joseph
Andrews und in dem glücklichen Ausgang
des Romans auf den Tom Jones
zurückgeht, wie Neuendorff (Entstehungsgeschichte von Goldsmiths
Vicar of Wakefield, Berlin 1903) nachweist. Bei Goldsmith wie
Lafontaine ist der Inhalt des Romans kurz der, daß ein frommer
Geistlicher mit seiner Familie von vielen Unglücksfällen
betroffen, aber nicht durch sie niedergeworfen wird, sondern doch
endlich zum Siege mit seiner Tugend kommt, eine Geschichte, die
der Hiobs ähnelt." (Rummelt, S. 99) Der Sieg der Tugend über
das Laster wird auch hier wieder mit der Hochzeit zwischen Julie
und Karl bekrönt.
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Dass. Erster Band (von 2). Gest.
Frontisp. (Jury) / T. m. gest. Vign.
(dito) / 457 S. etw. spät. Hldrbd. m. Rcknt. u. reicher
Rcknvergold.; etw. ber.; Grünschn. – insges. schönes Bdchn.
verkauft
Sangmeister
21.1 (führt zusätzlich den Reihentitel >Familiengeschichten
7<, der hier jedoch nicht vorhanden ist)
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- Leben eines armen Landpredigers von August
Lafontaine. Erster / Zweyter Band. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1810.
Gest. Frontisp. (Stöber) / gest. T. m. Vign./ 311 S./ 1 Bl./
gest. Frontisp. (Blaschke) / gest. T. m. Vign./ 300 S./ 1 Bl.
Marm. Hldrbde. d.Zt. m. je 2 Rckns. (Titel / Tl.) u. Rcknverg. mit
nur geringen Gebrauchsspuren; Rotschnitt; Pap. gebräunt;
Frontisp. u. T. mit min. Einrissen; kl. Fehlst. d. Marmorierung a.
hint. Deckel - Sangmeister 93.5 (ohne Reihentitel)
180.00
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- Dass. Erster Band (v. 2). Berlin (d.i. Wien: Haas)
1810. T.-Kpfr. (Stöber) / gest. T. m. Vign./1 Bl./ 311 S. Blauer
Ppbd. d.Zt. m. Rcknaufkl.- Sangm. 93.5; Zwischentitel: Sämmtl.
Schriften 28
45.00
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- (Goldsmith, Oliver): Der
Dorfprediger von Wakefield. Eine Geschichte, die er selbst
geschrieben haben soll. Von neuem verdeutscht. Zweyte verbesserte
Auflage. Hamburg und Altona, 1781. Gest. Frontisp./ T. m. gest.
Vign./ XIV / 336 S. Hldr. d.Zt. m. goldgepr. Rckns.; ber. u.
best.; vord. Vors. m. kleinem Ausschnitt; Rotschnitt
verkauft
Vgl. Katalog Weltliteratur, S. 203 f. Das von Herder
und Goethe geliebte Hauptwerk der englischen Empfindsamkeit in der
berühmten Übersetzung Johann Joachim Bodes. Sie war 1776
erstmals mit dem (hier nachgestochenen) Kupfer
von Geyser nach Chodowiecki erschienen. Die
vorliegende Nachdruckausgabe (eine von dreien der Zeit) legt die
Überarbeitung von 1777 zugrunde und dürfte auch Lafontaine als
Quelle gedient haben.
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CRAMER
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Der arme Görge vom Verfasser des Erasmus Schleicher.
Leipzig, bei Johann Bejamin Georg Fleischer 1800. Gest.
Frontisp.(Berger n. Schubert)/ VIII / 296 S. Einf. Ppbd. d.Zt. m.
hs. Rcknaufkl.; Exlibr. a. Vors. (>Viktor Achter<);
Siegellackreste a. Vors.; Pap. gebräunt
verkauft
Olderdißen 29: Erste Ausgabe, jedoch mit abw. Kpfr.
(dort: Grünler); Bibl. Achter 144 (dort: >Bibliotheks-Ppbd.<)
>Den Marschallstab im Tornister< könnte man den
vorliegenden Roman trefflich zusammenfassen: Der Sohn eines armen,
zu Beginn seitens der Obrigkeit auch noch seiner Hütte beraubten
Flickschusters zieht mittellos in die Welt, fällt unter die
Räuber, wechselt aber bereits bei seinem ersten Delikt die Seiten
und wird deshalb von einem vermögenden Adeligen solange
aufgenommen und protegiert, bis er sich in dessen Tochter
verliebt, begibt sich sodann zu den Soldaten, wo er durch
außergewöhnliche Tapferkeit bis zum Major in einem Jägercorps
aufsteigt, sich an dem Widersacher seines Vaters rächt und
schließlich seine geliebte Adelstochter heimführt. Trotz der
Popularität des Sujets, eines atemberaubenden (und somit kaum
nachvollziehbaren) sozialen Aufstieges ist das vorliegende Buch
möglicherweise das einzige Exemplar des gesamten Kataloges, das
vordem noch nie gelesen wurde!
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- Dass. Marm. Etw. spät. marm.Hlnbd. m. rotem Rckns.
u. (tls. abgelöstem) Rcknaufkl.; unbeschnitten; dez.
Buntstiftstriche a. T.; Pap. tls. gebräunt; ber. – insges.
ordentlich
120.00
Hier mit dem von Sangmeister angeg. Kupfer (Grünler)
m. abweichendem Motiv. Der Druck offensichtlich ansonsten
identisch (Druckvermerk am Schluß: „Gedruckt mit Saalbachschen
Schriften“)
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Grillenthal. Ein Naturgemälde menschlicher Stärken
und Schwächen. Von C. G. Cramer. Rudolstadt (o. Vlg.) 1801. Gest.
Frontisp. (Weinrauch n. Mathaei) / T./ X (unterz.:>Meiningen,
d. 1ten Junii 1800.<)/ S. 12–141 S. Rote Broschur d.Zt. m.
schadh. Rckn. u. Rckndeckel; roter St. a. T. (>Platzers
Leihbibliothek<) u. Kpfr. verso m. Bibl.-Aufkl.
80.00
Olderdißen 30.01; Erscheinen der dort nach Hayn/Got.
I, 687 angeg. ersten Ausg. von 1800 fraglich; vgl. d. folg. Nr.
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- Taschenbuch für Kunst und Laune auf das Jahr 1801
von C. G. Cramer. Köln bei Haas und Sohn o.J. (1800). Gest.
Frontisp. (v. Malleste)/ gest. T./ XII S./ 65 S. m. 6 gest. Tfln./
XII (recte X: IV m. VI verwechselt) S./ S. (13)-160
(>Grillenthal<) / 32 S./ 7 Bl. (Vlgs.-Anz.) Gest. OPpbd.;
Rckn. m. Überzugsschäden; ber.; Titelei u. Pap. braunfleckig; in
neuerem Ornament-Schuber
verkauft
Olderdißen 30.06 und 58; Köhring 130 (>Kramer<);
Lanck/R. 191: „Jedem Band ist ein längeres Unterhaltungsstück
mitgegeben, dem ersten die romanhafte Erzählung >Grillenthal<
vom Herausgeber selbst (...) Hervorzuheben sind die
klassizistisch-frühromantisch bebilderten farbigen
Original-Kartonagen, deren Motive pompejanischen Vorbildern zu
folgen scheinen.“ Es erschienen drei Jahrgänge.
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Die Reise zur Hochzeit. Ein Schnack. Von Carl Gottlob
Cramer. Neue durchgesehene Auflage. Erster / Zweyter Theil (in 1
Bd.) Rudolstadt, (o.Vlg.) 1801. Gest. Frontisp.(Blaschke;
umgestürzte Kutsche)/ T./ VIII / 200 S.// Gest.Frontisp. (dito) /
T./ 182 S. Einfacher etw. späterer Lnbd. m. Rckns.; etw. ber.; T.
m. St.-Rest; T.-Kpfr. a. unt. Ecke m. Feuchtrand; Pap.l. gebräunt
verkauft
Olderdißen 32.03 (Auflagenvermerk fehlt); erschien
zuerst bei Fleischer in Leipzig 1800
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- Die Reise zur Hochzeit. Ein Schnack. Von C. G.
Cramer. Erster / Zweiter Theil (in 1 Bd.) Leipzig (o.Vlg.) 1801.
(Pag. wie oben; es fehlen d. S. VII / VIII, die als Kop.
beiliegen). Etw. späterer marm. Hlnbd. m. goldgepr. Rcknt.; 1.
Titelei fleckig; Aufkl. a. Innendeckel
80.00
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Fräulein Runkunkel und Baron Sturmdrang. Eine
possirliche Geschichte unsrer Zeit. Vom Verfasser des Erasmus
Schleicher. Leipzig, bei Johann Benjamin Georg Fleischer 1800.
Gest. Frontisp. (Weinrauch n. Schubert) / VIII (Prolog,
>Meiningen, den 1sten August, 1799<) / 278 S. Hldrbd. d.Zt.
m. hs. Rcknaufkl.; etw. ber. u. best.; Vors. u. Kupfer an Gelenken
m. altem Pap. verstärkt; Pap. tls. verschmutzt, fingerfl. u.
gewellt; stark gebrauchtes Exemplar 160.00
Goedeke V, 510, 30 (ob die dort für 1799 aufgeführte
Ausgabe erschienen ist, sei dahingestellt); Olderdißen 33.01
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- Fräulein Runkunkel und Baron Sturmdrang. Eine
possirliche Geschichte unsrer Zeit. Vom Verfasser des Erasmus
Schleichers. Leipzig (ohne Vlg.), 1801. VIII/ 231 S. Brosch.d.Zt.;
mit Bibl.märkchen u.Stemp.a.Tit.(>Bibl.Univers.Lips.< u.
>Aus der Schulzeschen Buchhandlung in Oldenburg<), fingerfl.
u. gebräunt 120.00
Olderdißen 33.03; vgl. Kosch 300. – Der Prolog
beginnt im besten Candide-Ton: „Ein Mensch ist des andern Narr!“
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Zoar der Auserwählte von Carl Gottlob Cramer. Erster
/ Zweiter Theil (in 2 Bdn.) Berlin 1800. Im Verlag der Königl.
Acad. Kunst u. Buchhandlung. Gest. Frontisp. (Bolt n. Kimpfel) /
gest. T. m. Vign./ XV / 406 S.// gest. Frontisp. (dito) / gest. T.
m. Vign./ 1 Bl./ 436 S. Ganzlederbände m. goldgepr. dunkelroter
Rcknauflage u. Rckns.; Farbpap.-Vorsätze; Goldschnitt; Ecken u.
Kanten best.; Gel. (bes. an d. Kap.) l. angebrochen; Pap. tls.
etw. wellig; St. a. T. (>Biblioth. Universitatis Lipsiensis
1894<) – außergewöhnl.aufwänd. Bindung, leider etw.
gebraucht 420.00
Erste Ausgabe; Olderdißen 34 (dort auch die
Pag.-Sprünge aufgezeigt)
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- Zoar, der Auserwählte. Erster / Zweiter Theil (in
2 Bdn.). Berlin (d.i. Wien) 1800. XVI (Vorrede) / 292 S.// 303 S.
T. jew. m. gest. Vign. Hldrbde. d.Zt. m. Rcknaufkl. (hs.
nummeriert: 6230 / 6231); ber.u.best; Deckel v. Bd. 1 m. ger.
Wurmfraßschäden; T. verso gestempelt („AD BIBL. UNIV. MONAC.“)
u. („UBM abgegeben“); Pap. gebräunt u.fingerfl.
verkauft
Olderdißen 34.01; Goed. V, 510,
33; Hayn-Got. I, 698; Sammlung Maassen
754; Kaldewey´s Lesekabinett 12 (1979), 88. ABC-Ant. Pinkus, Kat.
125 (1987), 36 u. Kat. 170, 33. Die erste Ausgabe erschien in
Berlin im Verlag der Kgl. Academ. Kunst- u. Buchhandlung 1800.
Hier wohl Leihbibl.-Exemplar.
"Rec(ensent)
vorliegenden Erzeugnisses, der von Cramerschen Hirngespinsten noch
gar nichts kannte, (...) begann diese Leserey in der geduldigsten
Stimmung, und hoffte in dem, wie man sieht, dickleibigen Buche
doch irgend etwas Empfehlenswerthes aufzuspüren. Alles
vergeblich! Sind die übrigen Produkte dieses Geschwind- und
Vielschreibers noch abgeschmackter: so gehören solche unter die
heilloseste Waare, die sich denken läßt; und hat er
vergleichsweise in diesem letztern sich gebessert: so ist noch in
hundert Jahren nichts Erträgliches aus seinem Pulte zu erwarten."
(NADB 65, S.350 f.)
Zoar ist
der hoffnungsvolle Sohn eines Gutsverwalters bei der reichen und
schönen Gräfin Herda. Man erfährt, dass die junge Gräfin gegen
ihren Willen verheiratet und in ihrer Ehe von ihrem Mann grausam
gequält wurde. Zoar sucht ihre Not, ohne dass er ihr ansichtig
wird, zu lindern; die Gräfin verliebt sich. Nach dem plötzlichen
Tod ihres Mannes will die Gräfin Zoar trotz des
Standesunterschiedes heiraten. Nur muß er sich gründlich
bewähren. So wird er auf ihre Kosten zu einem juristischen
Studium geschickt und auf anschließende Bildungsreisen, die dazu
dienen, ihn mehrfach verschiedenen Versuchungen auszusetzen. Herda
gibt sich als Kammermädchen Rosa aus, in die sich Zoar verliebt.
Hier setzt die eigentliche Romanhandlung ein. Zoar reist über
Wien nach Italien, und dann weiter nach Neapel, Madrid und Paris.
Überall muss er Versuchungen widerstehen, beispielsweise soll
Zoar eine junge Nonne heiraten oder den leidenschaftlichen
Attacken der attraktiven und reichen Spanierin Jolande erliegen.
Über die Schweiz kehrt er endlich nach Deutschland zurück. In
einer kleinen Residenz gelingt es ihm, einen drohenden Krieg zu
verhindern. Zum Lohn wird er zum Regierungsrat ernannt und glaubt
nun, die geliebte Rosa heiraten zu können. Nun tritt die Gräfin
Herda in persona auf und bietet ihm ihre Hand. Diese letzte und
schwerste Probe besteht Zoar, der nicht nachgibt und nur Rosa
will. Herda gibt ihr Doppelspiel als Rosa / Herda auf und die
Hochzeit kann stattfinden. (Inhaltsangabe nach Eberhardt stark
gerafft) Otto Eberhardt hat in seiner Studie zu den Quellen und
dem Bedeutungshintergrund des Taugenichts
von Eichendorff nachgewiesen, dass der
Zoar tatsächlich
als eine primäre Quelle angesehen werden muß. Eichendorff kannte
den Roman aus der Lektüre der Bücher der >Juhrschen
Bücherverleyhung zu Ratibor<. (Otto Eberhardt: Eichendorffs
Taugenichts,
Würzburg 2000, S. 44-64 u. S. 697-699)
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- Zoar der Auserwählte von Carl Gottlob Cramer.
Erster Theil (von 2). Dritte unveränderte Auflage. Berlin, bei
Heinrich Burchhardt, Schlossplatz No.11, 1823. Gest.Frontisp. (v.
Bolz n. Kimpfel, 1800) / gest. T. m. Vign./ 3 Bll./ 406 S. Hldr.
d.Zt. m. Aufkl. (fragm.); stärker ber. u. best.; Dedik.-Bl. lose
(„Allen Liebenden gewidmet.“); T. u. letztes Blatt gestemp.
(„Penzlin’sche Leih-Bibliothek“); Titel
ger.wasser-u.fingerfl.
90.00
Olderdißen 34.10. Dort nur Nachweis durch
Hayn-Gotendorf und Kayser. Diese Auflage sehr selten!
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- Guilielmo der Unsichtbare. Ein Gegenstück zu Zoar
dem Auserwählten von C. G. Cramer. In zwei Theilen (in 1). Wien,
in der Hochenleitterischen Kunst- und Buchhandlung 1801. Gest.
Frontisp. (Blaschke)/ T./ 142 S./ 126 S. Marm. Ppbd. m. grünem
Rckn. u. goldgepr. Rcknt.; berieb. u. an den Kanten best.; Pap.
gebräunt u. tlw. stock- u. wasserfl.
verkauft
Olderdißen A 13. Eines der seltenen Seitenstücke;
anonym erschienen und die Lust der Zeitgenossen an geheimen
Verbindungen bedienend. Verfasserschaft nicht auflösbar. Der
Eintrag bei Heinsius (Romane, Sp. 94) lautet: Guilielmo,
d. Unsichtbare, od. d. Schloß Dunkam; e. Familiengesch. 2
Bd. m. K. 8. Wien, Joachim in
Lpz. 1801; im deutschen Bibliotheksverbund
ist nur ein Ex. in d. StaBi Mchn. 1801 bei Doll in Wien
nachweisbar (dort Cramer zugewiesen).
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- Dass. Einfacher Schmuckppbd. d.Zt. m. Deckel- u.
(tls. abgelöstem) Rcknaufkl. N. a. Innen-Deckel (>Comtesse
Lambage<) und Titel (Nanette Pongnarz< ?) – gutes Exemplar
verkauft (?)
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1801
LAFONTAINE
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Mährchen, Erzählungen und kleine Romane von August
Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in 2 Bdn.) Berlin (d.i. Wien:
Haas) 1802. Gest. Frontisp./ gest. T. m.Vign./ S.(3)-262 // gest.
Frontisp./ gest. T. m. Vign./ 247 S. Ppbde. d. Zt. m. abgesetztem
Rckn. (im Stile v. Hldrbdn.) u. 2 Rckns.; ber. u. best.; Titelei
u. Pap. (tls. stärker) fleckig; letztes Bl. v. Bd. 2 m. Randabriß
(ger. Buchst.-Verlust); (verblaßter) Rotschnitt; insges. noch
ordentl., stärker gelesenes Exemplar 150.00
Die Erste
Ausgabe ist 1801 in Berlin bei Sander erschienen; Sangmeister 103
oder 103.1 (unterschiedliche Kupfer)
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- Dass. Zweiter Theil (ap.) Marm. Hldrbd. m. (tls.
abgelöstem) Rcknaufkl.; Hint. Gel. u. Rckn.-Bezug schadhaft;
gest. Titelei m. Feuchtfl. am Innensteg; Pap. tls. fleckig;
gebraucht
40.00
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- Mährchen und Erzählungen. Erster / Zweiter Theil
(in 1 Bd.) Berlin (d.i. Stuttgart: o.Vlg.) 1802. T./ 261 S./ T./
247 S. Ppbd. d.Zt. m. Rcknt.; ber. u. best.; Bezug an Gelenken u.
Kapitalen tls.abgeplatzt; Pap. leicht gebräunt u fleckig 90.00
Sangmeister 103.3; hier nur mit den Reihentiteln
(>Sämmtliche Schriften Bd. 42/43) ohne den Zusatz kleine
Romane
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Rudolph und Julie, ein Gemälde des menschlichen
Herzens. Von August Lafontaine. Erster (und) zweiter Theil. Berlin
(d.i. Wien: Haas) 1801 (und) 1802. Gest. Frontisp./ gest. T. m.
Vign./ 198 S./ Gest. Frontisp. (Szene m. Galerieinterieur) / gest.
T. m. Vign./ 214 S. Marm. Hldrbde. d.Zt. m. Rckns. (a. Rckn. lfd.
Nr. 61/62), Titelei v.Bd. 2 leicht wasserrandig; Ecken best.; kl.
Gel.-Läsur am ob. Kap., ein hint. Deckel fleckig
160.00
Sangmeister 101.1 (hier ohne Reihentitel); in den
Jahren der ersten Ausgabe erschienen; gutes Exemplar
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Spiegel menschlicher Leidenschaften von Becker,
Huber, Lafontaine, Lindemann u.a.m. Leipzig bei Peter Franz
Michaelis 1801. 340 S. m. gest. T. m. Vign. (Berka). Hldrbd. d.Zt.
m. geprägtem Rücken; stärker ber. u. best.; kl. Fehlst. im
Rcknüberzug; ob. Kap. abgegriffen; vord. Vors. (T.-Kpfr. ?)
fehlt; durchgestrichener St. a. T. (>Lesebibliotheck von J.G.
Taubert<) u. Eckabschnitt am ob. T.-Rand; Pap. gebr. u. tls.
fleckig (T. stärker); hs. Inhaltsverz. a. Innendeckel
Sangmeister 154 ohne Paginierung, da er der keinen
Standort ermitteln konnte; er führt >Meßkatalog< als
Nachweis an und bemerkt: „ Nicht autorisiert. 1801 soll eine
>zweite vermehrte Auflage< erschienen sein. Ab S. 157 ist
die wohl nicht v. Lafontaine verfaßte Erzählung Henriette
Düfort enthalten (vgl. d. folgende
Aufnahme). Auch die drei anderen Erzählungen sind nicht
gezeichnet.
Zur Sachlage: Heinsius, Romane, Sp. 201, erwähnt nur
eine Ausgabe von 1801 (>Prag Neureutter (Joachim in Leipz.)<
Die NABD, Jg. 1803, 79. Bd., S. 90 f bespricht die hier
vorliegende Ausgabe (>mit Kupferchen<). Lediglich Hadley 326
gibt, bei alleiniger Nennung Lafontaines eine Leipziger Ausgabe
an. Tatsächlich findet sich in der ALZ, Jg. 1801, Bd. 1, Sp. 360,
eine kurze Besprechung des Titels Spiegel
menschlicher Leidenschaften, der nur mit
Lafontaines Namen erscheint, geringeren Umfanges ist (154 S.) und
1800 in Leipzig (d.i. Prag) erschienen ist. Kurioserweise werden
alle drei enthaltenen Erzählungen, die sich (neben Henriette
Düfort) auch in unserem Band befinden,
hier Lafontaine zugewiesen, was im Umkehrschluß darauf hindeuten
würde, daß alle anderen oben genannten Verfassernamen >getürkt<
sind (es sei denn, einer von ihnen hätte die Henriette
Düfort verfaßt). Der Rezensent läßt
sich hier über den verlegerischen Taschenspielertrick aus, die
eigentlich in Österreich erschienenen, dort aber zeitweise
untersagten Romane mit Druckorten wie Leipzig od. Dresden
erscheinen zu lassen. Im KVK findet sich keine der Ausgaben,
allerdings gibt Sangmeister 95 für die frühe Variante ein Ex.
der StaBi Berlin an.
verkauft
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Henriette Düfort. Anekdote aus der französischen
Revoluzion während des Schreckenssystem. Von August Lafontaine.
Berlin (d.i. Prag): Michaelis 1801. T. m. gest. Vign. / 184 S.
Blauer Ppbd. d.Zt.; Pap. ger. gebräunt; Einbd. ber. (Rckn. etw.
stärker); Kanten l. best.
verkauft
Sangmeister VI, 250 (Fehlzuschreibungen: „Zu diesem
Titel erklärte Johann Daniel Sander 1801 auf einer angebundenen
Seite im 1. Band der >Mährchen<: „Ein Ungenannter in
Leipzig hat einen kleinen Roman unter dem Titel: Henriette Dufor,
von A. Lafontaine. drucken lassen. Der Unterzeichnete darf
öffentlich erklären, daß sein Freund Lafontaine dieses Buch
nicht geschrieben hat.“) Bei Wilpert/G. Lafontaine
zugeschrieben; nicht im KVK
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CRAMER
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Stellas Frühling des Lebens von C. G. Cramer. Ein
Seitenstück zu Bellomos Abend. Leipzig: Wilhelm Rein 1801. Gest.
Frontisp. (Frosch n. Schubert) / gest. T./ 408 S. Hldrbd. d.Zt. a.
vier Bünden; Kanten best.; wen. ber. T. u. folg. Bll.
m. Monogramm-St. (>R.D.L.G.< ?);
Vors. gest.; Titelei stärker braunfleckig; Pap. gebräunt –
insges. ordentl. - Olderdißen 36; erste Ausgabe -
150.00
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- Stella´s Frühling des Lebens. Von C. G. Cramer.
Ein Seitenstück zu Bellomo´s Abend. Neue durchgesehene Auflage.
Leipzig (o. Vlg.) 1802. Gest. Frontisp. (Blaschke nach Schubert) /
T./ XII (Vorrede, unterz.: >Meiningen, den 10.Nov.1800.<) /
13-284 S. Etw.späterer Bibl.-Hlnbd. m. grün marm. Bez. u. hs.
Rcknaufkl.; Exlibris a. Vors. (>Viktor Achter<) u. Aufkl.
(>Aus der Leihbibliothek von J.Dirnböck in Wien<); Pap.
leicht gebräunt
120.00
Olderdißen 36.01; Samml. Achter 144, 11 – Seite
„IV“ falsch mit „VI“ bezeichnet
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- Dass. Blauer Ppbd. d.Zt. m. hs. Rckaufkl.;
ber.u.best.; größere Rißstelle im Titel geklebt; letzte Seite
geklebt; tls.fingerfl.u.gebräunt
90.00
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Hans und Görge. Ein Familiengemälde. Von Carl
Gottlob Cramer. Berlin (o. Vlg., d.i. Wien) 1802. Gest. Frontisp.
(Blaschke)/ T./ X S. (Vorrede)/ S. (11)–159 S. Roter flexibler
Ppbd. d.Zt.; zweiter Titel gest. (>Platzers´ Leihbibliothek<);
eingekl. Bibliotheksordnung; Ecken fingerfl.; im hinteren Tl.
Wurmfraßspuren a. Innensteg; wen. Anstr. – gutes Exemplar
verkauft
Olderdißen 37.06; es handelt sich hier um die
Geschichte von Zwillingen, wobei „Hans das Phlegma, dem Görge
das Feuer allein gegeben“ war (S. 39). Allerdings werden die
beiden ungerecht behandet, von „Aeltern, die sich´s nicht
angelegen seyn lassen, ...leichtes Feuer von Bosheit des Herzens,
und Schwäche des Geistes von heuchlerischer Stille und
natürlichem Phlegma unterscheiden zu lernen.“ (S. 41) Aus
dieser Benachteiligung des unruhigen Görge bezieht die Erzählung
einen Teil ihrer Spannung.
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Rasereyen
der Liebe. Von C. G. Cramer. Zwey Theile (in 1). Rudolstadt
(Langbein und Klüger?) 1802. Gest.Frontisp. (von F. Weber) / T./
VIII / (9)-171 S./ 2 Bll.// 140 S./ 2 Bll. Marm. Hldrbd. d.Zt. a.
5 Bünden m. goldgepr. Rcknt. u. Rcknvergold; ger. ber. u. best.;
Pap. tls. stockfl.
150.00
Goedeke
V, 510, 10/43 (dort 1801 u.gibt eine zweite Auflage u.d.T.:
>Paroxismen der Liebe. Leipzig 1808.< an); NadB 71,91 u.
75,389; Olderdißen 38.02.
Drastisches Titelkupfer: Ein wollüstiger Jäger
überrascht eine Dame im Wald und versucht der Erschrockenen, der
ein Buch herabgefallen ist, an die Brust zu greifen. „Sie (meine
lieben Leser und Leserinnen) sollen darüber lachen...; denn es
findet sich wirklich viel Lächerliches in solchen Convulsionen
der Liebe, für einen Unbefangenen... Meiningen, den
4.Octobr.1800.“ – Bd.1 enthält: Prolog / Mutz / Der Pantoffel
/ Der Nasenstieber / Der Maykäfer / Buonaparte / Müßiggang
führt auch zu Brote / Die Postkutsche / Das große Loos / Die
Leichenpredigt / Der Schwan. Bd.2: Der Sachwalter / Der
Theaterdichter / Der Feuerstoff / Das Milchmädchen / Christinchen
/ List über List / Das Rosenfest / Der Mops / Die Rose unter
Dornen; erster Theil. Die Dorne unter Rosen; zweiter Theil /
Leonidas am Paß Thermopylae.
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Rasereien der Liebe. Von Carl Gottlob Cramer, verfasser des
Jägermädchens. Arnstadt und Rudolstadt (Langbein u. Klüger ?)
1802. X / 150 / VI / 137 S.
Titel m. gest. Vignetten (d´Argent).
Neuer gesprenkelter Ppbd. m. Rckns. Pap. stärker wellig u.
braunfl. - Olderdißen 38.01 -
120.00
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Leben
und Thaten des edlen Herrn Kix von Kaxburg. Aus unverfälschten
Urkunden, und nach den glaubhaftesten Zeugnissen ehrbarer
Zeitgenossen aufrichtiglich beschrieben von Carl Gottlob Cramer.
Erster / Zweyter Theil (in 1). Leipzig 1802. Gest. Frontisp.
(F.Weber) / T./ VIII S./ S. (9)-247 S.// gest. Frontisp.
(dito) / T./ VI S./ S. (7)-247 S. Marm. Hlnbd.
d. 19. Jhs. m. goldgepr. Rcknt.; berieb. u. a. d. Kanten best.;
marm. Schnitt; Bindung vorn etw.gelockert; Pap. stärker gebräunt
u. tls. stockfl.; T. v. Tl. 2 stärker berieb. u. wasserfl.
verkauft
Goedeke
V, 509, 10/42; Olderdißen 39.01. Das
Original erschien 1801-1802 bei Fr.Fleischer in Leipzig.
Vermutlich liegt hier ein Wiener (?) Nachdruck vor. „Die
Geschichte eines gutmüthigen Krautjunkers, der in den Krieg
zieht, mancherley Abentheuer besteht, und sich endlich mit einem
zärtlichen Täubchen zur Ruhe setzt. Alles in Herrn Cramers
beliebten Manier, d.h. auf die gemeinste, pöbelhafteste, und
platteste Art erzählt. Beispiele anzuführen findet der Rec.nicht
nöthig, da das ganze Werk ein einziges Beyspiel ist... Nun so
kann man in allen Wachstuben und auf allen Bierbänken gelesen
werden.“ (NadB 75, 81f.) Möglicherweise Parodie auf Zschokkes
„Kuno von Kyburg“?
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- Dasselbe. Erster Theil (v. 2). Gest.
Frontisp./ T./ VIII S./ S. (9)-247. Marm.
Hldrbd. d.Zt. m. 2 Rckns. u. Rckngoldprägung,
Schmuckpap.-Vorsätzen u. Lesebändchen; ber. u. Ecken best.;
Gelenke mit Läsuren u. spröde (jedoch fest); hs. Bes-Vermerk a.
Zwischent.; unfrisches, jedoch insges.dekoratives Exemplar 90.00
Nichtige
Abenteuer des Sohnes eines durch Beerbung seines weitgereisten
Bruders zu einem Junker mutierten Schneiderleins, oftmals nach
Cramers gängiger Manier ins Dialogische und damit meist Platte
absinkend. Demzufolge ist die Annahme v. Hayn/Got., der Roman sei
nicht von Cramer verfasst, hinfällig; vgl. Olderdißen 39; hier
39.01
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1802
LAFONTAINE
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Henriette Bellmann. Ein Gemählde schöner Herzen.
Von August Lafontaine. Erster / Zweiter Theil. Berlin.: Sander
1802 (Familiengeschichten 9/10). (Reihen-) T./ gest. Frontisp.
(Jury)/ T. m. gest. Vign./ 406 S.// 1
Bl. (betr. Nachlfg. d.Kpfrs.) / (Reihen-) T./ 398 S./ 1 Bl.
(Vlgsanz.) Ppbde. d.Zt. m. Rckns. Außengel. u. Kap. etw. ber.,
Besitz-Aufkl. a. T. (>Gräfin W. v. Westerholt<); Exlibris
(>Samml. Achter<) wie oft ohne die nachgelieferte gest.
Titelei zu Bd. 2 verkauft
Erste Ausgabe, Sangmeister 24; Samml. Achter 406, 13:
„Der Vortitel >Familiengeschichten< zum ersten Mal.“;
zur Geschichte d. Sammlung Westerhold (Auktion Venator 1951 –
WDR – UstB Köln) vgl. unten >Kataloge< (Rabeler)
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- Dass. Schmuck-Ppbde.d.Zt.m.hs.Rckns.; Bd.2 nur
m.Schmutztitel;etw.ber.120.00
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- Henriette Bellmann. Ein Gemählde schöner Herzen.
Erster / Zweiter Theil (in 1 Bd.) Berlin (d.i. Wien: Haas) 1802.
Gest. Frontisp. (Stöber
n.Jury) / T. m. gest. Vign./ 259 S./
gest. Frontisp.(dito)/ T. m. gest. Vign. (Jüngling setzt sich
Pistole an den Kopf) / 255 S. 2 Reihent. (= Sämmtl. Schriften
34/35) eingeb.; Neuer Ppbd. m. ornament. Überzugspap. u. Rckns.
2. Titelei hinterlegt; wen. Seiten stärker fl. – Nachdruck.
Sangmeister 102.2; insges. gutes Exemplar
100.00
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Henriette Bellmann. Ein Gemählde schöner Herzen. Von August
Lafontaine. Erster / Zweiter Band. Berlin (d.i. Stuttgart:
Macklot) 1802. 317 S.// 320
S. Marm. Ppbde. d.Zt. m. hs. Rckns.;
kleiner ovaler Stempel auf hinterem Innendeckel (>Gräfl.
Adelmannsche Fideik. Bibliothek Hohenstadt<) - Nachdruck.
Sangmeister 102.4
70.00
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Henriette Bellmann Ein Gemählde schöner Herzen von August
Lafontaine. Erster Theil (von 2). Berlin (d.i. Wien: Haas) 1802.
Gest. Frontisp. (Stöber) / gest. T. m. Vign./ 219 (recte 319) S.
Hldrbd. d.Zt. m. Rcknaufkl. (tlw. abgelöst) u. dez. Rcknverg.;
wen. ber. – Sangmeister 102.1
35.00
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Fedor und Marie, oder Treue bis zum Tode. Von August
Lafontaine. Berlin: Johann Daniel Sander, (Oktober) 1802. 2
Bll./ 394 S./ 1 Bl. Verlagsanz. HLdr.
d. Zt. mit Rückenschild; oberes Kapital mit kl. Defekt; Deckel
etwas berieben; T. gest. (>von Hake Hasperde<); Besitzeintr.
a. Vors. v. alter Hand. Ohne den erst im Dez. d. Jahres
ausgegebenen Kupfertitel
120.00
Aus der Bibliothek der Freiherren von Hake in
Hasperde. Sangmeister 25; erste Ausgabe
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- Dass. Neue, verbesserte Ausgabe. Berlin: Sander
1805. Gest. Frontisp. (Jury; russische Bauernstube) / gest. T. m.
Vign. (Fedor auf dem Grab v. Marie mit Schiff im Hintergrund) /
388 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) Ldrbd. d.Zt. m. 2 Rckns.; Kap. abgegr.;
Außengel. Beschabt
160.00
Sangmeister 25.1; weitgehend gestrickt aus Briefen,
geschrieben in St. Petersburg während d.ersten Jahrhunderthälfte
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- Fedor und Marie, oder Liebe bis zum Tode. Wien u.
Prag: Haas 1803. Gest. Frontisp. (Pöltzel)/ gest. T.
m. Vign./ 374 S. Marm. Ppbd. d. 19. Jhs. m. Rckns., etw. best.,
Pap. tls. braunfl.
100.00
Sangmeister 105; in Rußland spielende Geschichte mit
entsprechendem szenischen Kupfer.
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- Fedor und Marie, oder Liebe bis zum Tode. Berlin
und Leipzig (d.i. Stuttgart: vermutl. Macklot
od. Uebel) 1803. T. m. gest. Vign.
(Knabe m. Hund)/ 1 Bl./ 312 S. Ppbd. d.Zt. m. 2 Rckns.(= >1.Theil<
– bezieht sich auf den hier nicht vorh. Reihent.), kl. Aufkl. a.
hint. Vorsatz (>Ernst Frensdorff/ Antquariat, Berlin SW.11,
Königgrätzer Strasse 44.<) - Sangmeister 105.3
100.00
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Aphorismen und Maximen aus dem Gebiete der Liebe,
Freundschaft und praktischer Lebensweisheit, von August
Lafontaine. Gesammelt und herausgegeben von B.W.P. Ein Handbuch
zur Erweckung der edelsten Gefühle, Deutlichkeit der Begriffe,
Klarheit der Vorstellungen, und als ein Leitfaden zu einem hehren,
reinen Lebensgenusse. Originalausgabe. Berlin (d.i. Prag) 1802. Im
Verlag der Jos. Poltischen Buchhandlung. T./ gest. (allegor.)
Frontisp. (v. C. A. Schindelang n. Adames) / (zweiter) T./ 1 Bl.
(Widmung) / 202 S./ 1 Bl. (Anzeigen). Mit Schmuckpapier bezogener
Ppbd. d.Zt. m. grünem hs. Rcknaufkl. u. Aufkl. a. Vorderdeckel
(>Schlossbibliothek Jamnitz<); leicht ber. u. best.; Papier
teils gebräunt; unbeschnitten
verkauft
Von Sangmeister (104) unter der Rubrik
>Nachdruckausgaben< geführt, ohne daß sich unter
>Originalausgaben< eine Entsprechung finden läßt; also
wohl erste Ausgabe.
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- Dass. T./ 1 Bl. (Widmung)
/ 202 S. Einf. Ppbd. d.Zt.; fleckig; hint. Innendeckel mit Notaten
von alter Hand – Exemplar ohne den ersten Titel, das gest.
Frontisp. u. das Anzeigenblatt -
70.00
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CRAMER
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Julius der Verworfene. Von C. G. Cramer. Erster /
Zweiter Theil (in 1 Bd.) Frankfurt und Leipzig (o. Vlg.) 1803.
VIII S./ S. (9)-127 / 168 S. T. v. Tl. 1 m. gest. Vign. Marm.
Broschur d. Zt. m. einer Art zeitgenöss. Schutzumschlag aus
dunkelrotem Ölpapier u. Rcknaufkl. (dieser läd.); hint. Gel.
etw. schadhaft; Stempel (>Platzers´ Leihbibliothek<) u.
Eintr. a. T. Einband l. angerändert Olderdißen
40.03; zuerst 1802 erschienen
verkauft
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1803
LAFONTAINE
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Der Baron von Bergedorf, oder das Princip der Tugend.
Von August Lafontaine. Berlin: Sander 1803 (So geht es in der
Welt, 1) 3 Bll./ 458 S. Ppbd. d.Zt. m. 2 goldgepr. Rckns.; l.
ber., an den Kanten best.; Buchblock etw. schief; Grünschnitt;
Pap. ger. gebräunt
verkauft (?)
Sangmeister 26. Hinter dem ersten Reihentitel ist
fälschlicher Weise der Titel von >Eduard und
Margarethe...Erster Band.< eingehängt.
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- Der Baron von Bergedorf, oder das Prinzip der
Tugend. Von August Lafontaine. Berlin (o. Vlg.) (d.i. Stuttgart:
vermutl. Macklot od. Uebel) 1804 (So geht es in der Welt, 1). 352
S T. m. gest. Vign. (Schäferidyll). Hldbd. d.Zt. m. Rcknaufkl.,
ber. u. fingerfl., gebr. Ex. m. St. a.
T. (>H. W. Ritter<), Vors. fehlen - Sangmeister 106.5;
Druck. u. Reihen-T. m. Jahresangabe 1803
120.00
|
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- Dass. Drucktitel fehlt; Reihentitel vorgebunden; T.
m. gest. Vign. (s.o.) Neuer einfacher Lnbd. Papier am ob. Rand
durchgängig gebräunt u. tls. schadhaft 65.00
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Vermischte Aufsätze von August Lafontaine, Berlin
(d.i. Wien: Haas) 1803. Gest. Frontisp. (Bergler) / T. m. Vign.
(Schubert) / 270 S. Hldbd. d.Zt. m. reicher orn. Rcknverg. u. 2
Rckns. (>Lafontains Werke XXXX< u. >Aufsätze<)
Marmorierung ber., kl. Stemp. a. T. (verso)
verkauft
Titelauflage der Ersten Auflage des selben Jahres
dieser Kompilation verschiedenster Erzählungen. Sangmeister
107.1. Enhält: Die Rückkehr ins Vaterland
(eine tragisch-rührselige
Emigrantengeschichte) / Treue und
Dankbarkeit / Das Mädchen auf Freiersfüßen / Die Tochter der
Natur, eine Familienszene / Suschen.
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- Dass. Hldrbd. d.Zt. m. goldgepr. Rckns.
120.00
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Eduard und Margarethe, oder Spiegel des menschlichen
Lebens. Von August Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in 2).
Berlin: Sander, 1803-04 (= So geht es in der Welt, 2-3). T./ 451
S.// T./ 436 S. Ppbde. d.Zt. m. goldgepr. Rckns.; Standschnitt
unbeschn.; Einbände etw. ber. u. best.
verkauft
Erste Ausgabe. Sangmeister 27. In dem Kapiel
"Blasrohre und Kutschböcke: Männerphantasien als
Leseanreiz" eruiert Sangmeister bestimmte Kunstgriffe u.
-kniffe Lafontaines, wie moralisch unbedenklich "mehr oder
weniger nackte Frauen" die Erzählbühne betreten können.
"In etwa jedem dritten Roman öffnet ein (meist
unverheirater) Mann unverhofft und ohne anzuklopfen eine Tür bzw.
betritt zur Unzeit einen Raum und erblickt - stets zu seiner
großen Freude - eine junge Mutter, die ein oder mehrere Kinder an
ihrer Brust stillt, wobei die weibliche Brust meist mit dem
Adjektiv "keusch" belegt, gleichzeitig immer als
"schön", "voll" oder "jugendlich"
gerühmt wird." (Sangmeister, Vergänglichkeit, S. 496) Als
Beleg ein Zitat aus Eduard und Maragarethe:
"Sie wendete sich von mir (d.i. Eduard) ab, ging wieder durch
die geheime Thür, und ließ sie offen. Nach einigen Minuten rief
sie mich mit leiser Stimme. - O Eduard, ich blieb, wie bezaubert,
auf der Schwelle ihrer Thüre stehen. Könnte ich dir das schöne
Bild beschreiben! Da saß sie, sanft weinend, mit einem nackten
Kinde an der vollen, schönen Brust, und ihr schwarzes Haar hing
in lieblichen Locken über den kleinen Engel. Sie blickte nicht
auf, und weinte leise fort. Das Kind spielte mit ihren Locken,
wendete dann das Köpfchen zu mir hin, und lächelte mich an. Nun
drückte sie das Gesicht des Kindes an ihre Brust ..." (Bd.
1, S. 133)
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- Dass. Haupttitel / Reihentitel / 1 Bl. (Nachricht
d. Verlegers) / 451 S.// 3 Bl. (dito)
/ 436 S. Dek. marm. Hldrbde. m. Rckns.
u. reicher Rcknverg.; Gelbschnitt; Lesebändchen; N. a. T.
verkauft
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CRAMER
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Der Dom-Schütz und seine Gesellen. Erster und
Zweiter Theil (in 2 Bdn.). Leipzig, Berger´s Buchhandlung (o.J.;
um 1804 ?). T./ 406 S.// T./ 342 S./ 1 Bl. (Musikbeilage v. C. A.
Goepfert). Etw. spätere Bibl.-Lnbde. (Teil 1 mit altem blauen
Anzeigenblatt bezogen) m. gelben Rcknaufkl. (hs. nummeriert u.
tls. abgelöst); ber. u. best.; auf Vorsatz Aufkl. (>Aus der
Leihbibliothek von Georg Draudt in Wien, Wieden, Adlergasse Nr.
1025<) u. Exlibris (>Viktor Achter<); T. oval bestemp.
(>Leihbibl. Draudt<); Pap. gebräunt u. etw. stockfl.
200.00
Olderdißen 41.01; Hier das von Olderdißen
autopsierte Exemplar aus der Samml. Achter ohne die Kupfer und mit
lediglich einer Musikbeil. (v. 2). Erschien zuerst bei Joachim in
Leipzig 1803.
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- Der
Dom=Schütz und seine Gesellen von Carl Gott(lob) Cramer.
Erster / Zweyter Theil (in 1). Hamburg und
Leipzig (o. Vlg.) 1804. 320 S./ 254 S. Je Tl. mit gest.
Titelvignette. Hldrbd. d.Zt. m. (verblasstem) Rcknt.; wen. ber. u.
Buchblock etw. schief; Rotschnitt; Papier tls. stock- u.
fingerfl.; insgesamt aber gut erhaltenes Exemplar
verkauft
Olderdißen
41.02.; Hayn-Got.I, 685; Goedeke V, 510, 50. "In einem
unwirtlichen Waldgebiet zwischen zwei feindlichen Fürtstentümern
haust eine große Räberbande unter ihrem Anführer, dem
>Domschütz<. Dieser Hauptmann war ehemals, wie der Leser im
Verlaufe des Romans nachträglich erfährt, unter dem Namen Euros
ein hoher adliger Würdenträger eines benachbarten Fürstentums.
Ein fürstlicher Wüstling entführte ihm seine Geliebte (...),
bei ihrer Rettung verfolgt, erschoß er sie und verschrieb sich
den Räubern. Seine mächtige, reiche Bande straft die Großen und
hilft dem unterdrückten Volk. Beispiele für solche Taten
ausgleichender Gerechtigkeit füllen einen großen Teil der Seiten
des zweibändigen, auf weiten Strecken in Dialogform geschriebenen
Romans. Schurkische Beamte werden bestraft und die Siege über die
Regierungstruppen in dem romantischen Räuberrevier unter
gefühlvollem Gesang mit Hornbegleitung gefeiert. Als der
Hauptmann mit einem Kreis Unzufriedener bekannt wird, die eine
Verschwörung planen, verspricht er, mit seiner Bande am Sturz des
tyrannischen Fürsten teilzunehmen. Doch im entscheidenden
Augenblick rührt ihn der Anblick der schlafenden Fürstin mit
ihrem Kinde. Er geht mit den Räubern auf die Seite des Fürsten
über, der am sentimentalen Schluß gerührt inmitten der Bande
steht." (Chlond, S. 89-90) Karl Moor und Rinaldo Rinaldini
standen wohl unmittelbar am Taufbecken dieses Cramerschen
Räuberkindes.
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199.
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Der
schöne Flüchtling. Ein Paroxismus der Liebe. Arnstadt und
Rudolstadt, bei Langbein und Klüger 1803. 312 S.
Hldrbd.d.Zt.m.Rckns.; Deckelbez. tls. fehlend; stärker berieb. u.
best.; m. kleineren Wurmgängen (ohne Textverlust); Pap. etw.
fingerfl. u. gebräunt
verkauft
Erste
Ausg.; Hayn-Gotendorf I, 686; Olderdißen 42. „Meinem biedern
Freunde, Herrn Ferdinand Ludwig Friedrich von und zu der Tann,
vormals Kais. Kön. Oberleutnant, im sonst Wurmser= jetzt
Fürst=Lichtensteinschen Wohllöbl. Husaren=Regimente,
freundschaftlich gewidmet.“ Es folgt ein sechsseitiges Gedicht
Cramers und eine 10seitige Vorrede über den Sinn und Unsinn von
Vorreden. Unterzeichnet: „Meiningen, den 3ten März 1803.“
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200.
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-
Der schöne Flüchtling. Ein Paroxismus der Liebe von Carl Gottlob
Cramer. Frankfurt und Leipzig (o. Vlg.) 1804. 215
S. Gest. T.-Vign. (d´Argent). Ppbd. d. Zt. m. 2 Rckns. - Olderd.
42.02 –
140.00
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201.
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Scenen
aus den Zeiten der Reformation. Dramatisirt
von Carl Gottlob Cramer. 2 Teile in
einem Band. Dresden (o. Vlg.) 1803. T./ VII (8-) 288 S. Mit gest.
Frontispiz von J. Gerstner. Oppbd.; durchgehend stockfleckig,
Einbd. stärker defekt, m. abgerieb. Fehlst., ansonsten sauber
verkauft
Durchgehend
paginiert. Der erste Teil endet mit der Seite 140. Es folgen
Zwischentitel, (1) Bl. (Personen) u. der Text v. Tl. 2 ab S. 145;
erste Ausgabe; Olderdißen 43
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202.
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- Dass.
Schmuckppbd. d.Zt. m. Flachrücken u 2 Rckns. ber. u. Gel.-Läsuren
a. d. Kapitalen; Mongrammst. a. T. (>F I Z<) u. Bes.-Aufkl.
a. Vors. (>Joh. v. Dierzer<); ordentl. Ex.
140.00
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1804
LAFONTAINE
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203.
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Barneck und Saldorf. Von August Lafontaine. Erster /
Zweiter Theil. Berlin, bei J. D. Sander, 1804-1805. T.-Kpfr.
(Jury) / T. m. gest. Vign./ 406 S.// T.-Kpfr. (Jury) / T. m. gest.
Vign./ 416 S. Marm. Hldrbde. d.Zt. m. goldgepr. Rcknt.(stark
berieb.); Kapitale abgest.; berieb. u. Rckn.kanten tls. läd; 1.
Bd. etw. schiefgelesen; Titel wasser- bzw. fingerfl.; letzte Seite
v. Bd. 1 gekl. 140.00
Sangmeister
28; erste Ausgabe (hier ohne Reihent.); Roman, der im
amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beginnt und als deutsches
Personen-Verwirrspiel endet.
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204.
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- Barneck und Saldorf von August Lafontaine. Erster /
Zweiter Theil. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1805. T.-Kpfr./ gest. T.
m. Vign./ 318 S.// T.-Kpfr./ gest. T. m. Vign./ 326 S./ 1 Bl.
Anzeige >Bibliothek für die gebildete Lesewelt<. Marm.
Broschur d.Zt.; unbeschnitten; Broschur a. Rckn. tlwse.
eingerissen, fleckig u. mit kleineren Fehlstellen; Pap.gering
gebräunt; insgesamt etwas angestaubt und gelesen - Sangmeister
109
90.00
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|
205.
|
- Dass. (ohne d. Anzeige). 2 marm. Ppbde. d.Zt. m.
Rckns. (eines abgelöst); Titelei v. Bd. 2 gelockert; stärker
best.; insgesamt unfrisch u. tls. fleckig 90.00
|
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206.
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Sittenspiegel für das weibliche Geschlecht. Von
August Lafontaine. Erster (bis) Sechster Band (in 4). Görlitz:
Anton 1804-1807 (und) Halle: Renger 1811 (Bd. 6). Gest.
Frontisp. (Frosch n. Catel) / 4 Bl./ 376 S.// gest. Frontisp.
(Kaiser n. Catel) / 2 Bl./ 392 S.// gest. Frontisp./ 2 Bl./ 337
S.// gest. Frontisp. (Veith n. Catel) / 2 Bl./ 328 S.// T./ 342
S.// T./ 324 S. Dekorative marm. Hldrbde.
d.Zt. m. je 2 Rckns. (Bd. 6 nur 1) u. reicher Rcknverg. (5 u. 6
etw. abweichend geb.; Rckn.-Zählung: 1 (Bd. 1 u. 2), 2 (Bd. 3 u.
4), 5, 6); tls. etw. ber. u. best.; 1 Bd. m. kl. Wurmgang; N. a.
T.
480.00
Erste Ausgabe, Sangmeister 29; danach enthalten die
ersten drei Bände der Sammlung Beiträge aus dem 1792/1793
erschienenen Museum für das weibliche
Geschlecht (und, wie hier im Vorbericht
auch ausgewiesen, aus dem von Carl Friedrich Bahrdt
herausgegebenen und dann von Lafontaine übernommenen
Vorläuferperiodikum Zeitschrift für
Gattinnen, Mütter und Töchter), die drei
Schlussbände Erzählungen und Romane. Die letzten beiden Teile
wurden aus Erfolgsgründen angehängt und hatten z.Tl. auch
separate Titel (hier etwa Bd. 6: Natur und
Kunst, oder Täuschungen des Lebens )
Vollständig wie hier recht selten.
|
|
207.
|
- Dass. Erster Band (v. 6). Gest.
Frontisp. (Frosch n. Catel) / 3 Bl. (Vorbericht
u. Inhalt) / 376 S. Schmuck-Ppbd. d.Zt. m. goldgepr. Rckns.;
wen. ber. u. best., dekoratives Exemplar
140.00
Hier abgeschlossene Kleinprosa und wenige
Sachbeiträge.
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208.
|
- Dasselbe. Vierter Band (von 6). Ebd.
1805. Gest. Frontisp. (Veith n. Catel) / 1 Bl. (Inhalt)/
328 S. Einbd.u.Zustand wie vorstehende Nr., kl. Fleck a. Vorderd.
80.00
Enthält drei Erzählungen: vgl. Sangmeister 29
|
|
209.
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Eigenhändiger Brief „Halle, den 8ten 9tbr 1804“
(8. Nov. 1804) an den Magdeburger Domprediger Johann Friedrich
Wilhelm Koch (1759-1831), unterschrieben mit „und somit bin ich
/ Ihr ganz eigner Lafontaine“; halbe Seite a. 1 gef., etw.
gebräunten Doppelblatt
400.00
Auch hier geht es um das liebe Auskommen: Lafontaine
bittet Koch, seine Interessen an der Zuteilung eines Kanonikates
an dem Magdeburger Stift St. Petri und Pauli zu vertreten. Der
Brief beginnt: „Ein Canonicus des Stifts Peter u. Paul, worauf
ich die prima preces habe ist Todt, mein lieber Koch;“ (Ein Teil
des weiteren Textes ist abgedruckt bei Sangmeister,
Vergänglichkeit, S. 164). Das Unterfangen mißlingt übrigens.
|
|
1805
LAFONTAINE
|
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210.
|
Die Erbschaft. Von Lafontaine. In: Taschenbuch für
Damen auf das Jahr 1805. Herausgegeben von Huber, Lafontaine,
Pfeffel und andern. Tübingen:
Cotta o.J. Gest. Frontisp./ VII S./
gest. Tfl./ 232 S. m. 8 Kpfr-Tfln./ 4 Bl. (Vlgs.-Anz.), S.
180-226. Grüner, ornamental bedruckter Originalüberzug auf
zeitgenössische Broschur aufgebracht; mit Bereibungen u. kleinen
Mängeln; Goldschnitt (ungleichmäßig); kl. Namenseintr. a. T. –
insgesamt ordentliches Exemplar 120.00
„Den Jahrgang 1805 eröffnet Schillers Jüngling am
Bach, weiterhin steuerte der Dichter sein Berglied bei.“
(Lanck../Rümann 66; dort auch zu den Künstlern Catel, Meyer,
Waechter, Lips u. Bolt); Marwinski 601; Köhring 112; Goldschmidt
311 (zu den Verlagsanzeigen am Schluß); Sangmeister 214
|
|
211.
|
Das Haus
Bärburg, oder der Familienzwist. Von August Lafontaine. Berlin:
Johann Daniel Sander 1805. 504 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) Sehr schöner
marm. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns., reicher Rcknverg., Lesebändchen,
Gelbschnitt etc.; wen. ber., Ecken etw. best.; N. a. T.; innen
tadellos - Erste Ausgabe; Sangmeister 30 220.00
|
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212.
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- Dass.
Berlin und Leipzig (Stuttgart: Macklot oder Uebel) 1806. 388 S.
Marm. Ppbd. d.Zt. m. hs. Rckns.; kl. ovaler Stempel auf hinterem
Innendeckel (>Gräfl.Adelmannsche Fideik. Bibliothek
Hohenstadt<); Titel etwas angeschmutzt
120.00
Sangmeister 110.2. "(...) man überredet sich
leicht beym Lesen seines Familienzwistes, daß es ihm nur an Zeit
gefehlt habe, um selbst der Erste (in der Anerkennung des
Rezensenten) zu seyn. Spuren der Eilfertigkeit sind im Ganzen, wie
im Einzelnen sichtbar. Daher erinnert sich Hr. L. so oft selbst,
und wiederholt sich in Charakteren, Situationen u.s.f.; daß man
wohl hie und da einmal versucht wird, zu glauben, man müsse das
schon irgendwo bey ihm gelesen haben, was man doch eigentlich noch
nicht gelesen haben sollte. Dieß ist besonders auch der Fall in
seinen Verwickelungen, die er nur sich selbst fast alltäglich
gemacht hat. Die Leichtigkeit der Sprache, die auch nicht ganz
ohne Grazie ist, hat alle Lafontainesche Schriften empfohlen, und
empfiehlt auch diese." (JALZ, März 1807, S. 606)
|
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213.
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Dramatische
Werke von August Lafontaine. Görlitz, bei C. G. Anton 1805. Gest.
Frontisp. (Frosch n. Schubert) / gest. T.
m. Vign. (Frosch) / 1 Bl./ 150 S./ 1 Bl./ 159 S. Dek. marm.
Hldrbd. m. Rckns. u. reicher Rcknverg.;
Gelbschn.; Lesebd. (abgel.); nur ger. ber./ best.; N. a. T.
verkauft
Erste
Ausgabe; Sangmeister 31; in Tl. 1 Die
Tochter der Natur. Eine Familienscene; in
Tl. 2 Die Prüfung der Treue, oder: die
Irrungen. Ein Lustspiel.
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CRAMER
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214.
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Nettchens Hochzeit von Carl Gottlob Cramer.
Rudolstadt bei Langbein und Klüger 1805. T. / 248 S. Hldrbd.
d.Zt. m. hs. Rcknaufkl.; ber. u. best.; Exlibr. a. Vors. (>Viktor
Achter<); T. zweifach gest. (>A. Mejstrik, Buchhandlung und
Antiquariat Wien< u. >Dr. Adolf Machatschek<); Pap.
gebräunt; stellenweise finger- u. stockfl.
Olderdißen 45; Samml. Achter 144, 14; erste u.
einzige Ausgabe – Kaufmanns-roman um einen Herrn >Saldo<,
der seine Tochter verschachert verkauft
.
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215.
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- Dass. Ppbd. d.Zt. m. hs. Rcknaufkl. Ecken best.;
Pap. etw. braunfleckig; o. Vorsätze
150.00
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216.
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Neue Gemälde des menschlichen Herzens von Cramer,
Kozebue (!), Lafontaine, Spieß und andern mehr. Neue vermehrte
und verbesserte Auflage. Zofingen (d.i. Leipzig: Joachim) 1806. T.
m. gest. Vign./ 220 S./ 2 Bl. (Inhalt u. Vlgs.-Anz.) Schmuck-Ppbd.
d.Zt. m. (blindem) Rcknaufkl./ T. m. größerem Monogramm-Stempel
(>G.S.<); Rotschnitt – tadelloses Bändchen -
verkauft
Zuerst 1805 ersch.; Olderdißen 66.77; außer den
Genannten noch Beiträge v. Weiße, Hiemer, Rochlitz u.
Streithorst; nach Sangmeister 156 bereits 1801 in Prag bei Polt
erschienen
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1806
LAFONTAINE
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217.
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Die Familienpapiere, oder die Gefahren des Umgangs.
Von August Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in 2 Bdn.) Berlin:
Sander 1806. T./ 486 S.// T./ 425 S. Ppbde. d.Zt. m. blauen
goldgepr. Rckns.; berieb. u. best. - Erste Ausgabe; Sangmeister
32. (hier ohne die beiden Titelkupfer)
verkauft
Der Rezensent >C.f.r.z.< der Jenaischen
Allgemeinen Literaturzeitung lobt, wenngleich auch etwas
ironisierend: "Die Ausführung (...) ist ganz in der
bekannten Manier des Hn. Lafontaine: eine Scene des peinigenden
Kampfes der Pflicht mit der Leidenschaft folgt auf die andere, die
unglückliche, sich selbst verzehrende, unaufhörlich zwischen
Entzücken und Verzweiflung schwebende Liebe wird mit
übersättigender Ausführlichkeit und mit der entnervenden
Empfindseligkeit geschildert, welche alle Producte dieses
Schriftstellers charakterisirt. Die Tugend bleibt zwar trotz den
ewigen Kämpfen und der nahen Gefahr des Unterliegens, meistens
durch Zufall, am Ende Siegerin; aber ihres Sieges kann man nicht
froh werden, da die von dem vielen Gram und Schmerz und Kummer
zerweichte Empfindung kein Gefühl von Erhebung und Freude zuläßt.
Es bietet sich überhaupt die Bemerkung dar, daß dieser Autor
einen vorwiegenden Hang hat, den Menschen von Seiten seiner
Schwäche und Gebrechlichkeit zu schildern, und man muß gestehen,
daß er auch hierin weit glücklicher ist, als im Darstellen der
edlen Menschennatur (...) Wir versichern nur noch die Liebhaber,
daß es auch in diesem Werke einen Überfluß giebt von feuchten
Augen, glänzenden Thränen, pochenden Herzen, und tiefen
Seufzern." (JALZ, August 1811, S. 336)
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218.
|
- Dass. Marm. Hldrbde. d. Zt. m. 2 Rckns. u. dez.
Rcknverg. (abgerieben); Bd. 1 Gel. am ob. Kap. angebrochen u.
Titelei wellig; T. m. gekröntem Monogrammstempel; N. a. Vors.
verkauft
(?)
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219.
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- Die Familienpapiere oder die Gefahren des Umgangs.
Erster / Zweiter Theil (in 1). Berlin und Leipzig (d.i. Mannheim?:
Löffler?) 1807. T. m. gest. Vign. (Knaben vor Wassermühle auf
Brett über einem Stein wippend) / 1 Bl./ 367 S./ T. m. gest.
Vign. (zwei raufende Knaben)/ 327 S. Ppbd. d.Zt. m. Rckns, leicht
berieb. u.minimal schief gelesen; alter ovaler Stemp. (>Bibliothek
d. städt. Museum Salzburg<) - Nachdruck. Sangmeister 112.3;
nicht bei Veitenheimer 120.00
|
|
CRAMER
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220.
|
Bekenntnisse des Ex-Minister Hirkus. Ein Schwanz zum
goldnen Kalbe. Von einem alten Bekannten.
Leipzig: Joachim, 1807. T./ 262 (von 263)
S. Hldrbd d. Zeit m. Rückenvergoldung; Rückenbezug mit
Fehlstelle am Kopf, Hinterdeckel beschabt, Vorderdeckel m.
Nagespuren, erste Lagen mit Nässespur oben im Falz, Gelenke
gelockert; es fehlt das letzte Blatt.
verkauft
Dritte Auflage eines späten, zuerst 1806
erschienenen Werkes von Carl Gottlob Cramer. Erst in einer 1823
unter abweichendem Titel erschienenen Ausgabe wird der Band als
Seitenstück zu Cramers "Paul Ysop" bezeichnet. Von
Kaldewey (Lesekabinett 12, 1979, 79) als >Staatsroman<
bezeichnet. Weiter heißt es dort verallgemeinernd: „In
leichtfaßlichen Texten vermittelt er einen realistischen Einblick
in die verkommenen politischen und sozialen Verhältnisse an den
Fürstenhöfen seiner Zeit. Der Leser konnte sich mit den Leiden
u. Auflehnungen der Cramerschen Helden gegen die Obrigkeiten
identifizieren. Zu Recht weist die neuere Forschung (Beaujean
u.a.) auf den gesellschaftskritischen Aspekt der Cramerschen Werke
hin. Er ist der >politischste< der erfolgreichen
Unterhaltungsschriftsteller seiner Zeit u. seine Wirkung auf die
politische Meinungsbildung wäre lohnenswert zu untersuchen.“ So
pauschal formuliert wäre zunächst einmal der Wahrheitsgehalt
dieser Einschätzung zu untersuchen, sodann der Bezug zu
vorliegendem Werk wie auch evt. zu Bentzel-Sternaus Goldenem
Kalb. Olderdißen 46.02; Sammlung Maassen
746; vgl. Goed. V, 511, 59
u. Hayn/Got. I, 684
|
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221.
|
Ritter Euros und seine Freunde(.) Frühjahre des
Dom-Schützen. von C. G. Cramer. Leipzig, in Joachims
Buchhandlung o.J.
Gest. T./ 248 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns.; stockfl.
90.00
Erste Ausgabe; Olderdißen 47 gibt (wohl nach
Hamb./Meusel XVII, 358) 1805 als Erscheinungsjahr an, was sonst
nicht nachweisbar ist. Dem vorliegenden Exemplar fehlt das
Titelkupfer!
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|
222.
|
- Ritter
Euros und seine Freunde. Frühjahre des Dom-Schützen. Von C. G.
Cramer. Berlin und Leipzig (d.i. Wien, o.Vlg.) 1806. T./ 212 S.
Broschur d.Zt.; unaufgeschnittenes Expl.
90.00
Olderdißen 47.02. Durch den Erfolg des >Domschütz<
geleitet, verfasste Cramer die Vorgeschichte, eine Art >Domschütz
Rising<, die aber weitaus schwächer ausfiel. Trotzdem
erschienen neben der einzigen Originalauflage immerhin drei
Nachdrucke.
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|
223
|
- Dasselbe. Leipzig (d.i. Wien, o. Vlg.) 1809. Gest.
Frontisp.(Mansfeld n. Perger) / T./ 220 S./ 2 Bll. Vlgs.-Anz.
Marm. Ppbd. d.Zt. m. Rckns.; ber. u. best; Titelei l. wasserfl. u.
gebr.
90.00
|
|
224.
|
- Dasselbe. Einf. Broschur d.Zt.; unbeschnitten;
Exlibr. a.Vors. (>Viktor Achter<); etw. gebräunt; Titelei
m. kl. Feuchtrand; Umschlag ausgebessert - Olderdißen 47.03;
Samml. Achter 145, 15 80.00
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225.
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Leben und Schicksale des ehrlichen Septimus Storax
eines Kreuzbruders des Erasmus Schleicher. Von
Carl Gottl. Cramer. Leipzig (d.i.
Wien), (o.V.) 1809. Gest. Frontisp. (F. Weber)/ T./ XX S.
(Vorrede)/ S. (21) – 230 S. Marm. Hlnbd. d.Zt. m. hs. Rcknaufkl.
(dieser m. Randläsur); ber. u. best.; Exlibr. a. Vors. (>Viktor
Achter<) u. Aufkl. (>Aus der Leihbibliothek von Joh.Wastl in
Baden, Alleegasse Nr. 114<); Pap. gebräunt u. stockfleckig;
Leihbibl.-St. a. T. verkauft
Olderdißen 48.03; Samml. Achter 145, 16; Kaldewey´s
Lesekabinett 12, 84: „Entwicklungsroman eines Weberjungen.“ S.
24 / 25 falsch mit 214 / 215 paginiert; zuerst 1806 erschienen.
Am Anfang steht ein Fund aus dem Altpapier: „Ich
hatte meine Stieglitze gefüttert; und da ich den Papiersack,
worin das Futter war, so ganz mechanisch wieder zusammen bog,
(...) fand ich doch – glücklicher als jene geist- und herzlosen
Antiquare – wenigstens die Spur einer Geschichte, die schon
lange mein Herz interessirt, und meinen Geist beschäftigt hatte.“
(S. IV f) Zum Vorschein kommt dabei eine Art
>Ehestandsgeschichte<: „Nur selten wird in seinen
Erzählungen die Ehe zum Problem, so in >Septimus Storax<.
In diesem kurzen, 1806 erschienenen Roman scheitert der arme
Theologiekandidat nicht nur durch seine eigene Beschränktheit am
Leben, sondern auch durch die Unwürdigkeit seiner bildungsmäßig
und charakterlich weit unter ihm stehenden Frau Susette. Man
scheut sich zwar, einen
Dichter wie Jean Paul zu unserem Vielschreiber in Beziehung zu
setzen, doch gewisse Vergleiche mit dem >Siebenkäs< drängen
sich bei der Lektüre dieser Erzählung förmlich auf.“ (Chlond,
S. 135) Zum Teil finden sich wohl auch autobiographische
Spiegelungen aus Cramers Studienzeit in dem Roman (Erman-Horn I,
16722).
|
|
226.
|
- Dasselbe. Marm. Hlnbd. d.Zt. m. goldgepr. Rcknt.
>Edmunds´ Prüfungen<; ber. u. Ecken etw. best.; ovaler
Stempel auf T. u. S. (23) (>A. F. KRAL.<); Pap.ger. fleckig,
l. gebräunt
verkauft
|
|
1807
LAFONTAINE
|
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227.
|
Gemähldesammlung zur Veredlung des Familienlebens
(Nebentitel: Die Brüder oder der Wildfang.) Von August
Lafontaine. Erster / Zweiter Theil (in 2 Bdn.) Berlin: Sander
1807. T./ 435 S.// T./ 471 S. Dekorative, leicht voneinander
abweichende (Deckel; Rcknstempelung) Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns. u.
reicher Rcknverg.; wen. ber.; tls. etw. gebräunt; N. a. T.
verkauft
Erste Ausgabe; Sangmeister 34; „Da gibt es einen
zweibändigen Roman mit dem Titel >Die Brüder oder der
Wildfang< (Berlin 1807). Die Brüder, die dem Roman den Titel
geben, sind Eduard
und Adolph Schlauch.
In den einen Schlauch werden alle Hochherzig- und Edelmütigkeiten
hineingestopft, in den anderen alle Niedrig- und Schlechtigkeiten.
Zwischen den beiden Brüdern steht Emilie,
die Heldin des Romans. Sie ist freilich alles andere als ein
Wildfang, wie es der Titel des Romans vermuten ließe, vielmehr
nach dem Wunschbilde der Zeit ein seelenvolles Mädchen und
außerdem – was ihren Wert in den Augen des Autors und des
Publikums beträchtlich erhöht, - Erbin von fünfmalhunderttausend
Mark. Insofern ist sie also doch ein sehr kostbares Wild, das zu
fangen die Mühe lohnt. Es ist wohl überflüssig zu sagen, daß
am Ende der edle Eduard über den argen Adolph triumphiert und die
geliebte Emilie heimführt... Das ganze Motivreservoir wird
aufgeboten: Reisen, Verwechselungen, Überfälle, Ent- und
Verführungen; ein Labyrinth verwickelter Handlungen wird
erfunden, die meist sehr unglaubwürdig sind und nur den Zweck
haben, die Spannung zu steigern und die Lösung herauszuzögern.“
(Greiner, S. 86 f)
|
|
228.
|
- Der Wildfang oder Die Brüder von Aug(ust)
Lafontaine. Erster/ Zweyter Theil (in 2 Bdn.) Wien und Prag bey
Franz Haas 1809. Gest. Frontisp. (Neidl n. Schedi / d.i. Georg
Vincenz Kininger) / gest. T./ 320 S.// gest. Frontisp. (dito) /
Gest. T./ 344 S. Dunkelblaue Ppbde. d.Zt. m. Rckns.; stärker ber.
u. best.; Pap.gebräunt verkauft
Wiener Nachdruck der zuerst bei Sander in Berlin
erschienenen Ausgabe. Sangmeister 116.2
|
|
229.
|
Er verführt seine eigene Frau. Von Lafontaine. In:
Taschenbuch für Damen auf deas Jahr 1807. Herausgegeben von
Huber, Lafontaine, Pfeffel und andern. Tübingen:
Cotta o.J. Gest. Frontisp./ T./ 2 Bl./
16 S./ 2 gest. Tfln./ 218 S. m. 10 gest. Tfln/ 6 Bl. (Vlgs.-Anz.),
S. 207-218. Grüne bedruckte OBroschur. Goldschnitt; kl. N. a. T.;
etw. berieben.
180.00
„...der aus Schillers Nachlaß das
Widmungsgedicht zu seinem Wilhelm Tell an Karl Theodor von Dalberg
enthält, sowie ein Hochzeitsgedicht...“ (Lanck./Rümann 66f;
dort auch zu den Doppelszenen aus der bürgerlichen
Sonntagsgestaltung von der Tochter Chodowieckis); Sangmeister 216;
hier nur Beginn der Erzählung Lafontaines!
|
|
230.
|
Arkadien von August Lafontaine. Erster (und) Zweiter
Band (von 3). Wien und Prag bey Franz Haas 1808. Je ein T.-Kpfr.
(anonym) u. gest. T./ 245 S.// 235 S. Hldbde. d.Zt. m. Rckns. u.
goldgepr. Initiale (A) u.
Bandnr. (95/96). Frontisp. u. T. leicht
gebräunt; dek. Exemplar.
120.00
Nachdruck der bei Ruff in Leipzig u. Halle 1807
erschienen Ausgabe (= Gemälde des menschlichen Herzens in
Erzählungen, 7-9). Sangmeister 117; Bd. 3 fehlt. „Für
Lafontaine exemplarische Ehen über Standesgrenzen hinweg stehen
am Ende des schematisch konstruierten Romanes Arkadien
(1807), der die Geschichte zweier
benachbarter, durch ihre Klassenzugehörigkeit aber getrennter
Familien enthält. Gleich eingangs werden die zeitgleich
stattfindenden Hochzeiten des Freisassen Franz mit Auguste Solms
und des Majors von Wolfenstein mit der adligen Emma kontrastiert.
Die Familie des Freisassen Franz, der als Landbesitzer kein
gemeiner Bauer, sondern vielmehr ein wohlhabender, gebildeter,
gottesfürchtiger und humaner Mann ist, verfügt, wie Lafontaine
zu zeigen bemüht ist, über einen Seelenadel, der höher zu
bewerten ist als der Geburtsadel der von Wolfensteins, die mit
Ausnahm des Majors als eine törichte, hartherzige und adelsstolze
Familie gezeichnet werden. Im zweiten und dritten Band des Romanes
verknüpft Lafontaine nun die Handlung dergestalt, dass diese
beiden so gegensätzlichen Familien sich immer näher kommen...
Adel und gehobener Bauernstand werden vermählt, der
Klassengegensatz durch kreuzweise Verbindung der egalitär
erzogenen Kinder aufgehoben.“ (Sangmeister, Vergänglichkeit, S.
440).
|
|
231.
|
Heinrich Oder Der Familienehrgeitz von Aug(ust)
Lafontaine. Wien: Haas 1809. Gest. T./ 278 S. Etwas späterer
HLnbd. einer Leihbibliothek m. hs. Rcknaufkl.; Kap. m. kleinerer
Fehlstelle, angestaubt u. best., innen leicht gebräunt u.
stellenweise etw. fleckig; Titelei stärker fingerfl. u. mit
Feuchtigkeitsfleck; hs. Besitzeintrag von alter Hand auf
Schmutztitel
70.00
Sangmeister 120. Nachdruck des 5. Bandes des
Sittenspiegels für das weibliche
Geschlecht (Görlitz: Anton 1807); dort
gedruckt unter dem Titel "Der Familienehrgeitz oder die
Freundschaft"; ohne d. Titelkupfer
|
|
232.
|
- Dass. Gest. Frontisp./ gest. T./ S. (3)-278. Marm.
Ppbd. d.Zt. m. Rcknaufkl.; ger. Überzugsdef.; Pap. u. gest.
Titelei fleckig, m. kl. St. (>Platzers Leihbibliothek<) u.
Bibl.-Aufkl.
100.00
|
|
1808
LAFONTAINE
|
|
233.
|
Aline von Riesenstein. Von August Lafontaine. Erster
(bis) Dritter Band. Halle und Leipzig: Ruff 1808. Gest.
Frontisp. (Rosmaesler) // T./ 342 S./ T./ 358 S.// T./ 218 (recte
318) S. Marm. Ppbde. d.Zt. m. je 2 Rckns. (diese
m. Randläs.); ber. u. best.; St. a. T. (>Victoire z. L.<);
Besitz-Eintrag a. Vors.; Rotschnitt – Erste Ausgabe; Sangmeister
35 (danach hat jeder Band ein T.-Kupfer!) -
verkauft
|
|
234.
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Die beiden Bräute. Von August Lafontaine. Erster /
Zweiter Theil (in 2 von 3). Berlin: Sander, 1808. T./ 372 S./ T./
452 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m. Rckns., u. Rckn.-Aufkl.(etw.
angerändert); T. (verso) gest. (Besitz: >F. F. Bibliothek
Donaueschingen<), Pap. leicht gebräunt
120.00
Tadelloses, leider inkomplettes Exemplar d.
selteneren Spätwerkes; Erste Ausgabe – Sangmeister 36; der
Roman um die Familie Norden bettet das immer wieder gerne
aufgenommene Thema sozialer und konfessioneller
Beziehungshindernisse ein in ständige Reisebewegungen, beginnend
etwa mit einer Rheinreise, dann häufige Schweiz- und
Italien-Aufenthalte und schließlich am Ende von Band 1 auch ein
Abstecher in das revolutionäre Paris, wo die Adelsfamilie von
Warf offenkundig in gefährliche Kollaborationspläne mit
französischen Emigranten verwickelt ist, worauf auch der immer
mal wiederkehrende Schauplatz Koblenz hindeutet (nicht bei Harro
Zimmermann erwähnt, der a.a.O. (s.o.), S. 287, immerhin fünf
>Emigranten-Romane< Lafontaines aufzählt)
|
|
235.
|
. Dass. Drei Bände. (Dritter Theil): Berlin: Sander
1809. T./ 333 S. Schmuckppbde. d.Zt. im Stile v. Hldrbdn.
(abgesetzter Rchn.) m. je 2 Rckns. u.Rcknaufkl; wen. best; Pap.
tls. gebräunt
verkauft
Hier die komplette erste Ausgabe mit dem ein Jahr
später erschienenen 3. Band.
|
|
236.
|
- Die beyden Bräute von Aug(ust) Lafontaine. Erster
/ Zweyter / Dritter Band (in 3). Wien u. Prag: Haas 1810. Gest.
Frontisp. (v. J(oseph) Neidl n. Schedi (d.i. Georg Vincenz
Kininger) / gest. T./ 276 S.// Gest. Frontisp. (anonym) / gest.T./
340 S.// Gest. Frontisp. (anonym) / gest.T./ 248 S. Ppbde. d.Zt.
m. roten Rckns.; berieb. u. best.; Pap. ger. fl. Sangmeister 122
150.00
|
|
CRAMER
|
|
237.
|
Der Glücks = Pilz von Carl Gottlob Cramer. IIs.
Bändchen. Leipzig, in Joachims Buchhandlung. o.J. (1809). Gest.
T./ 184 S. (Druckvermerk am Schluß: >Halle, gedruckt bei
Leopold Bäntsch<). Hldrbd. d.Zt.; leicht ber.u.gering best.;
T. bestempelt („Aus der Schulzeschen Buchhandlung in
Oldenburg“); Pap.gebräunt; Nr. a. Innendeckel – ordentlich
verkauft
Schlussband der ersten Ausgabe. Olderdißen
49; Hayn/Got. I, 686 (>Pikanter
Familienroman<); hier weder pikant (dafür ziehen Hayn/Got.
eine Szene des ersten Teiles heran) noch Familie: Nach typisch
Cramerschen Allerwelts-Auslassungen über Erziehung, Geschichte
und Religion wird der Werdegang der elternlosen Hauptperson Fritz
- offensichtlich am Schluß des ersten Bandes einer Räuberbande
(>berüchtigte Domschützenbande<!) entkommen – hier
nachgereicht; dann Übergang zu Üblichem: Einkerkerung, Liebe und
schließlich Hochzeit mit seiner Lotte.
|
|
1809
LAFONTAINE
|
|
238.
|
Raphael oder das stille Leben. Von August Lafontaine.
Halle und Leipzig: Ruff 1809. 384 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) Dek.
marm. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns.; etw. ber.; Pap. etw. fl.; N. a. T.
140.00
Erste Ausgabe; Sangmeister 37 (ein dort angegebenes
T.-Kupfer von Kininger fehlt hier)
|
|
239.
|
- Dass.
Stuttgart: Macklot 1810. 305 S. Marm. Ppbd. d.Zt. m. hs. Rckns.
kleiner ovaler St. im hint. Deckel (>Gräfl. Adelmannsche
Fideik. Bibliothek Hohenstadt<) – Sangmeister 124.1
110.00
|
|
240.
|
-
Raphael, oder das stille Leben. Von Carl (!) August Lafontaine.
Wien und Prag bey Franz Haas 1810. Gest. Frontisp. (Gerstner n.
Schedy / Kininger) / get. T./ 304 S. Def. Ppbd. d.Zt. (vom
Vorbesitzer mit einf. Kartonage eingebunden); N. a. Vors.; Titelei
stark verschmutzt; letztes Blatt lose u. m. Eckabriß (leichter
Buchstabenverlust) – Sangmeister 124
80.00
|
|
241.
|
Emma. Von August Lafontaine. Erster u. zweiter Theil.
Berlin: Sander 1809 / 1810. T./ 394 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) / T./
372 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.) Marmorierte Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns.
(etw. farbl. abweichend) u. kl. Rcknaufkl. am unt. Kap.; vord.
Gel. v. Bd. 1 etw. brüchig u.m. l. Wurmspuren unten
verkauft
Dekoratives Exemplar d. ersten Ausgabe; vgl.
Sangmeister 40
|
|
242.
|
-
Dass. Erster Band (von 2). Berlin: Sander 1809. T./ 394 S.
(Impressum hinten: Berlin, 1809. Gedruckt bei Karl Friedrich
Amelang, Neue Friedrichstraße No.86.) Hldbd. d.Zt., Rckn. m.
stark verbl. Vergoldung, das blaue Bezugspap. angerändert,
stärker ber., Kap.u.Ecken best., innen wen. Gebr.spuren;
Rotschnitt;N.a.T. verkauft
|
|
243.
|
Das Testament von A. Lafontaine. Erster (bis) dritter
Band (in 3). Halle: Renger 1809. Je ein gest. Frontisp. (v.
Schmidt n. (Veit) Schnorr (v. Carolsfeld), Bd.1-2, u. von J(ohann)
C(hristian) Böhme, Bd.3) u. 1 gest. T. 334 S.// 334 S.// 327 S.
Etwas spätere schwarze Hldrbde. m. goldgepr. Rcknt. u. Rcknnr.;
Vors. u. T. gestemp. (>Heilanstalt Bücherei Winnental< u.
>Kön. Heil=Anstalt Winnenthal<); etwas ber.; T.-Kpfr. a.
Vorsatz geklebt; T. u. Kpfr. v. Bd.2 ankoloriert; Pap.finger-u.
wasserfl. u.stellenweise gebräunt. Erste Ausgabe; Sangmeister 38
verkauft
|
|
244.
|
- Dass. 3 Tle. (in 2 Bdn.) Ebd. 1809. T./ 334 S./ T./
334 S./ gest. Frontisp. (Böhme n. Schnorr) / gest. T./ 327 S.
Dekorative Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns. u. dez. Rcknverg.; etw.
unterschiedl. gebleicht u. wen. fleckig; kl. Wurmspur a.
Rckndeckel v. Bd. 3; Pap. tls. gebr.; N. a. T.
150.00
Auf den Titeln der ersten beiden Bände vermerkt:
„Das Kupfer ... wird nächstens nachgeliefert.“
|
|
245.
|
- Das Testament. Von A. Lafontaine. Erster (bis)
dritter Band (in 3). Leipzig: Berger´s Buchhandlung o.J. T./ 334
S.// T./ 334 S.// T./ 327 S. Einfache blaue brosch. Bde. d.Zt.
Papieraufkl. a. Rckn. m. Bleistift römisch (I-III) nummeriert.
Seitenspiegel tls. gebräunt
120.00
Lt. Impressum gedruckt bei Leopold Bäntsch in Halle;
auch die Orig.-Ausg. erschien 1809 in Halle bei Renger
(Sangmeister 38), beide Ausgaben mit derselben Paginierung (die
wohl nachgelieferten, seitlich knapp beschnittenen Titel deuten
gar auf Druckidentität der Buchblöcke hin), hier jedoch ohne die
Titelkupfer; vorliegende Ausgabe nicht bei Sangmeister.
|
|
246.
|
Karl oder welch ein Herz von August Lafontaine. Wien
und Prag: Haas 1809. Gest. Frontisp./ gest. T./ 271 S. Hldrbd. d.
Zt. m. violetten Deckeln 2 Rckns. u. 1 Rcknaufkl.; geaderter
Schnitt; T. verso m. rotem Wappenst. (>Tetschner Bibliothek<);
Pap. im hint. Tl. fleckig; etw.. ber.
140.00
Sangmeister 119; einzige Ausgabe. Enthält außerdem
die Erzählungen Der Lohn der Treue und
Minchen.
|
|
247.
|
Eduard oder der Maskenball. Von August Lafontaine.
Erster / Zweiter Band (in 1 von 3). Halle und Leipzig: Ruff 1809
(Gemälde des menschlichen Herzens in Erzählungen 13./ 14.
Theil). 2 Bl. (T.) / 329 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.)
/ 2 Bl. (T.)/ 327 S. Dekorativer marm. Hldrbd. d.Zt. m. Rckns. u.
reicher Rcknverg.; o. vord. Vors. N. a. T.; tlw. leichte Bräunung
120.00
Sangmeister 39; erste Ausgabe; es fehlt der 1810
erschienene dritte Band
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1810
LAFONTAINE
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248.
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Wenzel Falk und seine Familie. Von August Lafontaine.
Erster / Zweiter / Dritter Theil (in 3 Bdn.) Berlin: Sander 1810.
T./ 347 S./ T./ 315 S./ T./ 389 S. Ppbde. d. Zt. m. abgesetztem
Rckn. im Stile v. Hldrbdn.; je 2 Rckns. u. 1 Nrn.-Aufkl. (m. ger.
Abrieben); Kap. u. Ktn. best.
240.00
Ordentliches Exemplar der ersten Ausgabe; Sangmeister
41
|
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249.
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- Wenzel Falk und seine Familie. Von A. Lafontaine.
Erster, zweiter u. dritter Theil (in 3 Bdn.) Stuttgart: Macklot
1811. 271 S.// 247 S.// 306 S. Ppbde. d.Zt. m. Rckns.; stärker
berieb.; Rotschnitt ; Pap. gebräunt u. etw. stockfl.
160.00
Sangmeister 128.1. (ohne den dort angeg.
Reihentitel). "Die Manier dieses fruchtbaren Romandichters
ist bekannt und beliebt. Bey Fertigung seiner Liebesgeschichten
ist es ihm weder um Aufstellung des eigentlichen Romans im höheren
Sinne, noch um Kunstwerth überhaupt zu thun. Er will nur angenehm
und rührend unterhalten - und diesen Zweck erreicht er fast immer
(...) Seine Phantasie ist lebhaft, seine Darstellungsart beweist
viel Geschick, Plan und Ausführung sind flüchtig, aber meistens
gut, der Stil ist diesem allen angemessen, und die eingewebte
Moral läßt auf ein reines Herz des Vfs. schließen. - So ist
denn auch der Held des gegenwärtigen Romans, Major Wenzel
von Falk, ein ritterliches Bild, zu
welchem gesessen haben Siegfried von
Lindenberg, Oberst Waldheim,
Herr Cornelius Puff
van Vlieten (...) Und dennoch ist dieser
Held, wenn man ihn mit dem oben angegebenen Zwecke zusammenhält,
ganz gut gerathen. Er ist weniger dumm, als Siegfried,
flucht nicht so oft als Waldheim,
predigt nicht so lange wie Hr. Puff
- kurz, der Mensch handelt recht anständig (...) Für gebildete
Leser bleibt freylich Vieles zu wünschen übrig." Trotzdem
empfiehlt der Rezensent "dem großen Publicum" diesen
Roman! (JALZ, Julius 1811, S. 177-179.)
|
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250.
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Wenzel Falk(.) Eine Familiengeschichte(.) Von August
Lafontaine in drey Theilen. Erster / Zweyter / Dritter Theil.
Berlin (d.i. Wien: Haas) 1811. Gest. Frontisp. (Pöl(t)zel) /
gest. T./ S. (3)-239 / gest. Frontisp./ gest. T./ 216 S./ gest.
T./ 264 S. 3 dek. marmor. Brosch. d.Zt. m. Rcknaufkl.; unbeschn./
Exlibr. a. Innend. (>Viktor Achter<); wen. ber. u. kl.
Gel.-Einriß in Bd. 3
180.00
Sangmeister 128; ohne das Titelkupfer zu Bd. 3;
Samml. Achter 406, 20: „breitrandig, tadellos sauber“
|
|
251.
|
Der Hausvater oder: Das liebt sich und warum? von
August Lafontaine. Erster (bis) Dritter Theil (in 3 Bdn.) Halle:
Renger 1810. Gest. Frontisp. (Böhme n. Dähling) / gest. T./ 334
S./ 1 Bl.// gest. Frontisp.
(dito) / gest. T./ 336 S.// gest.
Frontisp. (dito) / gest.
T./ 328 S. Etwas abweichende marm.
Hldrbde. m. Rckns.u. dez. Rcknverg.; Bd. 2 Deckel stärker
abgerieben; 2 Bde. m. kl. Fehlstellen durch Wurmfraß; N. a.
Innendeckel – insges. dekorative Reihe -Sangmeister 42; erste
Ausgabe 220.00
|
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1811
LAFONTAINE
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|
252.
|
Das Bekenntniß am Grabe. Von A. Lafontaine. Erstes /
Zweites Bändchen. (von 3) Halle: Renger 1811. T./ 342 S.(Angabe
d. Druckortes auf d. letzten Seite: Halle, gedruckt bei Leopold
Bäntsch.)/ T./ 326 S.
Marm. Hldrbde. d.Zt. m. Rcks. u. ornament. Rcknvergold.,
stärker berieben u. bestoßen, Pap. tls. gebräunt Erste Ausgabe
– Sangmeister 44
90.00
|
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253.
|
- Das Bekenntniß am Grabe von August Lafontaine.
Erster / Zweyter / Dritter Theil (in 3 Bdn.) Berlin (d.i. Wien:
Haas) 1812. Gest. Frontisp. (Pölzel) / gest. T./ S. (3)-246 //
gest. Frontisp. (Pölzel n. Schedy / Kininger) / gest. T./ S.
(3)-232 // gest. Frontisp.
(dito) / gest. T./ S. (3)-230.
Dunkelbraune Ppbde. m. 2 Rcknt.; Titeleien gebräunt; Pap. tls.
fleckig; N. a. T. - Sangmeister 133
verkauft
|
|
254.
|
Tinchen, oder die Männerprobe. Von August
Lafontaine. 2 Bde. Halle u. Leipzig: Ruff, 1811 (Schilderungen des
menschlichen Lebens in Erzählungen, 3-4). T./ Reihen-T./ 328 S.//
T./ Reihen-T./ 332 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m.Rckns. u. Rcknaufkl.,
T.(verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek Donaueschingen<)
140.00
Erste Ausgabe in gutem Expl.; Haupt- u. Reihentitel
in der falschen Reihenfolge – Sangmeister 46
|
|
255.
|
- Dass. Erster Band (von 2). Halle u. Leipzig: Ruff
1811 (Schilderungen des menschlichen Lebens in Erzählungen 3).
T./ 1 Bl./ 328 S. Marm.
Hldbd. d.Zt., beschabt u. begriffen,
fragm. Rckns.; Aufkl. m. Bibl.-Nr., Aufkl. a. Vors. (>F. S.
Schrickel´sche Leihbibliothek, Potsdamer Str. 36<) Erste
Ausgabe dieses ersten Bandes; Reihentitel fehlt - Sangmeister 46
45.00
|
|
256.
|
Die Gefahren der großen Welt oder Bertha von
Waldeck. Von August Lafontaine. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1811.
Erster / Zweyter Theil (in 1 Bd.) 230 S./ 1 Bl./ 220 S. Defekter
marm. Ppbd. (Rückenschaden, Band v. Vorbesitzer m. einf.
Kartonage umlegt); Pap. tls. gebräunt u. kleineren Randschäden;
N. a. Vors.- Im Jahr d. ersten Ausg.; Sangm. 127; ohne d.
T.-Kupfer, nur m. Drucktiteln - 70.00
|
|
257.
|
- Dass. in 2 Bdn. Einf. Ppbde. d.Zt. m. Rcknaufkl.
Ecken u. Kanten best. (Außenngel. stärker); mäßiges
Leibibl.-Ex. (Ferd. Schobinger, St. Gallen; Bibl.-Ordn. a.
Innendeckeln)
verkauft
Mit den gest. T.-Kupfern (Pölzel) u. gest. Titeln
|
|
258.
|
Liebe um Liebe. Von Lafontaine. In: Taschenbuch für
Damen auf das Jahr 1811. Herausgegeben von Huber, Lafontaine,
Pfeffel, Jean Paul Richter und andern. Tübingen:
Cotta o.J. (1810). Gest. Frontisp.
(D´Argent)/ T./ 1 Bl./ XIV S./ 1 Bl. (Inhalt) / 298 S. m. 8 gest.
Tfln. (D´Argent sowie die sechs >Stationen des Lebens< v.
Lips n. Catel), S. 226-294. Oppbd. m. gest. Deckeln u. Rckn.
(dieser gebrochen u. Bindung etw. gelockert); Goldschnitt; noch
recht gut erhaltenes, schönes Exemplar.
120.00
Sangmeister 221; von Jean Paul enthält das Bändchen
auf S. 21-42 die >einfache Erzählung< Die
Eltern=Liebe gegen Kinder (Behrend/Kogoll
115); Köhring 112; Lanck./Rümann 68; Marwinski 601; Goldschmidt
150
|
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1812
LAFONTAINE
|
|
259.
|
Die Moralsysteme oder Ludwig von Eisach. Von August
Lafontaine. 2 Bde. Halle u. Leipzig: Ruff, 1812 (Schilderungen des
menschlichen Lebens in Erzählungen, 5./6. Tl.). T./ Reihen-T./
328 S.// T. / Reihen-T./ 320 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m. Rckns. u.
Rcknaufkl., T. verso gest. (>F.F. Bibliothek Donaueschingen<)
150.00
Erste Ausgabe in e. tadellosen Exemplar; Haupt- u.
Reihentitel in der falschen Reihenfolge – Sangmeister 48
|
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260.
|
- Die Moral Systeme oder Ludwig von Eisach von August
Lafontaine. Erster / Zweyter Theil (in 1 Bd.) Berlin (d.i. Wien:
Haas) 1812. Gest. Frontisp. (Pölzel nach Loder) / 211 S.// gest.
Frontisp. (dito) / 199 S. Etw. späterer Hlnbd. m. goldgepr.
Rcknt.; ber. u. best.; N. a. Vors.; Pap. tls. gebräunt; letzte
Blätter etw. sporig
90.00
Die beiden Haupttitel sind gestochen; insgesamt noch
ordentliches Exemplar – Sangmeister 134
|
|
261.
|
- Dass. (in 2 Bdn.). Marm. Ppbde.
d.Zt. m. 2 Rckns. Exlibr. (>Viktor
Achter<) u. Notizen a. Vors.; Gebrauchsspuren, insges.
ordentlich – nicht im Kat. d. Samml. Achter -
120.00
|
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262.
|
Bürgersinn und Familienliebe oder Tobias Hoppe, von
August Lafontaine. Berlin (d.i. Wien: Haas) 1812-1813. Gest.
Frontisp. v. Pölzel n. Schedy / d.i. Kininger) / gest. T./ 235
S./ 2 Bl. (Vlgs.-Anz.) // gest. Frontisp.
(dito) / gest. T./ 240 S.// gest.
Frontisp. (dito) / gest.
T./ 236 S. Hldrbd. d.Zt. m. Rcknverg.
(weitgehend abgeplatzt); Innengelenke verstärkt; beschabt
verkauft
Sangmeister 131; die erste Ausgabe erschien ebenfalls
1812 in Halle bei Renger (hier der dritte Band von 1813)
|
|
263.
|
Herr Adam Schlau oder die Probe. Von A. Lafontaine.
In: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1812. Mit Beiträgen von
Lafontaine, Pfeffel, Jean Paul Richter und andern. Tübingen:
Cotta o.J. (1811) T./ 1 Bl. (Inhalt) / XVI S. m. 10 Kpfrtafeln
(D´Argent, Lambert u.a.; Frontisp. vor S. I eingeb.) / 300 S., S.
18-120. 12°. Stark ber. u. best. Leihbibliotheks-Ppbd. m.
(fragm.) Rcknnr. Kanten bestoßen, T. verso gest. (>Raabe
Leih-Bibl.<); Kupfer tls. m. Randschäden, hinterlegt u. m.
Seiten-Weisern versehen. Insgesamt stärker fleckig und gebraucht.
80.00
Ein wohl
eher seltenes Beispiel eines Almanaches, der sich (recht und
schlecht) in einem Leihbibliotheks-Einband vollständig erhalten
hat, legte man bei dieser Literaturgattung doch auf das reizende
Äußere hohen Wert. Es findet sich hier ein sehr umfangreicher
Beitrag Lafontaines, der Jean Paul am 2.11.1811 zu folgender
brieflichen Aussage an Cotta veranlasste: „Ich wünschte im
Damenkalender hätte Lafontaine den kürzesten und Weisser den
längsten Aufsatz gemacht.“ (Zit. n. Sangmeister,
Vergänglichkeit, S. 274) Enthält von Schiller An
Demoiselle Slevoigt, von Jean Paul die
Stammbuch-Impromtues; vgl. Lanck./Rümann 68; Köhring 112;
Sangmeister 222.
|
|
CRAMER
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264.
|
Das Milchmädchen vom Verfasser des Jägermädchens.
Bremen und Aurich, bei Johann Heinrich Müller. o.J. (1812). Gest.
T. m. Vign./ XX (Vorrede, unterz.: „Meiningen, den 20.März
1812. C.G.Cramer“) / 330 S. (S.130 / 131 vertikaler Abriss m.
leichtem Textverlust). Bibl.-Hldrbd. d.Zt. m. 2 hs. Rcknaufkl.;
ber. u. best.; Aufkl. a. vord. Innendeckel
(>Cabinet littéraire, Magasin de Papiers et Cartes à jouer.
Alex Pulver, Rue du marché, No. 91. à
Berne<); Titelei u. Vorsätze mehrfach häßlich bestempelt
(>L. A. Haller< / >A. Pulver<), u. am Innensteg
knittrig u. läd.; Pap. gebräunt, beschmutzt u. fingerfleckig;
Haupttitel linksseitig, Schmutztitel rechts eingeb.
verkauft
Olderdißen 51 (abweichend); erste Ausgabe –
Hofintrigen, >Concurs< in der Landwirtschaft,
Maitressenheirat sind einige Streiflichter dieses Romans, aber
auch antisemitische Einsprengsel fallen auf (jüdische Viehhändler
etwa: „unvernünftige Juden, die nichts kennen, als ihren
Schacher“ S.144)
|
|
265.
|
- Das Milchmädchen, oder stille Tugend glänzt am
schönsten. In: Wahrheit und Dichtung. Ein unterhaltendes
Wochenblatt für den Bürger und Landmann. Siebzehnter Jahrgang
1804. Weißenfels: Böse o.J (1804). T./ 1 Bl. (unten m. ger.
Textverl. Beschn.) / 416 S., hier S. 265–270 u. 273-277. Ppbd.
d.Zt.; beschabt (bes. Rckn.) u. best.; S. 397 f. m. Abriß (m. l.
Textverlust); alter N. a. Vorsatz (>J. J. Trendelburg<);
Pap. tls. gebräunt; Gebrauchsspuren
100.00
Ob Cramer zu dieser Zeit noch Verbindungen zu dem
früheren Hausblatt seines Freundes Severin unterhielt und diese
kurze Erzählung inhaltliche Verbindungen zu Cramers späterem
Roman aufweist, müßte überprüft werden; zum Konzept d. ZS vgl.
Böning / Siegert: Volksaufklärung 2682 (dort nur Jg. 1788-1794);
Kirchner 5857 (bis 1801 verz.)
|
|
1813
LAFONTAINE
|
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266.
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Walther, oder das Kind vom Schlachtfelde. Von A.
Lafontaine. 3 Bde. Halle: Renger 1813. T./
316 S.// T./ 317 S.// T./ 326 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m. Rckns. u.
Rcknaufkl., T. (verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek
Donaueschingen<) u. Pap. tls. etw.
stärker gebräunt
verkauft
Sonst einwandfreies Expl.dieser ersten Ausgabe –
Sangmeister 49
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267.
|
- Dass. Hldrbde. d.Zt. m. violetten Deckeln, 2 Rckns.
u. 1 Rcknaufkl. Rckn. etw. ber., Titeleien gebräunt; T. jeweils
verso m. rotem Wappenst. (>Tetschner Bibliothek<);
Rotschnitt
160.00
|
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1814
LAFONTAINE
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|
268.
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Eugenie, der Sieg über die Liebe. Von A. Lafontaine.
3 Bde. Halle: Renger, 1814. T./ 318 S.// T./ 310 S.// T./ 330 S./
1 Bl. (Vlgs.-Anz., meist zu Lafontaine). Marm. Hlnbde. d.Zt. m.
Rckns. u. Rcknaufkl.; T. (verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek
Donaueschingen<) u. etw. braunfleckig, T. v. Bd. 3 stärker -
Erste Ausgabe; Sangmeister 50
verkauft
|
|
269.
|
- Eugenie der Sieg über die Liebe von August
Lafontaine. Erster / Zweiter / Dritter Theil (in 1 Bd.). Wien:
Haas 1814. 226 / 222 / 232 S. Mit je einem gest. Frontisp.
(Döbler, z.Tl. (3) n. Ender) u. gest. Titeln. Marm Ppbd. d.Zt m.
hs Rckns. verkauft
Sangmeister 136; Zeitroman, der die Befreiungskriege
widerspiegelt: "Die Schlacht bei Leipzig gab der Welt die
Freyheit, und Rudolph und Günthern zugleich das eiserne Kreuz.
Sie schlugen alle Schlachten mit. Sie eroberten den Mont Martre
mit; und das erhabenste Friedensfest, was je die Welt gefeyert
hat, ein Friedensfest, das der Welt zum ersten Mahle den Frieden
mit der Freyheit gänzlich gab, dieses Fest feyerten sie wieder
auf dem Hügel des Schicksals; und an der Stelle des Kreuzes stand
nun ein Altar, aus dem ein frischer Quell hervor sprudelte für
den Wanderer, und am Altar die Worte: >Der Freundschaft!<"
So das Ende (S. 232)
|
|
270.
|
- Dass. Erster / Zweiter Theil (von 3 in 2). Marm.,
stärker abgeriebene u. best. Hldrbde. d.Zt. m. 2 Rckns. u.
(abger.) Rcknverg.; gest. T. verso m. altem Bes.-Vermerk
80.00
|
|
271.
|
Der Mündel. Von August Lafontaine. In: Minerva.
Sechster Jahrgang für das Jahr 1814. Leipzig, bei Gerhard
Fleischer d. Jüng. Gest. Frontisp. (Böhm n. Ramberg) / Gest. T./
2 Bl. (Inhalt) / 448 S. m. 8 Kpfrn. (v. Böhm, H. Schmidt u.a.
nach Ramberg zu Schillers Braut von
Messina), S. 147-180. Ppbd. d.Zt. m.
(blindem) Rcknaufkl.; Überzugspap. an Gel. u. Kap. abger., Rckn.
m. Knick u. leicht schief gelesen
80.00
Ordentliches Exemplar mit Beiträgen von Haug, Laun,
Buri, den beiden Motte Fouqués u.a. S. 313-352 der Beitrag
Klopstock, im Sommer 1793. Ein Bruchstück
aus meinem Tagebuche von Böttiger –
Sangmeister 229
|
|
CRAMER
|
|
272.
|
(Carl Gottlob Cramer): Triumph = Lied von den
herrlichen Siegen der Deutschen über die Franzosen und ihren groß
gewesenen Exkaiser Napoleon. Zum deutschen Friedens = Schmause und
allen Länder = Verwüstern zum Exempel in Reime gebracht von
einem deutschen Sänger. Gedruckt im Siegesjahre 1814, und in den
Buchläden um vier gute Groschen zu haben. (Gotha: Becker 1814).
39 S. m. e. Holzschnitt-Titel- (n. Schnorr v. Carolsfeld) sowie
Schluß-Vign. (n. Ramberg). Fleckige Broschur d.Zt. m. kl.
Rckn.-Def. (Bindung fest); Pap. (teils stärker) beschmutzt u. m.
unbed. Feuchträndern
120.00
Olderdißen 53; untypische direkte >Zeit-Schrift<
Cramers, allerdings in der von ihm auch in seine Romane immer
wieder eingestreuten, recht grobschlächtigen Versform.
|
|
273.
|
- Dass., eingebunden in Bibl.-Hln. m. Rcknaufkl.
verkauft
|
|
274.
|
Eigenhändiger Brief an August Wöhler, Stallmeister
in Frankfurt/M., datiert „30-Acker (Dreißigacker), d. 6en Mai
1814.“, unterzeichnet „Euer Freund Cramer“ 4 Oktav-Seiten,
3einhalb davon klein beschrieben, gefaltet, Pap. gebräunt
verkauft
Reichhaltiger Brief privaten Charakters,
interessanterweise in demselben >Volkston< gehalten, den
Cramer meistens in seinen Schriften anschlägt: „ O! wie oft
haben wir, bei den / Kriegsnachrichten aus Eurer Gegend, z.b. bei
der / Nachricht von der Schlacht bei Hanau pp uns einander / (S.
2) sorgsam angesehn, und meine Frau gefragt; wie / mags da dem
armen Wöhler gegangen sein? - / Na! hab´ ich dann gesagt, das
ist ein Kerl wie / eine Katz´; wenn der vom Straßburger Münster
/ herunter fällt, kommt er doch auf die Beine zu stehn! (...) Wie
Uns es geht? Antwort: gut! wenigstens / können wir auf keinen
Fall verhungern, so / toll es auch gehen möge, ob gleich die
Buchhändler / lange den Krampf in den Beuteln gehabt ha-/ ben.“
(S.3) Im Buchhandel also nichts Neues, dagegen gibt es
aufschlußreiche Familiennachrichten, bes. über Cramers Kinder.
Der Adressat war Stallmeister und Tierarzt zu Rödelheim im
Großherzogtum Frankfurt u. veröffentlichte beim Verleger Simon
in Frankfurt 1808 Der Milzbrand des
Hornviehes und 1809 ein Noth-
und Hülfstäflein über die jetzt herrschende Klauenseuche und
Mundfäule des Rindviehes.
|
|
1815
LAFONTAINE
|
|
275.
|
Der Kampf mit den Verhältnissen, oder der
Unbekannte. Von A. Lafontaine. 3 Bde. Halle: Renger 1815. T./
324 S.// T./ 326 S.// T./ 331 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m. Rckns. u.
Rcknaufkl.; T. (verso) gest. (>F.F. Bibliothek Donaueschingen<)
u. etw. gebräunt
150.00
Erste Ausgabe; Sangmeister 51, der drei Titelkupfer
ausweist, die hier und bei Eke / Olasz-Eke 707 (Ex. d.
Universitätsbibl.iothek Münster) fehlen.
|
|
276.
|
- Dass. Interessantes Mischexemplar aus dem
vorstehenden (Drucktitel) und dem nachfolgenden (gest. Titelei),
deren Titel jeweils nacheinander eingebunden sind. Paginierung
sonst wie die Rengersche Erstausgabe (s.o.) Gebrauchte Hldrbde.
d.Zt. m. 2 Rckns.; stärker ber. u. best.; Bd. 2 unten gestaucht
m. kl. Gel.-Läsur (u. letzte Bll. Gelockert); T. verso m.
Bes.-Eintr.; fl.
140.00
|
|
277.
|
- Der Unbekannte oder der Kampf mit den Verhältnissen
von Aug. Lafontaine. 3 Bände. Wien, Haas, 1815. Gest. Frontisp./
gest. T./ 224 S.// gest. Frontisp./ gest. T./ 224 S.// gest.
Frontisp./ gest.T./ 228 S. Marm. Hldr. d.Zt.; etw. ber. u. best.;
nur gering gebräunt oder fleckig; Band 1 gegen Ende zunehmend
braunfleckig, die letzten sechs Blatt mit Randschäden, drei Blatt
mit etwas Buchstabenverlust - Sangmeister 139; Wiener Nachdruck
140.00
|
|
278.
|
Das Haus im Walde oder Försters Aennchen. Der
Zeidler. Der Schwiegersohn. Drey kleine Romane von August
Lafontaine. Wien: Haas 1815 (gest. T.:
1816). Gest. Frontisp. (Weinrauch) /
gest. T./ 228 S. Blauer Ppbd. d.Zt. m. Rckns.; ber. u. best; N. a.
Drucktitel - Sangm. 142 - 90.00
|
|
1816
LAFONTAINE
|
|
279.
|
Ida von Kiburg oder das Verhängniß. Von August
Lafontaine. Berlin: Sander 1816. T./
398 S. Marm. Hlnbd. d.Zt. m. Rckns. u.
Rcknaufkl.; T. (verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek
Donaueschingen<) u. stärker gebräunt, ebenso d. letzte Bl. –
Erste Ausgabe; Sangmeister 52 90.00
|
|
280.
|
- Ida von Kiburg oder das Verhängniß. von Aug.
Lafontaine. Wien: Haas 1816. Gest. Frontisp. (Loder) / gest. T./
270 S./ 1 Bl. (Vlgs.-Anz.: Lafontaine-Titel bei Haas). Marm. Ppbd.
d.Zt. Titelei etw. fleckig; wen. ber.
90.00
Sangmeister 140. Wie stets routiniert geschrieben,
allerdings auch wieder sichtlich ohne formales und inhaltliches
Konzept: Von der Briefform umstandslos ins freie Erzählen (und
zurück) übergehend; die Protagonisten Gustav und Ida finden sich
bereits nach der Hälfte des Romanes, worauf Abschweifungen in
Nebenhandlungen und zu Randfiguren den Rest des Papieres füllen;
sprachlich und gedanklich oft von Empfinden triefend, mitunter
jedoch auch durchaus faszinierend. Eke
/ Olasz-Eke 705
|
|
281.
|
Die Pfarre an der See. Ein Roman von August
Lafontaine. Erster (bis) Dritter Band. Wien: Haas 1816. Gest.
Frontisp./ gest. T./ 227 S./ gest. Frontisp./ gest.T./ 228 S./
gest. Frontisp./ gest.T./ 252 S. Hldrbde. d.Zt. m. je 2 (tls.
abgelösten) Rckns. u. Rcknverg.; Buntpap.-Vors., Lesebändchen
etc.; Wappenaufkl. a. vord. Deckel; gest. Exlibr. (>Bibliotheque
des Herrn Grafen von Schönborn Buchheim<); Titeleien gebräunt;
fehlgedr. Bl. (S. 5 f) vom Buchbinder ausgetauscht
220.00
|
|
282.
|
- Dass. Erster / Zweyter Band (v. 3 in 2). Wien: Haas
1816. Titelkupfer (Jüngling rettet Kind aus den Flammen eines
brennenden Hauses) / gest. T./ 227 S.// Titelkupfer (trauliche
Freundschafts-Szene mit Weib und Kind) / 228 S. Hldrbde. d.Zt. m.
Rckns.; Rücken beider Bände etwas stärker berieben mit jeweils
einer kleinen Fehlstelle durch Wurmfraß. Rand des Titelkupfers
von Bd. 2 auf einer Höhe von ca. 11 cm abger. (Bild nicht
beschädigt); Falz leicht angebrochen, Buchblock in Ordnung,
Seiten leicht fleckig. Insgesamt
passables Exemplar
100.00
Einziger Wiener Nachdruck im Jahr der Erstausgabe,
die bei Renger in Halle erschien. Sangmeister 141.
Einen bemerkenswerten Beitrag zur sogenannten
"Lesewut"-Debatte und der moralischen Verfänglichkeit
von sogenannter "Romanen-Lektüre" liefert der
Romanschreiber Lafontaine hier selbst. Die junge Rosamunde von
Boisen, furorisiert durch die Lektur der Neuen
Heloise, die ihr von dem eigenen Bruder
untergeschoben wird mit der Absicht, die Liebe zu dem Hauslehrer
Schlicht zu hintertreiben und den wohlhabenden Höfling von
Zwergen ins Spiel zu bringen, verfällt tatsächlich darauf, "in
einer Mischung aus Eigensinn, Leichtfertigkeit und Neugier (...)
anspielungsreiche Billets zu wechseln". (Dirk Sangmeister,
Vergänglichkeit, S. 489-490) Am Ende sagt sich Schlicht von
Rosamunde los und ehelicht die tugendhaft-unverdorbene Marie.
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283.
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Er verführt seine eigene Frau. Rectors
Minchen. Makaria. (Drey kleine Romane.) Von
Aug. Lafontaine. Wien: Haas 1816. Gest. Frontisp./ gest. T./ 208
S. Hldrbd. d.Zt. m. violetten Deckeln, 2 Rckns. u. 1 Rcknaufkl.
Pap. tls. gebräunt; T. verso m. rotem Wappenstempel (>Tetschner
Bibliothek<); Rotschnitt – Sangmeister 143; einzige Ausgabe
dieser Zusammenstellung; vgl. 1807
verkauft
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284.
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Lenardo und Blandine oder Amandus und Amanda. (Von)
August Lafontaine. In: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1816.
Tübingen bey Cotta (1815). Gest. Frontisp. (Forssell n. Desenne)
/ gest. T. m. Vign. (schlafender Amor) / 1 Bl. (Inhalt) / XXXII S.
m. 5 Kupfern (Autenrieth u.a.) / 318 S. m. 1 Kupfer, S. 48-138.
12°. Einf. marm. Ppbd. d.Zt. Titelei etw. gebräunt u. knittrig;
auf bläulichem Pap. gedruckt; etw. ber. (unt. Kap. stärker) u.
angerändert; insges. ordentl. 140.00
Würde die Zählung von Köhring 112 mit 8 Kupfern
zugrunde gelegt, müsste bei dem vorliegenden Exemplar die
Titelvignette mitgezählt werden; der bei Lanck./Rümann 69
erwähnte Holzschnitt v. Gubitz könnte demnach fehlen; S. 1-34
Das nussbraune Mädchen von
Goethe (Hagen 699; Goldschmidt 9 u. 273), weiterhin Beiträge von
Schwab, Jean Paul (Erinnerungen aus den
schönsten Sunden für die letzten, S.
218-248) und La Motte Fouqué sowie von Conz, Haug und Schreiber.
Inhaltlich bedeutender Almanach; Sangmeister 233.
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1817
LAFONTAINE
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285.
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Agathe oder das Grabgewölbe von August Lafontaine. 3
Bde. Leipzig: Gerhard Fleischer d.J., 1817. T.-Kpfr. (Eßlinger n.
Ramberg)/ T./ 326 S.// 311 S.// 325 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m.
Rckns. u. Rcknaufkl.; T. (verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek
Donaueschingen<), T. u. T.-Kpfr. etw. gebräunt u. gering
feuchtfl.
Erste Ausgabe dieses einzigen Romanes aus dem
Spätwerk, der nicht bei Renger oder Ruff erschien.; Sangmeister
54; Eke / Olasz-Eke 701 (mit unserem Ex. als Standortnachweis).
verkauft
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286.
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- Agathe
oder das Grabgewölbe von Aug(ust) Lafontaine. Erster / Zweyter /
Dritter Band (in 1). Wien: Haas 1817. Gest. Frontisp. (anonym) /
gest. T./ 237 S./ 1 Bl. (Verl.-Anz.: >Aug. Lafontaine’s
sämmtliche Schriften<) // Gest. Frontisp. (Langer) / gest. T./
228 S.// gest. Frontisp. (Weinrauch) / gest. T./ 238 S./ 1 Bl.
Neuer rot-marm. Ppbd.; Pap. etw. fleckig u. gebräunt.; Kpfr.
u.Titel von Bd.1 am Rand gering wasserfleckig
180.00
Sangmeister
145. Roman um die Liebe von Agathe und Wolf mit einer Vielzahl von
erklärenden und verschleiernden Binnengeschichten, voller
Intrigen, Staatsverschwörungen, Geheimgesellschaften; Klöstern
und einsamen Bergtälern; verbunden mit Lesefrüchten aus dem
Robinson, Macbeth, Toggenburg ...
Der dritte Teil endet, wie er enden muss: "Der Gang nach dem
Altare war lang. Johannes seine Emilie an der Hand, die Ungeduld
im Gesichte, mußte alle Augenblicke wieder still stehen, und die
alten Begebenheiten anhören, die man dem Rittmeister im Auszuge
mittheilte. Dann empfing sie der Altar, und das heilige Ja der
beyden Paare stieg auf Blüthendüften in den Himmel empor, und
alle, die hier umherstanden, legten wie Brautpaare die Hände in
einander, und schworen ewige Liebe, und ewige Freundschaft, und
der Himmel erfüllte ihr Ja, und fügte die Seligkeit und den
Frieden des Herzens hinzu." (Schluß) Lafontaine hier wieder
als "Meister", "am Ende alle unglücklich Liebenden
zu kopulieren". (Sangmeister, Vergänglichkeit, S. 471)
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287.
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- Dass. 3
marm. Hldrbde. m. je 2 Rckns. ; Buntpap.-Vors.; ber. und
Kanten stärker best.; 1 T.-Kpfr. hinterlegt; Titeleien u. Pap.
braunfleckig; ordentliches Gebrauchsexemplar
200.00
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288.
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Das heimliche Gericht des Schicksals, oder Rosaura.
Von A. Lafontaine. Erster / Zweiter Band (von 3 in 2). Halle:
Renger, 1817. 364 S./ 1 Bl.// 284 S. Marm. Ppbde. d.Zt. m. hs.
Rcknaufkl.; ber. u. best.; hs. Aufkl.a. Innendeckel; Pap.
durchgängig stärker gebräunt, tls.wasserfl.
90.00
Erste Ausg. ohne die bei Sangmeister 55 angeg.
T.-Kpfr. Lorchen, in die Harfe greifend, intoniert "mit einem
finstern Blick": "Vergebens birgt sich die Frevelthat/
in Grabes Schweigen, in dunkle Nächte;/ Es folgen des Frevlers
verborgenem Pfad/ Des strafenden Schicksals vergeltende Mächte./
Er fliehet vergebens durch Wasser und Land,/ Da trifft ihn des
Schicksals rächende Hand." Und Julchen orakelt darauf:
"(M)ir war, als erleuchtete ein Licht einen dunklen Abgrund,
der dicht vor meinen Füßen lag. Es war der siebente Mai, der
siebente Mai, an dem die Frevelthat vollendet wurde." (Bd.
1, S. 6)
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289.
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- Das heimliche Gericht des Schicksals, oder Rosaura
von A. Lafontaine. Erster (bis) Dritter Band. Wien und Prag: Carl
Haas 1817 (Bd. 1) / 1818. Gest. Frontisp. (Langer) / gest. T./ 259
S./ 2 Bl. (Anz. v. Werken Lafontaines u. Cramers!) / gest.
Frontisp./ gest. T./ 204 S./ gest. Frontisp. (Langer n. Perger) /
gest. T./ 228 S. Marm. Hldrbde. d. Zt. m. 2 Rckns., Buntpap.-Vors.
; ber. u. best.; etw. schiefgelesen; Gebrachsspuren; Pap. tls.
gebräunt - Sangmeister 147 - 150.00
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290.
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Isidore oder die Waldhütte. Von August Lafontaine.
Erster / Zweyter Band. Wien: Haas 1817. Gest. Frontisp./ gest. T./
215 S.// gest. Frontisp. (Loder) / gest. T./ 228 S. Hldrbde. d.Zt.
m. goldgepr. Rcknt. u. Rcknverg.; Buntpap.-Vors.; Grünschnitt;
Lesebändchen etc. Deckel m.Wappen-Aufkl.; Innendeckel m. gest.
Wappen-Exlibr. (>Bibliotheque des Herrn Grafen von Schönborn
Buchheim<) - Sangmeister 146; erste Ausgabe im selben Jahr bei
Ruff in Halle u.Lpz. - 180.00
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291.
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Lenardo
und Blandine, oder Amandus und Amanda. Der Mündel. Die Blumen.
Drey kleine Romane von August Lafontaine. Wien und Prag: Haas
1817. Gest. Frontisp. (Langer) / 196 S. m. gest. T. Marm. Ppbd.
d.Zt. m. rotem Rckns.; gut - frühere Almanachbeiträge;
Sangmeister 144 -
90.00
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292.
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Neueste Charadenlese gesammelt auf den Gefilden des
Witzes und der Laune (Drucktitel: Eine Auswahl sinnreicher
Räthsel, Logogryphen und Charaden der vorzüglichsten Dichter.
Herausgegeben) von Lafontaine. Pesth, In Joseph Müllers
Buchhandlung 1817. Gest. u. kol. Frontisp. (Göbwart n. Müller) /
gest. u. kol. T./ Druck-T./ 1 Bl. (Vorrede)
/ 252 S. Illustr. Obroschur (gest. v.
Göbwat n. Müller); unbeschnitten u. etw. fleckig; Rcknbez. m.
Defekten; Titelei m. Randfraß (ohne Verluste); Pap. tls. fleckig
verkauft
Sangmeister 253 geht von einer Fehlzuschreibung aus,
da dies nie Lafontaines Metier war; reizvolles Bändchen.
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1818
LAFONTAINE
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293.
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Reinhold. Von A. Lafontaine. 3 Bde. Halle: Renger,
1818. T./ 317 S.// T./ 317 S.// T./ 333 S. Marm. Hlnbde. d.Zt. m.
Rckns. u. Rcknaufkl.; T. (verso) gestempelt (>F.F. Bibliothek
Donaueschingen<)
verkauft
Tadelloser Zustand; EA – Sangmeister 57; Eke /
Olasz-Eke 709 haben (nach d. Ex. d. Universitätsbibl. Münster)
bei identischer Paginierung den abweichenden Titel Reinhold
von Welfenstein. Ein Roman, den
Sangmeister (148) nur für den Nachdruck von 1819 nachweist.
Möglicherweise also mit unterschiedlichen Titelblättern
erschienen.
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294.
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Die Geschwister oder die Reue. Von A. Lafontaine. 2
Bde. Halle: Renger, 1819. T./ 318 S.// T./ 318 S. Marm. Hlnbde.
d.Zt. m. Rckns. u. Rcknaufkl.; T. (verso) gest.(>F.F.
Bibliothek Donaueschingen<); Pap.leicht gebräunt
verkauft
Ohne die bei Sangmeister angegebenen anonymen
T.-Kupfer; EA – Sangmeister 59; Eke / Olasz-Eke 703 weisen das
vorliegende Exemplar als einziges Referenzstück nach: „Fürstlich
Fürstenbergische Hofbibliothek, Donaueschingen“.
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295.
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- Die Geschwister, oder die Reue. Von A. Lafontaine.
Erster / Zweyter Theil (in 2 Bdn.) Wien u. Prag: Haas, 1819. Gest.
Frontisp./ gest. T./ 203 S.// gest. Frontisp./ gest. T./ 202 S./ 1
Bl. (Anzeige: >Lafontaine’s sämmtliche Schriften< m. 62
alphabet. geordn. Titeln). Ppbde. d.Zt. m. Rckns.; ber. u. best.;
Pap. etw. gebräunt; Schmutztitel jeweils vor den gest. Frontisp.
140.00
Sangmeister 149. Wiener Nachdruck der Rengerschen
Ausgabe. "Dieser Schriftsteller, der ebenfalls längst
abgeblüht hat, quält den Leser auf eine andere Manier. Er spinnt
eine Menge dünner Erzählungsfäden aus und verwirrt sie
dermaßen, daß man kein Ende findet, bis das Ende des Buchs
zeigt, daß es wirklich da ist - Die Begebenheiten wie die
Charaktere, die sich in ihnen bewegen, sehen skelletierten
Baumblättern ähnlich: ein dürres Gewebe ohne Fülle und Farbe.
Nirgends Wahrheit, weder in der Erfindung, noch in der Ausführung.
In diesem Buche schleppt sich die Folge eine unwillkürlichen
Mords in feindlichen Gesinnungen von Verwandten durch eine ganze
Generation fort, bis Heirathen der Kinder dem Hader der Alten ein
Ende machen. Der Stil des Verf(assers) ist holperig, dürftig,
dürr, wie alles Uebrige." (Allgemeines Repertorium der
neuesten in- und ausländischen Literatur. Herausgegeben von einer
Gesellschaft Gelehrter. Dritter Band. Leipzig, bei Carl Cnobloch,
1819 u. Wien, bei Heubner, S. 25)
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1820
LAFONTAINE
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296.
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Die Wege des Schicksals. Von
A. Lafontaine. Erster / Zweiter Theil
(in 1 Bd.) Wien: Carl
Gerold und Halle: Renger 1820. Gest. Frontisp. (Blaschke) / 256
S./ gest. Frontisp. (Blaschke n.
Perger) / 278 S. Marm. Hldrbd. d.Zt. m. 2 Rckns. (eines
angerändert: >Lafontaines Werke 134-35<) u. Rcknverg.; etw.
ber.; Gelbschnitt (l. beschmutzt) – Sangmeister 60; erste
Ausgabe - verkauft
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297.
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Ley invisibles ou les ruines du
chateau des bois. Traduit de l’allemand d’Auguste Lafontaine,
par Léon A(stoin). 2 Bde. (in 1).
Paris: Corbet, 1820. T./ 218 S.// T./ 212 S./ 2 Bll. Verlagsanz.
Marm. Hlnbd. d.Zt. m. 2 Rcknaufkl.; T. (verso) gest.
(>F.F.Bibliothek Donaueschingen<)
verkauft
Frisches Exemplar dieser Fehlzuschreibung. Lt.
Sangmeister III, iii, 77 ist das Buch eine Übersetzung von
Heinrich August Kerndörffers anonymen Roman >Die Ruinen der
Geisterburg, oder die warnende Stimme um Mitternacht< (4 Bde.
Pirna: Friese, 1805).
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SEKUNDÄRLITERATUR, ANTHOLOGIEN,
REFERENZWERKE
Lafontaine
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298.
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J(ohann)
G(ottfried) Gruber: August Lafontaine´s Leben und Wirken. Halle:
C. A. Schwetschke und Sohn 1833. Gest. Portr. (G. Sturm) / T./ 1
Bl. (Widmung) / 464 S. Grüner Hldrbd. d.Zt. m. Rcknverg.;
Buntpap.-Vorsätze; marm. Schnitt; Kanten etw. ber., Ecken l.
best.; Antiquariats-Märkchen a. Vors. (>Gunnar
A. Kaldewey<); dekoratives Exemplar
240.00
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299.
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-
Dass. Etwas späterer marm. Hldrbd. m. Aufkl. a. Deckel; kleinere
Mängel 150.00
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300.
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Franz
Rummelt: August Heinrich Julius Lafontaine. Von den Anfängen bis
zur Höhe seines Schaffens 1785-1800. Ein Beitrag zur Geschichte
und Technik des Romans. Diss. Phil. Halle-Wittenberg. Halle
(Saale) Karras 1914. IX / 138 S. OBroschur; ber. u. best.; Rckn.
m. Fehlstelle; d. letzten zwei Bl. m. Eckabriß (ohne
Textverlust); sonst ordentl.Exemplar – selten
verkauft
|
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301.
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Hilde
Ishorst: August Heinrich Julius Lafontaine (1758-1831). Berlin
1935 (Germanistische Studien 162). (Nachdruck Nendeln 1967) 90 S.
Broschur-verkauft
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302.
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Dirk
Sangmeister: Bibliographie August Lafontaine. Bielefeld
1996 (BSLL 7 / Bibliographien z. dt. Literaturgesch. 4). 179 S.m.
Abb. OBroschur 36.00
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303.
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- Ders.: August Lafontaine oder Die Vergänglichkeit
des Erfolges: Leben und Werk eines Bestsellerautors der
Spätaufklärung. Tübingen 1998 (Hallesche Beiträge zur
Europäischen Aufklärung 6). VI
/ 606 S. OBroschur 98.00
„Die leser- und
sozialgeschichtlich fundamentierte Monographie des zu Lebzeiten
weithin berühmten, heute gründlich vergessenen A.L.(1758-1831)
rekonstruiert und analysiert Leben und Werk dieses enorm
produktiven Unterhaltungsautors der Spätaufklärung, der mit
seinen seriell fabrizierten Familien- und Liebesromanen im Zuge
der Leserevolution und parallel zur Blütezeit von Klassik und
Romantik zum ersten freien Schriftsteller und meistgelesenen
Erzähler seiner Zeit in Deutschland avancierte.“ (Umschlagtext)
|
|
304.
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Dietrich
Naumann: Das Werk August Lafontaines und das Problem der
Trivialität. In: Studien zur Trivialliteratur. Hrsgg.
v. Otto Burger. Frankf/M. 1968 (Studien
z. Philosophie u. Lit. D. 19. Jhdts. 1). VIII S./ 1 Bl./ 282 S.,
hier S. 82- 100. gr-8° Olnbd. m. Rckngoldprägung
36.00
|
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305.
|
Georg
Ruppelt: Schöningens berühmtester Schüler August Lafontaine und
das Anna Sophianeum. Helmstedt 1997 (Beiträge z. Geschichte d.
Landkreises u. d. ehemaligen Univ. Helmstedt 11). 30
S. m.Abb. OBroschur 8.00
|
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306.
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Hermann
Mitgau: Gemeinsames Leben 1770 bis 1870 in braunschweigischen
Familienpapieren. Wolfenbüttel und Hannover 1948 (Kulturwiss.
Reihe). 4 Bl./ 423 S. m. Abb. u. Tfln. Neuer Gewebeband m.
goldgepr. Rcknt. – ausführl. geschilderte Beziehungen zu
Lafontaine u. Halle -
30.00
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307.
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August
Lafontaine: Die Rückkehr ins Vaterland. Suschen. In: Erzählende
Prosa der klassischen Periode. 2. Teil (von 2). Jung, Pichler,
Pestalozzi, Zschokke, v. Wolzogen, v. Meyern, Bentzel-Sernau,
Lafontaine. Hrsgg. v. Felix Bobertag. Berlin u. Stuttgart o.J.
(1888). (Deutsche National-Litteratur 137). 2 Bl./ 532 S., hier S.
487-532. Goldgepr. Hldrbd.; o. Vors.; benutzt
14.00
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308.
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August Heinrich Julius Lafontaine. Die Stärke des
Vorurtheils. Das Räthselspiel. Zwei Erzählungen. Hrsgg. v.
Rainer Godel. Hannover 2007 (Fundstücke 16). 88 S./ 1 Bl. OBr.
16.00
Neben
den genannten Erzählungen (jeweils nach Druckfassungen aus dem
Jahr 1800) ein umfängliches Nachwort Erkenntnis
und Vorurtheil. August Lafontaines Moralische Erzählungen im
Kontext der Aufklärung (ab S. 63).
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309.
|
Ingeborg v. Lips (Hrsg.): August Heinrich Julius
Lafontaine. Lesebuch. Halle (Saale) 2008 (Lit aus
Mitteldeutschland 1). 192
S. m. A
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